einen anderen Titel kann es für das erste Kapitel Yucatan / Quinta Roo nicht geben. 😂 Ihr werdet im weiteren Verlauf des Eintrags verstehen, warum.
Anfangs lief noch alles relativ unaufgeregt. Um den Tag zu überbrücken, bis Rici landet, hab ich mich auf der kleinen süßen Insel Isla Mujeres einquartiert. Einmal um die Insel gefahren, war schnell klar: Genialer als im Hostel Nomads ist es nirgends auf der Insel. Also rein ins Fatboy-Ventilatoren-Nirvana an der Caribbean Sea und die Seele baumeln lassen.

Übel war nur, dass eine Französin direkt neben mir aus dem Nix nen epileptischen Krampfanfall hatte.
Hatte sowas noch nie zuvor gesehen und dachte echt, die kratzt uns ab. Blaue Lippen, Augen komplett weggerollt, gespuckt und Geräusche gemacht wie beim Exorzisten. Standleitung zu Medic Alex über Whatsapp hat geklärt, nach 15 min gings ihr wieder gut. Herbe, das wünsch ich echt keinem.
Abends schlenderte ich mit ipad gemütlich zur gratis Spaghetti Bolognese, um danach meinen Blog zu tipseln. Tja, Rechnung nicht mit Jack und Jackson gemacht. Das Aussie-Duo war so witzig, dass ich mich direkt angeschlossen hab. Die hatten schon eine Partyfraktion in den letzten drei Tagen etabliert und so saßen wir da zu zehnt am größten Tisch, den der Strand zu bieten hatte. Und als Partyhostel hat man sich nicht lumpen lassen, was die Ausstattung angeht: Beerpong, gratis Shots, Kartendecks für Trinkspiele – alles da. Das ipad hab ich spätestens nach ner Stunde evakuiert. 😂 War auch besser so, meine Schuhe habens nämlich zB nich mehr nach Hause geschafft. Die musste ich am nächsten Tag vom Stuff abholen, weil ich die iwo auf dem Weg zum nächtlichen Gruppen-Baden im Meer zurückgelassen habe. 😄
Highlight war aber die Pizza-Bestellung um 23:30, die ich mir als Lebenserfolg in die Vita schreiben kann. Da schon bedüselt angerufen, für die ganze Meute bestellt und den armen Mann an der anderen Leitung auf spanisch überredet, dass er doch mal ne Ausnahme machen kann und uns die Teile nach Lieferschluss noch rüberfahren kann, direkt an den Strand versteht sich. 😂☝🏼 Es gab noch eine herbe Konfusion, weil ich das Wort Kruste nicht kannte und sich das Gespräch deshalb zwischenzeitlich 5 min im Kreis gedreht hat. Und wir immer nur beide wie ein Papagei wiederholt haben, was der andere gesagt hat. Plus: qué? Was? 😂😂😂😂 Aber alle 5 Pizzen kamen mit dem richtigen Belag – und was für Prachtexemplare. 😍 100% gutes Fett.

Trotz trinkintensiver Nacht haben wir unseren Suffplan durchgezogen und mit vier Mann um 6 Uhr morgens den Sonnenaufgang am südlichsten Punkt der Insel geguckt. Mega cooler Ort auch.

Aber dann: Rici abholen in Cancun. Ich sie erstmal 20 min nicht gefunden, dass mich die Sie-Dürfen-hier-nicht-Parken-nur-kiss-and-fly-Security, weil sie schon Mitleid hatte, in den abgesperrten Bereich durchgeschleust hat. Am Ende waren glaub ich 10 Leute via Funk involviert. Aber iwann hab ich sie dann tatsächlich erspäht und eingesackt. 😂
Also zack los zur ersten Station Valladolid. Ja schade nur, dass wir ungefähr ne Stunde im absoluten Nichts fahren und dann ein Schild kommt, nächste Tanke in 136 km. Kurzer Blick auf die Tankanzeige – 1 Strich, Reserve gleich an. Sarah Zoche natürlich NICHT vollgetankt, als sie die Karre 1/4 voll bekommen hat. Hat halt anscheinend dann nur nen 40l Tank. Herzlichen Glückwunsch… 😅
Aber aufgeben ist ja nicht drin. Think, think, think. Was machen? Wäre so ungefähr die ungünstigste Stelle, um Liegen zu bleiben. 😂 Da war nämlich überall nur Jungle. Bis auf zwei Dudes, die mit ihrem Roller und Fahrrad aus dem Busch mitten auf diesen Möchtegern Highway gefahren sind, war da eine Stunde komplett nichts. Und wenn ich komplett nichts sage, dann mein ich komplett nichts. Kein Haus, keine Ausfahrt, kein Handynetz.
Problem: Um zurückzufahren, war auch nicht mehr genug drin. Eine einzige Abfahrtmöglichkeit gab es laut Google Maps vor der 136 km Tanke. Nur dass auch das 80 km waren. Immer noch zu weit. Ich wusst nur, ich will niemanden anhalten und nach nem Kanister Sprit fragen müssen, wenn ich schon selber keinen Tropfen mehr drin hab und im Fall der Fälle mich nichmal verpissen und einfach aufs Gas drücken kann. Also Plan geschmiedet, wie wir iwie vorher an Sprit kommen könnten. Direkt den nächsten Fahrrad-Mohikaner aus dem Fenster angebölkt. 😂 Seinem Kauderwelsch zu urteilen, kommt ganz bald eine Abzweigung, da könnten wir versuchen abzufahren und unser Glück versuchen. Aha klingt super. Fahren wir zumindest mal bis da.
Und tatsächlich nach wenigen Minuten eine Art Autobahnkreuz mit Mautstelle. Ich: Was soll der Geiz? Fahren wir ganz rechts auf den geschlossenen Streifen vor und winken nen Aufseher ran. Der sieht nur in mein amüsiertes, etwas peinlich berührtes Gesicht mit Pferdegrinsen und muss schon lachen, bevor es losgeht. „Holaaaaa, perdon. Hay una problema. No temenos gazolina.“ 😂😂😂😂🤷🏼♀️🤷🏼♀️
Und weiter: „Lo siento, no estamos bien preparados.“ Der Typ mit zwei Grillz-Schneidezähnen schmeißt sich weg und winkt seinen Kollegen ran. Nach kurzer Krisensitzung wird beschlossen, dass wir Sprit aus einem ihrer Autos bekommen. 🙌🏼😄 Im Gesicht der beiden eine Mischung aus charmant, dass sie wenigstens auf spanisch artikulieren können, wie blöd sie sind, und ach, diese verrückten, niedlichen Touris ej. 😂
Jedenfalls werden wir angewiesen, rückwärts ein Stück zurück über den Highway zu fahren. Iwas mit coche blanco. Ahja gut, im Rückspiegel seh ich da tatsächlich nen weißen SUV stehen auf dem Sperrstreifen. Und dann zaubert er da echt n Schlauch raus, saugt noch schön an und macht uns 10 l klar. 😂 250 Pesos und 10 muchas gracias später düsen wir davon und weiter bis nach Valladolid ins Hostel. Herrlicher Auftakt. Sind ja nur die ersten 1,5 Stunden unseres gemeinsamen Trips. 😄


Dass wir angekommen sind, hat sich jedenfalls mega gelohnt. Valladolid ist ein super cooles, schönes Städtchen. Wieder mit bunten Häusern, einer krassen Kirche und kleinen Gassen mit super speziellen kleinen Läden. Und genau am Abend war auch noch ein Maya Fest, dank dem unser komplettes Abendessen aus leckeren free Samples bestand. 😄 Coole Ofrendas gab es auch nochmal.








Noch besser als die Stadt sind die zig Cenoten, die alle im Ukreis von maximal 10 min liegen. Höhlen mit Wasser, Lianen, Wasserfällen – wie bei Indi oder Tomb Raider. Teilweise einfach nur sprachlos davor gestanden bzw. drin geschwommen und gedacht: Das kann doch gar nicht sein. Hier die besten Fotos…
Cenote San Lorenzo Oxman




Cenote Zaci



Cenote Suytun



Zugabe muss sein. Also nahmen wir an Tag zwei noch die Las Coloradas mit. Zwei Seen, die nur durch einen Sandstreifen getrennt sind. Eine Seite blau, die andere pink (#Salz). War zwar etwas nervig, dass man da nicht ohne Guide rumlaufen durfte, weil die Angst hatten, dass man drin schwimmt. Nach zähen Verhandlungen (, die wollten uns nämlich erstmal schön übern Tisch ziehen 😂,) hatten wir dann wenigstens statt zwei Gaunern eine sweete Mexikanerin, die vollen Einsatz beim Fotosmachen zeigte. Die kam mit den wildesten Ideen um die Ecke. Profi halt 😀 Dadurch war‘s im Endeffekt mega witzig. Paar Flamingos und ein Fischerdorf gab‘s auch noch. Voller Erfolg.





Einzigen beiden Wehrmutstropfen am heutigen Tag:
1. Wir haben unser Lieblingsgetränk gefunden: Paloma mit Tequila: Wollten uns im Supermarkt schön damit eindecken und haben richtig asi den ganzen Korb mit Dosen vollgemacht. An der Kasse der Zonk – dödööö. An Sonntagen ab 17 Uhr kein Alkoholverkauf mehr. Aha, aber davor die Birne zukippen und 10-jähriges Kind anner Kasse is ok. 😂
2. Speedo-Ukrainer Constantin ging uns herbe auf die Eier. Da war fremdschämen angesagt. 🤣 Labert der uns in seinem rot blauen Eierkneifer an der ersten Cenote n Kotelett an die Backe und schnallt einfach nicht, dass wir so gar keinen Bock auf sein Gesülze haben. Ist dann so geil abgedriftet, dass er Fragen beantwortet hat, die wir gar nicht gestellt haben. 😂 „Ach, und falls ihr euch schon gefragt hab, ich heiss Contantin. Und ich bin übrigens Accountant.“ Achaaaaa und wo ist der Bus…? 😄 Gipfelte dann darin, dass er als unser Essen kam, gefragt hat, ob er sich zu uns setzen kann. Wir dreimal elegant überhört, dann ließ er immer noch nich locker, dass ich mit einem „we would like to have some privacy“ dem Ganzen ein Ende setzen musst. Hat ihn natürlich nicht abgehalten, sich später unten weiter zu blamieren. Erst hemmungslos andere Mädels angelabert, die ihn auch nich so geil fanden, wie er sich selbst. Dann sehen wir auf einmal aus dem Augenwinkel, wie er an Wänden hochklettert, auf Seilen balanciert oder sonstwas. Spacko 😂😂😂 Naja, immerhin wir bepissen uns jetzt grad beim Revue passieren lassen, wenn wir auch nur an ihn oder seine Speedo denken…