Leute, der historische Tag ist gekommen. Ende der Lügenpresse. Sari ist wirklich auf Safaaaariiiiii. 🥳🥳🥳
Im Addo Elephant National Park ging’s zwei Tage lang auf die Pirsch. Selbstfahrer-Safari in unserem schrottigen „Popelexpress“. Anders als der Park-Name vermuten lässt, gibt es hier massig Tiere zu sehen. Um alle in unserem Bingo abzukreuzen und einen der seltenen sieben Löwen zu spotten, wurde hört, hört sogar die Brille rausgekramt. XD Hach war das schön mal wieder einzelne Blätter statt eine einzige grüne Fläche am Baum zu sehen… 😆
Das große Eingangstor geht auf und ich hab direkt meinen ersten Jurassic Park mäßigen Gänsehautmoment. Wir sind uns noch am Sortieren und gerade auf Stiftsuche, da kommt ein Riesen-Elefant aus dem Busch gestürmt. Krass.

Wir gehen auf den ersten Loop und haben direkt Zebras in unser offenes Fenster luken. Dann kommen wir auf ein Riesen-Plateau – und alles ist voller Elefanten. Wir fahren drauf zu und sehen kleine Baby-Elefanten durch die Gegend stolpern. Einer kommt direkt an unser Auto und muss niesen. Awwwww, ich bin direkt in love und vergöttere jeden einzelnen Meter an diesem Fleckchen Erde.





Und es geht weiter: Große Kacke-Roll-Käfer, Kudus, Büffel, Strauße und natürlich… PUMBAS!!! Unsere absoluten Favorites im Park. 😂 Laufen richtig witzig mit ihren hohen Hintern und abstehender Iro-Mähne im Wind durch die Gegend. Jedes Mal, wenn sie uns sehen, bleiben sie kurz stehen. Wenn wir weiter fahren passiert nix, wenn wir anhalten, rennen die los, wie von der Hummel gestochen. xDdDd Könnt ja noch jemand n anständiges Foto machen. Aber eins hab ich, haha. So leicht austricksen lassen wir uns nicht. Seitdem jedes Mal, wenn wir ein Warzenschwein sehen, bölken wir los: Pummmmmba!


Nach 5,5 h Safari sind wir kaputt, aber arsch happy. Was ein erfolgreicher erster Tag. Dass die Tiere so nah kommen, und dann auch noch mit Babies, ist selten. Lucky Strike. Und am Ende des Tages steht auch fest: Der krasseste Predator sitzt immer noch im Restaurant. xDdD Double Fist Burger mit 500 gr Fleisch, doppel Bacon und doppel Cheddar einfach in 4 min eingeatmet. 🤣

How I met your spider
Guter Dinge ging’s in Nyathi Camp, unseren Bungalow mitten in der Wildnis. Durch drei Tore geht’s, inklusive Kofferraumdurchsuchung. Streng sagt der Guard am letzten Security-Checkpoint: „Stay in your unit from 6pm, no exceptions. The gates will be closed then, too. Because of the animals.“ Kein Problem, denken wir uns. Wir wollen eh nur noch auf unserer Terrasse in der Sonne liegen und von unserem mini Pool aus Elefantis gucken. Ab da nahm eigentlich das Unheil seinen Lauf 😄. Wir Sonnenbeter haben ausgerechnet den Bungalow ganz in der Ecke am Waldesrand erwischt. Ab 16h keine Sonne mehr – alle anderem 11 Bungalows natürlich noch 3,5 h lichtgeflutet. Selbst ist die Frau. Wir lassen uns nicht die Laune verderben, schleppen unsere 20kg Stühle einmal komplett durchs Haus auf die Straße und feiern ne stilvolle Schotter-Parkplatz Siesta in der Sonne. 😂😂😂😂

Um 17:45 Uhr gehen wir brav rein, machen ein bisschen Fotos, überlegen noch Sport zu machen, was wir wie immer doch nicht machen. Da seh ich was graues am Horizont und spurte zu meinem Guckfenster. Ein Nashorn! Das war nicht mal angegeben. Und es hat wieder ein Kleines dabei. 😍 Juhu, finally zahlt sich der Bungalow aus. Vorher waren nämlich nur n paar Pumbas auf 1 km zu sehen.

Auf einmal kommt Lesly im großen Bogen ums Bett gelaufen. Seelenruhig stellt sie sich hinter mich und flüstert: „Ähm Schera, wir haben glaub ich ein Problem. Da ist ne fette Spinne.“ Ich denk mir jaja, Guinea hat ja allgemein ein bisschen Schiss vor Spinnen, regel‘ ich kurz. Dann geh ich um die scheiß Kurve, schau nebens Bett, und schrei los.
1 Meter über meinem Koffer sitzt ein 15-20 cm großes, behaartes Viech. „Alter Lesly, das ist keine fette Spinne, das ist fucking Kankra aus Herr der Ringe!“ 😂😂 Ich schwöre, das Ding hatte nicht nur acht Beine, sondern auch acht Augen. Und die waren so groß, dass das Licht vom Handy in dadrin richtig reflektiert hat. Boach, was machen wir jetzt? Wir haben keinen Handyempfang – weder für Anrufe und SMS noch Internet. Es gibt kein Telefon und keinen Guard mehr. Wir sind am Arsch. Tendenz geht zu, wir können hier nicht pennen. Aber wir kommen auch nicht mehr raus, da nach 18 Uhr. Wir könnten, selbst wenn wir wollten, nicht mehr ins Main Camp. Und im Auto pennen? Keine gute Idee mit geschlossenen Fenstern, ersticken will ich hier nicht. Mit Fenster auf am Waldesrand, wo das Ding hergekrochen ist? Nein danke. 🤣
Ich tiger rum, kurz nachdenken. Aber behalt bloß dieses Viech im Auge, dass es nicht auf einmal weg is und wir Vollpanik schieben. Ich hab Gänsehaut am ganzen Körper, auf dem Kopf. 😆 Bah, is das ekelig. Ich visier die Glasschale in der Vitrine an, aber nee. Das pack ich ned, ka ob dieses Ding auch noch giftig ist.
Ich hab’s, ich spiel die Frauenkarte und danke Gott für meine zwei Brüste. Ich lauf in meiner Schlafhotpants und Bikinioberteil auf den Balkon und bölk in Richtung der anderen Bungalows. „Helllooooo, can anybody hear me? I need help please!“ Tatsächlich, ein Nachbar kommt rausgehüpft. „I am so sorry, but there’s a monster Spider in our room. Are you brave enough to catch it? We don’t know what to do!“ 🤣🤣🤣🤣 Und Gott sei Dank, der Dude kommt rübergespurtet und verspricht, die Spinne zu fangen und rauszubringen, wenn sie nicht giftig ist. Na dann, cross fingers for orcas.
Wir stehen zu dritt vor der 20 cm Spinne, drei schräge Köpfe. Und nu? Er setzt seine Brille auf. „Naaaaah, I think it’s possibly not a poison one. Let’s give it a shot.“ Und dann nimmt er einfach diese Schale und schubst die Kankra mit einem Spüllappen in das Glas. Findet die natürlich gar nicht geil und klettert direkt raus auf seinen Arm. Aaaaaaaaaaaaah! 🤯 Er zuckt nicht mal mit der Wimper, fragt höflich, ob wir die Tür aufmachen können. Können wir leider nicht, wir sind paralysiert xD. Er erledigt das selber und setzt sie am Grill auf den Boden. Als sie mit Tempo 200 wieder auf uns in der Tür zugerannt kommt, pressen wir noch schnell ein „thank you so much, you are our hero“ raus, schlagen panisch die Tür zu und verbarrikadieren den Schlitz mit meinem Strandhandtuch. Kurzer Blickkontakt. „Hast du das gesehen? Der ganze scheiß Boden draußen hat sich bewegt.“ Wir setzen uns auf den Boden und fangen heftig an zu lachen. Krank.
Alles akribisch abgesucht, geh ich erstmal duschen, um klarzukommen. Meinen Koffer, Vorhänge und Handtücher überprüfe ich vor Benutzung wie mit sonem American-Gladiator-Stäbchen grundsätzlich erstmal mit meinem 1m langen harten Zierkissen, was Lesly zumindest wieder belustig. Wir können uns schon wieder drüber abgeiern. Die Kopfgänsehaut bleibt aber bis morgens um 5 Uhr. xD Und die Nacht lief natürlich etwas unrund, weil wir zig mal paranoid wach wurden und immer unsere Bettdecke, das Bettkopfteil und die Wände nach schwarzen Flecken abgesucht haben. Aber es gab tatsächlich keine weiteren Vorkommnisse.
Hyänen-Watching in Adiletten
Bis zum Kofferboden fassen, war mir am Morgen danach dennoch zu heikel. Also ging es stilecht in Adiletten, die noch draußen waren, auf Safari-Tag 2. Sunrise Tour auf der Jagd nach Hyänen und Löwen. Und tatsächlich… direkt auf dem ersten Abschnitt seh ich was hässliches, buckeliges am Waldrand. Ist das? Jap. Hyäne incoming. Wir nehmen die Verfolgung auf, fahren ganz langsam und berechnen per Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel, wo die Hyäne wieder aus dem Busch kommen könnte. Da heult’s plötzlich richtig laut. Oida, wir sind richtige Pfadfinder. Weiter immer dem Ruf gefolgt, denken wir, hö, jetzt muss sie doch hier iwo sein. Ups, direkt 5 m vor uns steht se auf einmal und guckt uns sabbernd doof an. Hallo, whatsup dawwwg!

Den Löwen finden wir nicht auf eigene Faust, also brechen wir ab und gönnten uns nach der Spider-Experience erstmal einen Pool-Tag außerhalb des Parks. Haaach tat das gut. So kamen wir super entspannt zu unserer geführten Jeep-Sundowner-Safari. Und siehe da, wir haben kein einziges Tier von Nahem (wie die ganze Zeit auf eigene Faust) gesehen, aber den Löwen hat uns der gute CK, bester Guide überhaupt, geschenkt. Bäm. Juhuuuuu, wir haben ihn. Und es war, ob ihr das jetzt kitschig findet oder nicht, iwie magisch. 😍🦁 Mit einem breiten Grinsen und einem orangenen Sonnenuntergang machten wir uns aus dem Staub. Was ein Safari-Finali.<3


