Lost because of Victor :D

Zwei Tage Voll-Power: Da musste auch die Blogquote leiden. Passiert ist viel, deshalb werden die Geschehnisse so gut es geht nachträglich aufgerollt. Los geht’s mit gestern – Dienstag, wenn ich mich nicht irre.. xD 

Um 8h morgens sitzen wir voller Tatendrang und einem vollgekritzelten Zettel im Leihwagen. Victor hat Anweisungen. Er hat  jahrelang in Hostels gearbeitet und kennt die „Must See“s abseits der Haupt-Touri-Spots. Und wir jetzt auch. (Dachten wir zumindest.) Denn aus dem „it’s very close, just a little drive from x to y“ sollte noch ein „Wo zur Hölle sind wir?“ werden. Egal, Phase 1 lief erstmal nach Plan. Statt Autobahn nehmen wir die Landstraße, ein bisschen Regenwald abgreifen. Man gönnt sich ja sonst nix. Durchgemooste Bäume, Lianen, das volle Programm. Thomas meint sogar Pilzsammler erspäht zu haben und nutzt bei einem kurzen Fotostopp seine Chance. Und tatsächlich – nach 1-2 min kommt er mit einem Champignon um die Ecke. Es soll mit den beiden aber nicht sein: weitere 1-2 min später fliegt der Pilz in tausend Stücken den Berg runter. Thomas heiß geliebte Trekkinghose, die zum ersten Mal zum Einsatz kommt und seine Nikes bedanken sich 😀 


Aber dann: Wir fallen am frühen Mittag im unaussprechlichen Humahuaca ein. Unser Ziel: Irgendjemanden finden, der uns den „little drive“ Weg von dort zu Victors Geburtsort – mit noch irrerem Namen – und der dazugehörigen bunten Bergkette erklären kann. Gar nicht so einfach. 90% der Ureinwohner starren uns einfach nur an, als hätten sie noch nie nen Polo oder Europäer gesehen. Die retlichen 10 können mit dem mysteriösen Ortsnamen nichts anfangen. Läuft. 😀 Wir wollen gerade weiter, da meldet sich doch noch jemand zu Wort. Das Problem: Es ist nicht entschlüsselbar. Auch die 15 anderen Wörter, die der Gute pro Sekunde von sich lässt nicht. Mit Händen und Füßen ist nach 5 min klar. Der Typ mag uns helfen und will uns an irgendeiner angeblich nahgelegenen Straßenkreuzung zeigen, wo wir hinmüssen. 😀 Ihr wisst ja, wie die Mutter der Porzellankiste so drauf ist… drum folgen Rici, Thomas und ich ihm zusammen. Mathias hat den Part, uns im Auto zu bleiben und uns zu folgen. An der Kreuzung angekommen betont, nennen wir ihn mal wieder Pedro, ca. 20 mal, dass der Weg „muy complicado“ sei. Wir sollten daher unbedingt einem hombre im Auto folgen. Rici und ich gucken uns nach 2 min zuhören an. „Sag mal von welchem hombre redet der denn die ganze Zeit?“ 😀 Doch auch das kriegten wir raus, während Mathi inzwischen im 30 sek Takt aufgewühlt aus dem Auto bölkt, was denn gerade umgefähr  passiere. Die Situation: Andere Touris haben bei seinem Freund eine Tour zu dem Ort gebucht, wir dürfen uns einfach für die Autofahrt hinten dran klemmen. 

So weit so gut der Plan, hätte es sich dabei nicht um einen 4×4 Jeep eine absolut abenteurliche Schotterpiste gehandelt xDD Ich muss Kennern bestimmt jetzt nicht erklären, dass wir den Jeep keine 10 min später verloren haben. Wir sind auf uns allein gestellt. Wie war das noch: Rio passieren? Check. U-Fahren? Joa kommt hin. An irgendwas blanco rechts ab? Hm ein heller Friedhof und eine Straße nach rechts. Schön uns alles hingebogen, dass wir uns bestätigt fühlen – und ab gehts rechts runter. Schlechte Idee. Die Szenerie ist 1a, richtig heftig wie im Western und die bunten Berge sehen wir auch am Horizont. 

Aaaaber: Die Strecke wird immer schlechter. Krasse Bodenwellen, bei denen wir bei Schritttempo für unseren Unterboden beten, Steinbrocken auf der Fahrbahn. ajajaj. Ein Schild auf dem so viel steht wie „3km… Wir erwarten dich“ und Rinderschädel am Straßenrand machen’s nicht besser. Vor allem für Rici nicht. Augen zu, Luft anhalten, ja sogar Po zusammenkneifen hilft nicht. Der Bauch sagt FALSCHE RICHTUNG! Und dann sie Gewissheit. Statt vor einem Berg stehen wir vor einem Esel und einem kleinen Farmerjungen mit Pet-Flaschen-Plastikring im Mund. Sackgasse. Rici ruft den 10-jährigen „Senior“ xD zu unserem Fenster. Der besteht weiter auf seinen Plastikring im Mund und denkt gar nich dran, den rauszunehmen und nuschelt uns einen vor. Aber wenigstens hilfreiche Infos. tja, wer hätte das gedacht, wir hätten ganz oben nicht rechts abbiegen drürfen. whoops. Außerdem redet er immer vom einem punto, an dem wir vorbei müssen. mh. Was heisst n jetzt schon wieder punto oder punta, Sarah auf spanisch: „Was heisst punto/punta, kannst du das näher erklären?“ Junge: „Nö.“  Sarah: „ist das n Brunnen Rici?“ Rici: „es com agua?“ Junge: Keine Reaktion. Wir beide: Prust, wohl er nicht 😀 Naja Punto hin oder her, wir bedanken uns nett und drehen um. Boah was muss der sich gedacht haben. Kommen da die super Touris peinlich aus dem Bilderbuch mit Sonnenbrille an und fragen am Arsch der Welt, wp denn jetzt die montanas coloradas seien. 😀   

Und ja, wir haben diese verdammten Berge noch gefunden. und ja, es hat sich mehr als gelohnt. Gebt euch diese Bilder! 🙂 



Da oben war echt super dünne Luft und ganz ungewöhnliches Licht. Bei über 4000m Höhe auch kein Wunder. Wir haben vll gehechelt beim Erkunden. Aber das war’s Wert. Auf dem Rückweg haben wir noch sowohl ein kleines Kind als auch den Argentinier, der uns Eintritt für den Aussichtspunkt angenommen hat (keiner weiss, ob das private Taschengeldaufbesserung oder offiziell war), mit einem Foto erquickt. Und auch hier war die Landschaft wieder Bombe. Daher müssen wir uns wohl bei Victor bedanken 🙂

 

Improvisieren in Salta

Gut, dass das Wetter gerade heute eher mau war – der erste Tag in Salta ging nämlich komplett für die Organisation drauf. Auf unserer to do Liste: Geld-Nachschub, Mietwagen und den Bus-Transfer nach Atacama initiieren. Lustig war’s trotzdem… Richtig beschämend fiel gleich unser Auftritt am Haupt-Plaza der Stadt aus. Da hatte die nette Hostel-Frau uns den super Geheimtipp unter den Wechselstube gegeben, winkt uns der zugehörige Typ vor dem Laden einfach schon aus gefühlten 200 m mega eifrig zu. Frei nach dem Motto: „Ha, Touri-Deutsche auf 12 Uhr!“ xD Und das ohne weisse Socken…

Am Busbahnhof wurden wir weniger euphorisch empfangen, dafür aber treu begleitet. Und zwar von einem Hünda. Nach einem Foto, das ich von ihm in einer ramponierten Garage gemacht hab, ist er uns fast ne Stunde nicht von der Seite gewichen. Aber total süß: Der blieb immer nach seinen Harakiri-über-Rot-Ampel-Überquerungen stehen und hat brav auf uns gewartet. Am Ende hat er uns sogar in den richtigen Terminal geführt, der kennt das Spiel 😀 Bei dem Versuch, unseren Mittwochs-Transfer zu organisieren hat er dann aufgegeben. Wir allerdings nach ner halben Stunde auch. 15 kack Unternehmen und keins fährt, wann wir es brauchen. Kacke… Naja, jetzt haben wir perfekt umgeplant. Bleiben einen Tag länger in Salta, dafür haben wir in Atacama einen weniger. Die mega Canyon-Landschaft, die uns morgen und übermorgen erwartet wird uns 100pro mehr als entschädigen. 🙂 


Das sagt auch Viktor, unser übertrieben netter Art Betreuer des Hostels. Er hat uns 1000 Infos für unseren 2-Tages-Trip in den Norden gegeben – und selbstgemachte Enpanadas (nach Rezept von Oma)! Das Hostel, in dem wir untergekommen sid, hat zwar keinen Pool, ist aber noch deutlich cooler als unser erstes in Iguazu. Mit nem Innenhof, einer ausnahmsweise voll funktionsfähigen Küche 😀 und richtig charmanten Betten lässt sich das echt sehen. Dazu gibt’s nen gemütlichen Essraum, der in Kombi mit unserer improvisierten Gourmet-Gemüse-Pfanne und dem Malbec Restaurant-Feeling versprüht. Als i-Tüpfelchen haben wir heut keine anderen Leuts auf dem Zimmer. Eine nette Abwechslung nach einem Magen-Darm-kranken Franzosen mit hyper Stinkefüßen xD Das war zu hart…. 😀 😀 

 














 



Mal vom Hostel abgesehen ist Salta auf jeden Fall super lohnenswert und mal wieder kameratechnisch super imteressant. Uralte Autos, marode Häuser: alles dabei. Mein persönliches Highlight ist allerdings die Einkaufskorb/-wagen Kombi, in die ich mich verliebt habe. „Ich sag euch Leute, das ist die Zukunft“ 😀 Ich will sowas auch Zuhause!! Wenn man allerdings ein ganzes Schaf inklusive Zähne mitnehmen möchte, kommt man damit nicht weit. Also bei Fleisch scheinen die echt keine Schmerzgrenze zu haben. Und ich dachte das Gehirn wär schon der Bringer… 😀

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Weg zum Mietwagen war heut besonders lang – daher fallen wir nun kaputt ins Bett. 6 Läden haben wir abgeklappert und Angebote eingeholt. Herausgekommen ist ein schnieker Golf, also alles richtig gemacht :)) Da kanns morgen früh voll ausgestattet auf’4000 m Höhe gehen. Wir sind gespannt. Bei dem Geh-Marathon sind wir außerdem noch an ein paar stilechten Ecken vorbei gekommen, die wir’euch natürlich nich vorenthalten 😉

 

Voll die Explorer

Wasserfalldusche, Krokodile, Zigeuner-Ruinen: Gestern wurd’s super abenteurlich – und noch besser als der Auftakt! Um 8 ging’s los auf Tour mit Diego. Herrlicher Typ 😀 – tiefenentspannt und unübertroffen in Sachen Dramaturgie. Das sah im Nationalpark dann ungefähr so aus: Düdüdüp… Informationen, Informationen … mehr oder weniger spektakuläre Info, Blick über die Ray ban Sonnenbrille: „Mhhhhhh“ (langsames Kopfnicken) xDD Dann kurze rheotrische Pause und zack, schlendert er mit seinem weißen, exklusiven Sonnenschirm weiter durch den Dschungel. Doof aus der Wäsche geguckt haben wir bei seiner Tour-Einleitung. „Jaaa. Perfekte Bedingungen heute, es ist schön kalt. Nur 33 Grad im Schatten. Seid ihr den 47 ja noch mal entkommen.“ Puh.

 

Auf der Tour hatten wir mega Glück. Es ging über kleinere Trails von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Und auf denen gab’s einiges an Tieren zu sehen (im Gegensatz zur Safari-Tour, die später folgte, auf der wir nicht ein Viech gesehen haben. Selbst für ne angebliche Eidechse hat der Fahrer angehalten. Die dann natürlich keiner so richtig erspäht hat. :D) Hier gab’s stattdessen nen Krokodil, Tukan, genmanipulierte Riesen-Schmetterlinge … und natürlich den südamerikanischen Nasenbären, der immer super penetrant an das Essen der Touris will und mit seinem Ekellappen alles abschleckt. 🙂 Das aller coolste waren aber die Adler am Himmel. Da schaust du auf diese Wasserfälle, die grünen Bäume und Buchten – und überall kreisen die über einem. Mathi und ich fanden, das könnten auch gut Flugsaurier sein. Was für ein verhängnisvoller Fehler, dass die anderen da zustimmten und Jurassic Park zur Sprache kam. Den Rest der Tour gab’s gratis Soundtrack-Gedudel von Sari xD

Nach dem Panorama-Blick von oben ging’s für Tom, Mathi und mich dann per Speedboat direkt an die Wasserfälle (Rici hatte das schon beim letzten Mal gemacht und hat daher mit Diego gechillt :D). Ein mega witziges Unterfangen. Alles bis auf die wasserdichte Action-Kamera abgegeben und wusch gabs einen Splash nach dem andereren. Wir haben dann immer versucht, raufzugucken, um diesen geilen Anblick einzuspeichern. Aber du hast einfach nix gesehen, kurz weiss und dann blankes Augenzukneifen. Wir alle sahen aus wie so Maulwürfe, voll lächerlich. xD


 

Wieso wir am ENDE der Tour noch ne 50 min Pause (an ner Fressbude) gemacht haben, weiss wohl nur Diego bzw. seine Provision. Nach ein paar Enpanadas ging’s jedenfalls zurück zum Hostel. Weil Thomy und ich nich das dritte Mal Sandwich hinterinander essen wollten und wir noch Bock rauszukommen hatten, sind wir dann noch in den Ort gefahren. Das stellte sich dann im Endeffekt auch als größeres Abenteuer heraus. Schon bei der Hinfahrt wollte der Taxi-Fahrer uns am Ende der Fahrt wieder bescheissen. Diesmal sind wir stur geblieben und haben nur das bezahlt, was abgemacht war. Fand der nich so cool und drohte uns mit Policia, Policia. Soll er machen, dann bestätigen die ihm doch nur, dass er nen Betrüger is 😀 Hatten noch kurz Verfolgungswahn, dass die Hood sich mit einem Drive-By-Shooting rächt. Blieb aber alles ruhig und wir suchten unseren Supermarkt wie geplant. 😀 Die Stadt war schon übel abgefucked. Alles runtergekommen, Schulhöfe wie Hundezwinger. Das traurigste ist, wie so kleine Zigeunerkinder zum Verkaufen von Quatsch-Baum-Skulpturen weggeschickt werden. Hatten die morgens schon am Pool. Um kurz vor 7 sind die uns dann in der Stadt auf ihrem Nachhauseweg entgegengekommen. 😡 Genau wie irre Kids, die Planking aufem Motorrad bei 100 kmh machen. Liegen die einfach komplett auf dem Bike wie Superman. Völlig gaga.


Auf dem Heimweg haben wir wieder irre viele unfertige Bauten gesehen. Die haben hier wohl als 2001 alles zusammengebrochen ist währungstechnisch alles stehen und liegen gelassen. 1995-1999 entsprach 1 Dollar noch 1 Pesos, wir haben jetzt für einen Dollar ca 12,5 Pesos bekommen. Das muss man sich mal reinziehen. Eine riesige Ruine war direkt an der Hauptstraße. Da war klar, wir müssen einen Blick riskieren :)) War schon etwas gruselig. Aber hat sich mega gelohnt die Erkundungstour. Thomas und ich würden auf jeden Fall gute SWATS abgeben. Das Räumesichern haben wir jedenfalls drauf 😀



Iguazu, Iguazu, Iguazu!!!

Wohooo, was für ein Volltreffer bei unserem ersten Off-Road-Stopp. Iguazu ist der Hammer! Heut morgen saßen wir noch richtig zerknautscht im Flugzeug: Thomy am Schimpfen, weil er sich mit seinen Go-Go-Gadgeto-Beinen voll im Sitz des Vordermanns befand. Der Rest von uns ab Ablästern, weil wir einen Zwischenhalt gemacht haben, um weitere Leute einzusammeln 😀 Verhältnisse wie auf den Straßen von Buenos Aires, wo Bushaltestellen keine Haltestelle geschweige denn – schilder besitzen und man die Busse zusätzlich an jeder Ecke per wildem Gewinke anhalten kann. 

Einmal angekommen, ging alles schneller als wir gucken konnten. Über die kürzeste Landebahn, die ich je gesehen hab, haben wir zwischen Palmen und Lehmhügeln an sonem roten Backsteinnaus aka „Terminal“ angedockt. Gepäck und Abholservice, rums. Nach ein paar Minuten Fahrt hält der Fahrer an einem richtig coolem Ressort an. Dicker Pool, coole Bungalows…. Wir ärgern uns schon, dass Vatter Manfred seinem Sohn was gönnt, weil wir auch gern hier residierenmwürden, da reißt der Chauffeur die Tür auf uns keiner reagiert. Weder Manfred noch sonst wer. Stattdessen stellt sich heraus, dass dies das Hostelinn sein soll. Unser Hostel, läuft. 

Vor dem Ausflug auf die brasilianische Seite der Wasserfälle gibt’s eine Session am Pool – bester Einstieg in die Backpacker-Phase. Aber dann …  Grenzübergang nach Brasilien, ab in den Nationalpark, um die erste Ecke des Walking-Tracks und… sprachlos. So weit du gucken kannst Wasserfälle, zum Teil 70 m hoch. Mathias und meine Spiegelreflex sind voll ausgelastet worden. So viel steht mal fest. Das einzige Auuuaa am Tag: Da krieg ich im Dschungel, am Wasser dank unseres Sprays keinen einzigen Mückenstich. Sind wir zurück am Hostel, sofort mal 6 Stück in 5 min an der Poolbar kassiert. Deh xD 

Safety first

So wird man doch gerne geweckt. Tag 2 in Buenos Aires begrüßt uns um 5:30h – und das ohne Jetlag. In unseren Kokons haben wir 1a spartanisch auf nem freien Bett voller Farbkrümmel gepennt 😀 Allerdings wär ich gestern glaube ich auch auf einer Groß-Baustelle eingeratzt. Thomas, der Mathias und mich mehrmals sanft überzeugen musste, die Embryonalstellung auf dem Sofa zu verlassen, kann das sicher bestätigen.

Frohen Mutes ging’s direkt nach dem Frühstück in ein gediegenes Viertel. Die Erkenntnis des Morgens: Es ist nicht unbedingt safer, ein offizielles TAXI zu besteigen. Warum? Wir setzen uns hinten rein: Keine Anschaller (eigentlich überhaupt nicht der Rede wert, da Standard). Keine Kopfstützen auf der Rückbank (joaa). aber hmm: Irgendwas sieht doch komisch aus, oder? Hat die Rici vorne einfach auch keine Kopfstütze am Beifahrersitz… xD Das sieht bekloppt aus, sag ich euch. Die blinkende Motorleuchte und die komplett leere Tankanzeige rundeten das Bild ab. Hier wird die Verkehrstüchtigkeit gelebt. 

Einen Faible haben die Argentinier anscheinend auch dafür, super protzige Objekte zu bauen, um sie dann verrotten zu lassen. Gut für uns – denn das beschert uns ziemlich coole Fotos. Unsere heutige Ausbeute: der Friedhof der Reichen in Recoleta. 

 

 

Zu unserer Überraschung gibt’s aber auch total viele Grünflächen und schöne Parks. Nach längerem Märschen durch die Straßen, die in Ricis knallharter Jogging-Welt immer nur „ein paar Minuten dauern“ :D, belohnen wir uns hier und da mit einer kleinen Siesta. Wir sind schon Würstchen – das muss noch besser werden :)) Zur Stärkung gibt’s permanent irgendwelche mega leckeren Snacks. Hier kann man sich als Fleischfresser echt an jeder Straße austoben. Abends haben wir jetzt einmal gekocht und einmal im Restaurant gegessen – so oder so, rausgekommen sind natürlich Steaks. 😀 Aber was für Dinger! Riiiiichtig zart. Etwas unkonventionellere Fleisch-Ideen haben die Argentinier zwar auch im Petto. Gehirn und Dickdarm muss dann aber doch nich so sein… 


Zwei gute Stories gibt’s noch zum Thema Wein, das soll’s dann für heute gewesen sein 😉 Nr.1 – kaum peinliche Szene im Restaurant. 😀 Wir sind in nem richtigen Schicki-Micki Steakhouse (Don Julio) und bestellen die billigste Flasche Fusel-WEISS!-Wein, die wir erspähen können. Kommt der Ober an mit Weinhalterung, Kühlung, allem drum und dran, präsentiert Rici die Flasche und lässt sie vorkosten. Wie unangenehm 😀 Das Testurteil: süß, fruchtig und süffig. Genau unsere Liga, Herr Oberkellner… xD Zuhause haben wir das Ganze noch übertroffen und nen Wein für umgerechnet 1,20 € gekauft. Kommt zum Öffnen das extra mitgebrachte Taschenmesser zum Einsatz – whoops Korken zerfleddert und richtig in der Flasche am Abkrümmeln. Was macht Thomy? Holt n fettes Nudelsieb aus der Küche und schenkt uns gefiltert ein. Natürlich mit ner Glas-Tisch-Quote von 1:2 :DDD Aber hat dann wohl gemundet…

 

Gute Lüfte

 

Juhu! Nach gut überstandenem Flug mit „Komfortsitzen“, die auf 1,50 m große Italiener ausgerichtet sind – inklusive Kopfstützen, die am 3. Halswirbel abschließen :D, sind wir mit Hilfe der Unteregrund-Taxi-Szene endlich bei Rici angekommen. Bester Move vom Taxifahrer bei der Ankunft: „Nee, arg. Pesos (wie vereinbart) bringen mich nicht weiter, ich nehm nur Dollar!“ xD Welcome to Buenos Aires. Zack, rauf in Ricis altes Apartment im 22. Stock. Kaum übertrieben, der Ausblick. 

 

Unser Programm für den ersten Tag: klar kommen, Geld tauschen und das Boca-Viertel. Und statt groß zu erzählen, lass ich an dieser Stelle einfach mal die Bilder sprechen. Auch deshalb, weil wir schnell das Apartment räumen müsse. Der Landlord war von unserem Plan nämlich nicht gerade hellauf begeistert. Egal heute Nacht brauchen wir keine Unterkunft, weil es direkt weiter zum Flughafen und von da nach Iguazu geht. 🙂 

 

 

Auf ein Neues!

Leute, es geht wieder los. Mission Südamerika ist gestartet – und wie…. 😀 Ok es war generell töricht anzunehmen, die Ereignisse würden uns erst in Argentinien einholen. Aber, dass es gleich zu Beginn schon wieder so verrückt wird. Herrlich! 

Der erste Schock schon gestern, bevor es eigentlich überhaupt losging. Da steht man um halb 8 nichtsahnend vor der Fritteuse, um die Hobbit-Frikandel-Nacht einzuleiten (man muss seinen Abschied ja gebührend feiern), da passiert es. Beim obligatorischen „gucken wir noch mal nach unserer Flugnummer, das macht man halt so“ stellt sich heraus: Unser Flug existiert nicht. Puls. xD Alitalia, unsere Airline, hat schon Feierabend – meine Lieblingskollegen von fluege.de müssen helfen. Argh! Nach 20 Minuten Warteschleife hab ich jemanden am Ohr. Ähm ja… „Ich habe da ein recht dringendes Problem.“ Fazit: Flug 1/2 nach Rom wurde einfach mal 7 Stunden vorgezogen. Darüber sei ich selbstverständlich 8 Monate nach meiner Buchung bzw. 2 Monate vor Abflug in einer Spam-Mail, die 10000 sinnlosen Newslettern gleicht, vorbildlich informiert worden. Gut zu wissen. Der Herr am Telefon rät uns etwas früher als gewöhnlich am Flughafen aufzuschlagen. Schließlich hätten wir praktisch gesehen falsche e-Tickets. Wer käme schon auf die Idee aktualisierte rauszuschicken? xD Also neuer Plan: 20h Hobbit 2, 24h Hobbit 3, 3-4h nach Hause kommen, 6 Uhr spätestens Richtung Frankfurt. Läuft. 

9:30h. Wir finden Terminal 2 und durchqueren nach überstandener Schnee-Attacke und 3-4 Staus das komplette Parkhaus. Ne halbe Stunde später stehen wir 1,5 Stunden vor Abflug leicht angeschwitzt, bzw. eher well done, am Schalter. Unsere Hoffnungen liegen auf einem Freaky-blaue-Huskyaugen-Asiaten, der alles gibt. Er müsse da mal „ins System“, sagt er und läuft in einen Raum neben dem Damenklo 😀 5 min später kommt er zurück und erlöst uns, wir haben die Boardtickets. Hui, check. Noch mal gut gegangen. 

Nach leichter Aufregung am Wechseltschalter über den krüppeligen Wechselkurs und die dazugehörige quieckende Chinesin ohne Mikro sowie aufwühlenden Verabschiedungsszenen geht’s in den Security Check. Und zwar in einen mega Hardcore-Security-Check. Eine Dame bittet mich höflich hinter einen Sichtschutz, weil meine Hosenknöpfe eskalieren und geht ab. Einem beherzten Boobie-Grabscher folgt ein abgehacktes, „ich fass da mal kurz rein“ (in den Hosenbund). Aaaachhhaa 😀 macht man das heutzutage so? Abgefahren. Aber safety first.

Auf dem Weg zur Fliegertreppe geht’s ein letztes Mal durch den Regen und die Arschkälte. Bäm, jetzt geht’s vom kuscheligen Kinosaal, durch den Schneeregen in die Sonne 🙂 Vom Flug bekommen wir nur ein Getränk bei vollem Bewusstsein mit, der Rest wird vorbildlich verschlafen. Einziger Wehrmutstropfen: Wir kommen tragischer Weise im Römer-Transitbereich nicht an die Luft, irren 6 Stunden – bestimmt kilometer auf der Suche nach einigermaßen sinnvollem Zeitvertreib abseits der Toilette – umher und halten uns mit Mcces, einem Dosenbier für 4,30 von einer super mürrischen Italienerin und Handy-Lade-Stationen bei Laune. 

Highlight ist ganz klar Mathias‘ und Toms Kampf gegen das gemeine dauerabspülende Klo, das nicht zu zähmen ist, jedoch nie abspült, wenn man es braucht xDD Begeistern tun hingegen die vollautomatischen triple Wasser-, Seife- und Luftspender. haha…

In genau einer Stunde wird endlich für den großen Flug geboardet, in zwei Stunden dann hoffentlich pünktlich gestartet. 🙂