1000 Nadelstiche!

Ajajajaj, das neue Jahr beginnt im Sinus-Mode. Hoch- und Tiefpunkte garantiert – man könnte eine Uhr danach stellen. 😀 Nachdem wir den 00.00h Schock überwunden hatten, positive Überraschung am Morgen. Die Sonne scheint: endlich nach drei Tagen Regen-Marathon! Wir packen uns, checken aus und gehen Spazieren. Taxi kommt ja erst um 16h. Volltreffer! Der See und die Berge haben sich zum Abschied noch mal richtig aufgetakelt. Glasklares Wasser, blauer Himmel: beste Voraussetzungen für eine Foto-Session.

An unseren Outfits seht ihr, sooo warm war’s nicht. Also haben wir uns auch nix dabei gedacht, 40 min am See ein kleines Nickerchen zu halten. Großer Fehler, wie sich 2 Stunden später herausstellt. Thomas und ich sind rot wie ne Tomate. Im Übernacht-Bus bilden sich dann erste Bläschen auf meiner rechten Gesichtshälfte. Ich fange an, mich aufzulösen. Die Strafe für Sonnencremeverräter. Fuck, Thadhäus. Ich bin ne Pfirsichbacke und hab 1000 Nadelstiche – aber im Gesicht und nicht auf meinem kleinem Ärmchen.

 

Wieder ein paar Stunden später zeitweilige Erlösung. Nach spontanem Buswechsel und einem Kampf mit dem völlig außer Kontrolle geratenen TV-Bildschirm, der uns penetrant anleuchtet, schlafe ich ein. Doch das Glück hält nicht ewig. Ich wache von einem heftigen ylärm auf. Das hört sich doch an wie…. ein Wagenheber xD Ich frage Mathi, was passiert. Ganz entspannt haut der rein: „Wie? Das merkt ihr jetzt. Wir stehen schon seit 2,5 h hier. Wir haben nen heftigen Reifenplatzer.“ Ne, das muss ich mir angucken. Tatsächlich. Unser Busfahrer steht mit Kippe vorm Radkasten und guckt drei Männern beim Schuften zu 😀 Wir stehen mitten in der Pampa, Sonnenaufgang, Regenbogen. Das ist doch ein Witz. Kriegen wir noch nen Panorama-Ausblick beim Liegenbleiben. Und ich nen Busch, der 1000mal verlockender ist als unsere zugepinkelte „Bustoilette“. Nach insgesamt 3,5h geht’s weiter. Wieder wird wild drauf los geschlafen. Gut, dass wir heute nur noch organisieren und essen müssen. Zu mehr bin ich als vermummtes, stöhnendes rotes Knäul nicht zu gebrauchen. Puerto Madryn ist für mich heute erstmal nur Labor-Gebiet für diverse Salben-, Quark und Cremebehandlungen. Aber morgen geht’s zu den Tieren, da gibt’s dann hoffentlich nur Positives zu berichten. Ua., dass mein Gesicht noch dran ist xD



„Silvester“ in Bariloche

Nach unserem aufbrausenden Tag in Puerto Montt war relaxen angesagt. Kein Ort hätte sich dafür besser angeboten als Bariloche. Hier wird schweizer Ski-Dörfchen Atmosphäre perfektioniert. Holz so weit das Auge reicht, übertrieben leckere Schokolade, Berner Sennenhunde mit Fässchen um den Hals. Sicher, dass wir noch in Südamerika sind? Auf der großen Promenade am Bummeln auf einmal – „intercambio, intercambio, change, money, dollar, euro?“ – sofort krabbeln die aufdringlichen Bluemarket-Schmierlinge aus ihren Löchern. Sagste nein fahren sie richtig auf: „Skydive? Chocolate“ – sie können alles besorgen. Alles klar, wir sind in Argentinien… 😀

Highlight des Orts ist aber der Nationalpark, der 7 Seen, Berge, Wasserfälle und und und bietet. Schade, dass das Wetter so schlecht ist – und wir auch immer noch übertriebenen Muskelkater haben. Ne große Wanderung ist da nicht drin. Aber wir haben ja unsere super Hostel-Frau, die nicht nur das unmögliche möglich macht, nämlich vier Betten an Silvester, nein, sie hat auch eine Lösung für unser Dilemma. Horse-Riding. Nichts tun, aber rumkommen und durch die schöne Gegend gucken. Das klingt nach uns! xD Mathias ist dennoch skeptisch. Ich, auf einem Pferd sitzen, was soll da denn bei rauskommen? 😀 Natürlich sitzt er um 16h als erster auf einem kleinen verfressenen Schimmel. So gut. Alle paar Meter bleibt der stehen und vergeht sich an Büschen, Bäumen oder Blumen. Weil er alle aufhält, trabt er danach immer ein Stück und macht Tempo, um dann den Vorsprung wieder zum Fressen zu nutzen. Cleveres Pferd. 😀 Das entsprechende Video kann ich euch leider grad nicht präsentieren, aber direkt auf dem Vorschaubild seht ihr ihn links schon in typischer Position. 

Mein Pferd (im Vordergrund) war aber auch nicht weniger dusselig. Erstens dachte ich das stirbt auf dem Weg an Altersschwäche oder Langeweile. Das hatte nämlich gar keinen Bock und hat super rumgechillt. Das beste waren aber seine Blähungen. Da krieg ich den in den Trab, ich feier mich total ab… und dann bei jedem auf und ab voll den lautem Pups, 1a getaktet. Mein armer Hintermann! xD Hat aber super Bock gemacht, es ging total offroad über Bäume, Steine, Abhänge. Die mussten schon ganz schön Ackern. Belohnt wurden wir am höchsten Punkt mit einem mega Ausblick über den größten See, der leider auf dem Handyfoto nichtannähernd rüberkommt. Thomas ist laut eigener Angaben vor Begeisterung fast vom Pferd gefallen. 

Während ihr schon fleißig am Feiern seid, versuchen wir unsere Silvester-Routinen iwie südamerikanisch zu antizipieren. Raclette ist unmöglich. Was dauert denn noch lange und bietet eine Art gemütlichen Bastelspaß über Stunden? Dann die Erleuchtung – Empanadas. Teigtaschen gefüllt mit – was immer du willst. Gesagt, getan. Unsere Tafel lässt sich schon sehen. Haben uns zwar voll verkalkuliert, da wir alle nach 2-5 Stück satt waren, aber 12 pro Person gekauft haben. Hupala, das gibt morgen aber nen Restefressen.. 😀 Was dann kommt, ist allerdings eigentlich nicht mal einen Bericht wert. Ganz Bariloche pennt, bzw. sitzt leise, ohne Musik oder irgendwas in Restaurants. Keine offiziellen Partys, keine Housepartys, eine einheimische geöffnete Discos, keine einzige geöffnete Bar. Und jetzt kommt’s – kein Feuerwerk. Was ein Nuts, nicht mal in unserem Hostel ist was los. Um 12 stoßen wir mit den 8 Spaniern in der Lobby an, das argentinische Fernsehen kann sich bei der Uhrzeit nicht festlegen und verpeilt den Countdown. Nice xD Um 0.15h gehen wir etwas beleidigt ins Bett. Wir sind ja noch durch den ganzen Ort getingelt, aber nada. Gut, dass wir die letzten Tage total auf diesen Tag ausgerichtet und alles umgefriedelt haben, um hier die fette am Party im Touriort am See zu haben. Wir versuchen’s mit Humor zu nehmen. Tatsächlich um 00.50h werd ich aus dem Halbschlaf gerissen. Irgendein vermeintlich verrückter Ausländer zündet doch noch ein kleines einminütiges Feuerwerk direkt vor unserem Fenster. Da war Dieters Video aus dem Efeuweg aber deutlich imposanter :DD Was will man machen…