Was für ein Tag gestern. Da scheint in Pucón, genau wenn wir ankommen, seit Wochen das erste Mal die Sonne – und alle rasten aus. Die Konsequenz: Alle 40 Vulkantour-Anbieter sind ausgebucht. Wir sind ein paar Stunden zu spät dran. Dödö. Da es allerdings 22 weitere abenteurliche Activities zu buchen gibt, ist das verkraftbar. Plan B: Wandern im Naturschutzgebiet mit Aussichtspunkt ganz oben auf der Bergspitze (so kriegen wir gleich alle drei Vulkane im Panorama) + Rafting-Trip um 16.00 Uhr. Die Uhrzeit nenn ich nicht umsonst, sie hat uns natürlich – ohne was vorwegnehmen zu wollen – zu Hochleistungen angetrieben, oder sagen wir es so: mega in die Bredouille gebracht. XD

Denn natürlich war der Eingang in das Reservat weder auf der Karte richtig eingetragen noch mit dem Auto erreichbar. Nach zwei Irrfahrten, u.a. über eine 15km lange Schotterpiste, gings um 10 zum völlig versteckten Fußgänger-Eingang. Offiziell sind’s dann erstmal 1,5-2h Gehweg, bis man überhaupt erst im Naturschutzgebiet ist. Nice 😀 Aber wir lassen uns nicht lumpen und sind uns sicher: Die 5 angegebenen Stunden (3 rauf, 2 runter) schaffen wir auch in 4 + Pause. Dann würden wir genau um 5 vor Vier vorm Rafting-Büro stehen. Joa: Nach 15 Minuten Hyperanstieg gleich zum Auftakt war ich mir mit meiner in keinster Weise vorhandenen Kondition da nicht mehr so sicher 😀 Ich hechel schlimmer als die aufdringlichen Hunde am Essenstisch. Zut Not können wir ja immer noch früher umdrehen. Wär aber schon schade – denn eigentlich sind wir ja hauptsächlich wegens des Ausblicks von der Spitze hier. Also wird beinhart durchgezogen. Kurze Flucht-Sprints vor mutierten Bremsen lockern die Atmosphäre und motivieren zusätzlich. Und tatsächlich – knapp eine Stunde früher sind wir am letzten Aufstieg angekommen. Darauf ne Highfive, noch mal alles zusammen nehmen und rauf da. Nicht stehen bleiben, sagt Rici, unsere Sportskanone – doch dann der Fullstopp. Eine Kuh steht im Weg. Auf einem Hüftbreiten Weg mit gefühlter 70%-Steigung. Boah und die stinkt vll. Die war das bestimmt, die uns die ganze Zeit Dünnpfiff-Kuhfladen in die Kurven legt. 😀 Da wird das beste Spanisch ausgepackt: „Arriba!“, „Äh… Vamos“, „Ajajajajaj!“ :DD Mit Klatschen, meinem Gandalf-Wanderstock und viel gutem Willen der Kuh ist der Weg wieder frei. Weiter geht’s. Die letzten 5-10 Minuten Vollgas. Und tadaaa, völlig fertig aber glücklich passieren wir den letzten Baum. Berge, Vulkane, Wolken… Hammer Ausblick. Dass der große, eindrucksvolle Vulkan direkt vor unserer Nase total zugewolkt ist, nehmen wir mit Humor. Mir ist aber gerade eh alles egal, ich hab ein Sandwich mit fettiger Salami und noch fettigerem Käse im Mund. Heaven xDDD




Der Weg runter ist natürlich auch noch mal super hardcore. Baustelle 1: der Knieverschleiß, Baustelle 2: Staubwolken bei Gegenwind. Rici verweigert schon nach jeder weiteren Kurve wie ein Pferd vor dem Sprung, aber alle ziehen es durch. Und siehe da – um Punkt 4 sind wir am Rafting-Treffpunkt. Wir haben aber auch immer ein Schwein. 😀 Vor allem weil das Rafting so mit das geilste war, was wir überhaupt gemacht haben. Mit nem Transporter ging’s rauf in die Berge an den Fluss. Dann heißt es: Klamotten aus, Neopren-Anzüge an. Sicherheitshinweise. 10 Minuten lang kriegen wir alles gesagt, was wir wissen müssen. Und da gibt’s so einiges. 😀 Wie steigt man ins Boot? Wie hält man das Paddel? Ok, aber dann… Wie verhalte ich mich, wenn ich rausfalle? Wie wenn das ganze Boot umkippt? Wie ziehe ich jemanden wieder ins Boot? Wie lasse ich mich zur Not im wilden Fluss treiben? Wow wow wow, hier geht’s aber ab 😀 Aber auf dem ersten Flachen Stück schickt uns unser Guide sofort ins Wasser fürs Training. Oah ist das kalt 😀 Zack ins Boot reinkrabbeln, den anderen an der Schwimmweste auf sich drauf ins Boot ziehen. Uiii, das macht aber Spaß xD Dann lernen wir alle Kommandos: Foreward, Backward, Down, Highside left, Highside right, grap the rope, left back, right back, jump, position! Wir sind gut 🙂 Das mekt Marco und wir machen gleich am ersten kleinen Wasserfall einen Special-Move. Bitte lächeln für die Kamera xD

1,5 h sind wir im Wasser. Vor jedem Wasserfall planen wir unser Mannövrr, damit wir schinmal wissen, welche Kommandos am Wahrscheinlichsten sind. Ist auch besser so, mit meinen schlechten Ohren ist ein Highside right nämlich schnell mal ein Highside left – und Sari springt als einzige wild nach links. xD Whoopi. Aber wir kommen ganz durch ohne zu Kentern. Damit wir wissen wie’s sich anfühlt dürfen nicht so schlimme Stücke aus dem Boot springen und uns ein Stück in der Safetyposition (Füße und Augen nach vorn) treiben lassen. Mega! Auch cool: ein Sprung vom 4m Wasserfall! Alles safe.

Am Abend geht’s nur noch geplättet ins Bett. Zum Glück haben wir ein totsl gemütliches, schönes Hostel. Da lässt es sich relaxen. Das machen wir auch heut morgen im strömenden Regen. Vulkantour ist also auch heute nicht drin. Bei dem Popo-Muskelkater auch vll besser so 😀

