Zwei Tage Voll-Power: Da musste auch die Blogquote leiden. Passiert ist viel, deshalb werden die Geschehnisse so gut es geht nachträglich aufgerollt. Los geht’s mit gestern – Dienstag, wenn ich mich nicht irre.. xD
Um 8h morgens sitzen wir voller Tatendrang und einem vollgekritzelten Zettel im Leihwagen. Victor hat Anweisungen. Er hat jahrelang in Hostels gearbeitet und kennt die „Must See“s abseits der Haupt-Touri-Spots. Und wir jetzt auch. (Dachten wir zumindest.) Denn aus dem „it’s very close, just a little drive from x to y“ sollte noch ein „Wo zur Hölle sind wir?“ werden. Egal, Phase 1 lief erstmal nach Plan. Statt Autobahn nehmen wir die Landstraße, ein bisschen Regenwald abgreifen. Man gönnt sich ja sonst nix. Durchgemooste Bäume, Lianen, das volle Programm. Thomas meint sogar Pilzsammler erspäht zu haben und nutzt bei einem kurzen Fotostopp seine Chance. Und tatsächlich – nach 1-2 min kommt er mit einem Champignon um die Ecke.
Es soll mit den beiden aber nicht sein: weitere 1-2 min später fliegt der Pilz in tausend Stücken den Berg runter. Thomas heiß geliebte Trekkinghose, die zum ersten Mal zum Einsatz kommt und seine Nikes bedanken sich 😀
Aber dann: Wir fallen am frühen Mittag im unaussprechlichen Humahuaca ein. Unser Ziel: Irgendjemanden finden, der uns den „little drive“ Weg von dort zu Victors Geburtsort – mit noch irrerem Namen – und der dazugehörigen bunten Bergkette erklären kann. Gar nicht so einfach. 90% der Ureinwohner starren uns einfach nur an, als hätten sie noch nie nen Polo oder Europäer gesehen. Die retlichen 10 können mit dem mysteriösen Ortsnamen nichts anfangen. Läuft. 😀 Wir wollen gerade weiter, da meldet sich doch noch jemand zu Wort. Das Problem: Es ist nicht entschlüsselbar. Auch die 15 anderen Wörter, die der Gute pro Sekunde von sich lässt nicht. Mit Händen und Füßen ist nach 5 min klar. Der Typ mag uns helfen und will uns an irgendeiner angeblich nahgelegenen Straßenkreuzung zeigen, wo wir hinmüssen. 😀 Ihr wisst ja, wie die Mutter der Porzellankiste so drauf ist… drum folgen Rici, Thomas und ich ihm zusammen. Mathias hat den Part, uns im Auto zu bleiben und uns zu folgen. An der Kreuzung angekommen betont, nennen wir ihn mal wieder Pedro, ca. 20 mal, dass der Weg „muy complicado“ sei. Wir sollten daher unbedingt einem hombre im Auto folgen. Rici und ich gucken uns nach 2 min zuhören an. „Sag mal von welchem hombre redet der denn die ganze Zeit?“ 😀 Doch auch das kriegten wir raus, während Mathi inzwischen im 30 sek Takt aufgewühlt aus dem Auto bölkt, was denn gerade umgefähr passiere. Die Situation: Andere Touris haben bei seinem Freund eine Tour zu dem Ort gebucht, wir dürfen uns einfach für die Autofahrt hinten dran klemmen.
So weit so gut der Plan, hätte es sich dabei nicht um einen 4×4 Jeep eine absolut abenteurliche Schotterpiste gehandelt xDD Ich muss Kennern bestimmt jetzt nicht erklären, dass wir den Jeep keine 10 min später verloren haben. Wir sind auf uns allein gestellt. Wie war das noch: Rio passieren? Check. U-Fahren? Joa kommt hin. An irgendwas blanco rechts ab? Hm ein heller Friedhof und eine Straße nach rechts. Schön uns alles hingebogen, dass wir uns bestätigt fühlen – und ab gehts rechts runter. Schlechte Idee. Die Szenerie ist 1a, richtig heftig wie im Western und die bunten Berge sehen wir auch am Horizont.

Aaaaber: Die Strecke wird immer schlechter. Krasse Bodenwellen, bei denen wir bei Schritttempo für unseren Unterboden beten, Steinbrocken auf der Fahrbahn. ajajaj. Ein Schild auf dem so viel steht wie „3km… Wir erwarten dich“ und Rinderschädel am Straßenrand machen’s nicht besser. Vor allem für Rici nicht. Augen zu, Luft anhalten, ja sogar Po zusammenkneifen hilft nicht. Der Bauch sagt FALSCHE RICHTUNG! Und dann sie Gewissheit. Statt vor einem Berg stehen wir vor einem Esel und einem kleinen Farmerjungen mit Pet-Flaschen-Plastikring im Mund. Sackgasse. Rici ruft den 10-jährigen „Senior“ xD zu unserem Fenster. Der besteht weiter auf seinen Plastikring im Mund und denkt gar nich dran, den rauszunehmen und nuschelt uns einen vor. Aber wenigstens hilfreiche Infos. tja, wer hätte das gedacht, wir hätten ganz oben nicht rechts abbiegen drürfen. whoops. Außerdem redet er immer vom einem punto, an dem wir vorbei müssen. mh. Was heisst n jetzt schon wieder punto oder punta, Sarah auf spanisch: „Was heisst punto/punta, kannst du das näher erklären?“ Junge: „Nö.“ Sarah: „ist das n Brunnen Rici?“ Rici: „es com agua?“ Junge: Keine Reaktion. Wir beide: Prust, wohl er nicht 😀 Naja Punto hin oder her, wir bedanken uns nett und drehen um. Boah was muss der sich gedacht haben. Kommen da die super Touris peinlich aus dem Bilderbuch mit Sonnenbrille an und fragen am Arsch der Welt, wp denn jetzt die montanas coloradas seien. 😀
Und ja, wir haben diese verdammten Berge noch gefunden. und ja, es hat sich mehr als gelohnt. Gebt euch diese Bilder! 🙂






Da oben war echt super dünne Luft und ganz ungewöhnliches Licht. Bei über 4000m Höhe auch kein Wunder. Wir haben vll gehechelt beim Erkunden. Aber das war’s Wert. Auf dem Rückweg haben wir noch sowohl ein kleines Kind als auch den Argentinier, der uns Eintritt für den Aussichtspunkt angenommen hat (keiner weiss, ob das private Taschengeldaufbesserung oder offiziell war), mit einem Foto erquickt. Und auch hier war die Landschaft wieder Bombe. Daher müssen wir uns wohl bei Victor bedanken 🙂



Am Busbahnhof wurden wir weniger euphorisch empfangen, dafür aber treu begleitet. Und zwar von einem Hünda. Nach einem Foto, das ich von ihm in einer ramponierten Garage gemacht hab, ist er uns fast ne Stunde nicht von der Seite gewichen. Aber total süß: Der blieb immer nach seinen Harakiri-über-Rot-Ampel-Überquerungen stehen und hat brav auf uns gewartet. Am Ende hat er uns sogar in den richtigen Terminal geführt, der kennt das Spiel 😀 Bei dem Versuch, unseren Mittwochs-Transfer zu organisieren hat er dann aufgegeben. Wir allerdings nach ner halben Stunde auch. 15 kack Unternehmen und keins fährt, wann wir es brauchen. Kacke… Naja, jetzt haben wir perfekt umgeplant. Bleiben einen Tag länger in Salta, dafür haben wir in Atacama einen weniger. Die mega Canyon-Landschaft, die uns morgen und übermorgen erwartet wird uns 100pro mehr als entschädigen. 🙂 









Wasserfalldusche, Krokodile, Zigeuner-Ruinen: Gestern wurd’s super abenteurlich – und noch besser als der Auftakt! Um 8 ging’s los auf Tour mit Diego. Herrlicher Typ 😀 – tiefenentspannt und unübertroffen in Sachen Dramaturgie. Das sah im Nationalpark dann ungefähr so aus: Düdüdüp… Informationen, Informationen … mehr oder weniger spektakuläre Info, Blick über die Ray ban Sonnenbrille: „Mhhhhhh“ (langsames Kopfnicken) xDD Dann kurze rheotrische Pause und zack, schlendert er mit seinem weißen, exklusiven Sonnenschirm weiter durch den Dschungel. Doof aus der Wäsche geguckt haben wir bei seiner Tour-Einleitung. „Jaaa. Perfekte Bedingungen heute, es ist schön kalt. Nur 33 Grad im Schatten. Seid ihr den 47 ja noch mal entkommen.“ Puh.










Einmal angekommen, ging alles schneller als wir gucken konnten. Über die kürzeste Landebahn, die ich je gesehen hab, haben wir zwischen Palmen und Lehmhügeln an sonem roten Backsteinnaus aka „Terminal“ angedockt. Gepäck und Abholservice, rums. Nach ein paar Minuten Fahrt hält der Fahrer an einem richtig coolem Ressort an. Dicker Pool, coole Bungalows…. Wir ärgern uns schon, dass Vatter Manfred seinem Sohn was gönnt, weil wir auch gern hier residierenmwürden, da reißt der Chauffeur die Tür auf uns keiner reagiert. Weder Manfred noch sonst wer. Stattdessen stellt sich heraus, dass dies das Hostelinn sein soll. Unser Hostel, läuft. 

Vor dem Ausflug auf die brasilianische Seite der Wasserfälle gibt’s eine Session am Pool – bester Einstieg in die Backpacker-Phase. Aber dann … Grenzübergang nach Brasilien, ab in den Nationalpark, um die erste Ecke des Walking-Tracks und… sprachlos. So weit du gucken kannst Wasserfälle, zum Teil 70 m hoch. Mathias und meine Spiegelreflex sind voll ausgelastet worden. So viel steht mal fest. Das einzige Auuuaa am Tag: Da krieg ich im Dschungel, am Wasser dank unseres Sprays keinen einzigen Mückenstich. Sind wir zurück am Hostel, sofort mal 6 Stück in 5 min an der Poolbar kassiert. Deh xD 





So wird man doch gerne geweckt. Tag 2 in Buenos Aires begrüßt uns um 5:30h – und das ohne Jetlag. In unseren Kokons haben wir 1a spartanisch auf nem freien Bett voller Farbkrümmel gepennt 😀 Allerdings wär ich gestern glaube ich auch auf einer Groß-Baustelle eingeratzt. Thomas, der Mathias und mich mehrmals sanft überzeugen musste, die Embryonalstellung auf dem Sofa zu verlassen, kann das sicher bestätigen.



Zur Stärkung gibt’s permanent irgendwelche mega leckeren Snacks. Hier kann man sich als Fleischfresser echt an jeder Straße austoben. Abends haben wir jetzt einmal gekocht und einmal im Restaurant gegessen – so oder so, rausgekommen sind natürlich Steaks. 😀 Aber was für Dinger! Riiiiichtig zart. 







