Isla Holbox, what can I say? Episches Finish auf Abwegen, würd ich mal in den Raum stellen. 😅
Angekommen auf der Insel, von der alle so schwärmen, bin ich dieses seltsame Fleckchen Erde auch direkt am Feiern. Es gibt keine asphaltierten Straßen und nicht ein Auto. Die sind verboten. Stattdessen rumpeln nur ulkige Golfkarts und Quads durch die Gegend. xD Die Folge: Jede Taxifahrt gleicht einem Abenteuer. Erst recht, wenn es so geregnet und gestürmt hat, dass jede zweite Straße unter Wasser steht. 😄 Kämpfen wir uns mit meinem von Carlos rangekarrten Hausstand da mitten in der Nacht durch die Fluten und das nächste Schlaglocharmageddon. Auf den bunt besprühten Straßen alles am Wuseln und noch Vollbetrieb. Das Wort Vibe muss für diesen Ort erfunden worden sein.





Gleicher Zustand in meinem Hostel, Tribu. Jeden Abend wird Programm aufgefahren. Komme ich die Treppe zur geilen open Air Bar rauf, singt eine tattöwierte Öko-Amy-Winehouse mit Dreadlocks, Stirnband und Ukulele gerade „Don‘t know why“ von Norah Jones auf nem Barhocker, dass es mir die Flip Flops auszieht. Meine Bedienung ist ungefähr die liebste, süßeste und kleinste Spanierin der Zeitrechnung, die mich (wie immer) bargeldloses Stück erst am Ende jedes Abends mit Bierdeckel und Visa zahlen lässt. Unten wird heftigstes Fleisch am Stück gegrillt und ich mit einer gratis Probe nach der anderen überschüttet. Check.

Den herben Bummer gibt’s am Morgen, als ich nach einem erfolglosen Blitzkrieg gegen die bereits angekündigte Mückenkolonie den paradiesischen Strand mit Hängematten testen und hart entspannen will. Seegras, so weit das Auge reicht. Und ein Gestank, poach 😂😂 Da mir kam so vollkommen unvorbereitet echt die Kotze hoch xD Über Kilometer stapelte sich das Zeug, da half auch die gute Gardena-Harke nicht mehr. Mission Strandsäuberung unmöglich. Ein Sturm vor 7 Tagen hatte das ganze Zeug angeschwemmt.


Ja hups, was mach ich denn jetzt meine letzten drei Tage hier? 😄🤷🏼♀️ Beach kannste knicken, Fresse ziehen ist aber ganz sicher nicht drin. Also lauf ich entgegen dem Willen meiner Nasenschleimhäute erstmal tapfer die komplette Küste ab. Immer in der Hoffnung: Iwo muss es doch besser werden. 😂
Wurde es natürlich nicht. Aber: wieso nicht einfach den Strand skippen und die Erholung ins Wasser verlegen? Das sieht nämlich immer noch ziemlich geil und kristallklar aus – und ist auch 100, 200 m vom Ufer entfernt nur ungefähr köchel- bis wadentief. Den letzten Ruck, da einfach mal reinzulatschen gibt mir ein streunender Hund, der zielstrebig in eine Richtung läuft und einfach mal im Meer fischen geht. 😀
Aber tatsächlich, iwann bin ich auf der „Hauptstraße“ angekommen und finde ein paar Pärchen, die ebenfalls Richtung Horizont laufen. Iwas muss da am Ende sein. Und yippie! Nach 1,5 h Aqua-Gymnastik gibt’s zur Belohnung eine Art Lagune mit feinstem Sand, Flamingos und das wichtigste: kein Seegras. Tröööt! 🥳 Da wurd dann also doch noch pradiesisch gechillt, bis sich selbst Sarah iwann dachte: Ok, ich sollte jetzt vll. gehen, sonst darf ich meine beiden Rucksäcke gleich Dschungelbuchmäßig auf dem Kopf tragen. Denn die Flut setzte ein, sodass aus unserer Privatinsel mal kurz ein 3 m Sand-Gürtel wurde.



Rückweg hat tatsächlich funktioniert, für die nächsten Tage musste dennoch ein Plan B her. Denn jeden Tag wollte ich jetzt auch nicht 3h im Meer wandern. 😂 Also die Locals gelöchert, welches Hotel mit fettem Pool einem auch als Nichtgast Asyl gewähren könnte. Und siehe da. Nach einem dutzend Absagen war das Wörtchen „consumar” mein Sesam öffne dich ins Paradies. Unter der Bedingung, dass ich 500 Pesos, also 25 Euro, versauf und verspeise, durfte ich zwei Tage lang im HM Villas abhängen. Ein Traum. Die Zimmer da kosten richtig Asche. Gut, dass ich Hostel-Trottel den reichen russischen Insta-Bitches als Externer für meine läppischen drei Cocktails und Fajitas an beiden Tagen die Bettinsel weggeschnappt hab, weil ich um 9h auf der Matte stand, als die sich noch ihren Kaviar aus den Zähnen pulten und ihre Hydra-Masken auflegten. 😂😂✌🏼




Hier wollt ich jetzt echt am Liebsten gar nicht mehr weg. Mein Lieblingskellner Esteban „Mosquito“ Perez (einfach zu geil der Name 😂😂😂😂) hat mir aber auch jeden Wunsch direkt von den Augen abgelesen und mir richtig den Aufenthalt versüßt. Da ist mein Spanisch nochmal richtig gefordert worden. Nur meinen Namen konnt er sich aufs Verrecken nicht merken. Immer wieder: “lo siento lo siento 🙈 como te llamas? I am so so sorry 😂😂😂” Iwann hab ich dann mal gefragt, wie ich denn seiner Meinung ausseh, also welcher Name denn passender wär. Dann kann er mich ja gern für den Rest des Aufenthalts umbenennen, wenn er sich das merken kann. Haut er ohne zu überlegen rein, ganz klar ne Alejandra! 😂 Gut, als ich dann gedroppt hab, dass mein Bruder praktisch Alejandro heißt, konnt er gar nicht mehr. xD Free Drinks und ein bis vier Abschiedsbiere in Zivil nach Feierabend waren die Folge. 😂 Eine gratis Salsa-Tanzstunde mit anschließender Praxis-Anwendung am Hostel-Salsa-Abend mit Livemusik rundete meine letzte Nacht auf diesem unfassbar geilen Traumurlaub ab.
Und natürlich… wie könnte es anders sein. Wer steht am Steg in Chiquila und muss schon lachen, als er mich mit meinem Über-Gepäck von der Fähre angerollt kommen sieht? Kutschen-Fahrer-Carlos!!! 😂😂😂 Überrascht, dass mein ganzes Fleisch wirklich weg ist, fährt er mich – by the way im gleichen Tshirt wie vor 4 Tagen 😄 – ohne zu fragen wie im Autopilotmodus bis zum Kofferraum meines KIAs und haut rein: „An den kann ich mich erinnern! xDDD Den Kofferraum hätt ich auch in nem Jahr noch wiedergefunden.“ Hahahaha.
Ich hab den Inhalt meines Messi-Kofferraums aber tatsächlich noch in meinen Messi-Koffer bekommen. Nur für einen Flip Flop hat es einfach nicht gereicht. Der musste so, versteckt im
Sonnenhut, unterm Arm bis nach München transportiert werden. 😂 Wegen einer krassen Verspätung des Phillyflugs improvisiert und nach langer Diskussion am Schalter über Miami. Sagt die Checkin Frau iwann so im Nebensatz, ja ups der Flug geht aber schon in 15 min, Sie müssten sich n bisschen beeilen und jetzt schnell den Security-Check absolvieren. Danke für die entspannte Info! 😂 Ich renn mit diesem Hut und einem Flipflop in der Hand wie vonner Hummel gestochen durch den Terminal – bölk Mudder während des Sprints über WA-Sprachanruf noch schnell die neuen Flugdetails ins Ohr. Da ist es wieder, das gute Leben am Limit. xDD

Im Flieger zelebrierte ich dann auf dem Langstreckenflug wieder wohl dosierten Unfug. Nur gepennt, dass ich erst beide Essen verschlafen, mir aber verspätet schnell noch besorgt hab. 😂 Dann will ich beim Frühstück mein Müsli für den Joghurt öffnen und lass ausversehen die ganze Tüte explodieren, sodass das ganze Zeug auf dem Tisch und Schoß meines englischen Sitznachbarns landet. Der nimmt’s nach einem Lachflash gelassen und isst, ohne einen Finger zu krümmen, unbeirrt in aller Seelenruhe zu Ende. Mein peinlich berührtes Serviettenangebot lehnt er dankend ab. Wir haben beide immer noch Kokosraspeln auf unseren Hosen. 😂😂😂

