Fishing for the good life 🤙🏼

Sooooo. Teil eins der Reise neigt sich leider schon dem Ende zu. Schlusssprint in Yucatan ist angesagt. Obwohl das definitiv das falsche Wort ist. Schnell machen tun wir hier nämlich gar nix. 😀 In Puerto Morelos lassen wir es richtig con calma angehen. Kommt einem eh so vor, als würde im ehemaligen Fischerdörfchen die Zeit still stehen.

Kleine Gässchen mit süßen Häuschen. Eine wunderschöne Kirche und ein Plaza mit Pavillion, auf dem mexikanische Kiddies zur blauen Stunde noch ehrlich barfuß Fußball spielen. We like!

Den Beach hat es leider ordentlich mit Sea Weed erwischt. Macht ihn allerdings nicht weniger brauchbar für einen 1a Abend in einem der vielen Fisch-Restaurants direkt am Meer. Wir wollen eigentlich der Empfehlung unserer letzten Hotel-Mama folgen, können aber an diesem Schnuckelchen hier nicht vorbei gehen.

4,6 Sterne Bewertung. Geritzt! Wir sollten es nicht bereuen. Das gute Ding entpuppt sich nämlich als super cool eingerichtetes Bootshaus, wo du dir den Fisch frisch aussuchst und er direkt neben dir am Tisch abgewogen wird.

Mental völlig unvorbereitet steht unser Kellner alle 30 Sek neben uns und preist uns einen Fang des Tages nach dem anderen an. Aber in einem Vollgas-Spanisch vom anderen Stern 😄

Beste Szene des Abends. Rici möchte sich vergewissern, ob der Fisch im Ganzen – also mit Kopf – kommt, weil sie es nicht haben kann, wenn der Fisch sie noch anguckt xD Da ihr das Wort für Kopf aber nicht einfällt, fragt sie ihn einfach, ob der Fisch ne Visage hat 🤣🤣🤣🤣🤣 Unbezahlbarer Blick des Kellners.

Wir ordern letztlich was ohne Visage. Lachsfilet in Jack Daniels Marinade und Pulpo a la Casa aus dem Feuerofen. Beeeesteees Essen auf unserer Reise so far!!! 😍

Und auch in Sachen Unterkunft hält die Glückssträhne. Per kostenlosem Upgrade bekommen wir ein Apartment mit quasi exklusivem Pool und Weber Grill vor der Tür. Morgens Sportsession mit Drillinstructor Ricarda am Pool, hängen, bissl Fahrrad fahren, einkaufen und abends ein paar Gambas, Chorizos und Zucchinis auf den Grill werfen. Was ein Leben.

Wären da nur nicht diese asozialen Mosquitos. Statusupdate von meiner Seite: Beim Grillen in 5 Minuten 12 Stiche allein am linken Fuß bekommen? Kein Problem. Mach ich mit links 😂 Meine Beine sehen mittlerweile aus wie ein Streuselkuchen, aber sei‘s drum. Zum Glück jucken die nicht so lang wie in Deutschland. Man muss eine Nacht durchhalten und dann geht‘s eig.

Neben einem halb ausgesaugten Körper sollte mir das Grillen auch Geldbeutel technisch noch zum Verhängnis werden. Weil wir unbedingt frische Gambas haben wollten, zogen wir nämlich nochmal los ins Zentrum zum Fischmarkt. Angekommen sind wir dort nie, da wir auf dem Weg über einen Künstlermarkt stolperten, der uns so in seinen Bann zog, dass wir mit drei Tüten Plörren und XXL-Wissen über mexikanische Web-, Masken- und Schmuckkunst davon schritten. Aber ganz bestimmt nicht mit einer Packung Gambas 😆 Der Fischmarkt hatte nämlich längst zu, als wir dann doch iwann den Absprung schafften.

Mi Pueblo hieß das Ding. Total cool und hochwertig aufgemacht. Man sieht live, wie die Mexikaner alles Mögliche, was verkauft wird, live herstellen. Guides erklären dir, was grad gemacht wird, wie alles Schritt für Schritt hergestellt wird, worauf zu achten ist, ob etwas echt oder unecht ist. Aus welchen Regionen man welche traditionellen Sachen kaufen soll. Und und und. Echt interessant.

Wer mich gut kennt, ahnt, was mir einmal mehr zum Verhängnis wurde. Mein Tick für Schmuck und Deko für mein Dschungel-Theme-Schlafzimmer 😄💪🏼 Dieses Mal verliebte ich mich herbe in einen Ring. Dazu schafft es ein steinernder Maya-Wandteller mit nach Hause. So wahr Gott will, der hat nämlich den Durchmesser meines Koffers 😂😂😂 Hoffentlich überlebt er den Flug.

Den ersten Belastungs-Test gibt es gerade, während ich hier tipsel. Nach einem Cancun-Quickie mit irre Azul-blauem Wasser und einer Mainz-Reunion bin ich nämlich auf dem Weg zu Dulce nach Puebla.

Damit heißt es auch erstmal adios Strand und adios liebe Rici. It was an honor! 👋🏼 Weiter geht’s mit dem Zentralmexiko/Städte-Mittelteil.

H(a)i Cozumel 🤿👌🏼☀️

Heilige Scheiße!!! Anders kann ich es nicht auf den Punkt bringen 😄 Völlig alternativlose erste Worte heute.

Ganz ehrlich. Was wir auf bzw. unter Cozumel abgezogen haben, toppt glaub ich alles, was ich in meinen 31 Jährchen fabriziert habe. Next Level Glückshormon-Ausschüttung.

Es kam so. Rici hat nen Tauchschein, ich nicht. Also dachte ich, als „unzertifiziertes Etwas“ ist die Sache damit gegessen. Schade, wenn man schon mal vorm zweitgrößten Riff der Welt (nach dem Great Barrier Reef in Australien) chillt. Aber ok.

Sarah noch nie was von Discovery Dives gehört. Einem Schnupper-Tauchkurs, wo du mit Flasche und allem drum und dran mittauchen kannst. Einzige Bedingung: 1,5 stündige Theorie mit Einweisung, 1a Gesundheit, 1:1 Begleitung von einem Tauchlehrer, max. Wassertiefe 12 Meter.

Joa lange Rede, kurzer Sinn. Wir folgen der Empfehlung eines amerikanischen Pärchens aus Tulum, kontaktieren Allen den Tauchlehrer und machen direkt einen Deal.

Tag 1: Ein Discovery Dive vom Strand aus. Damit ich mich an alles gewöhnen kann, wo ich noch stehen kann. Tag 2: Zwei Dives vom Boot aus.

Läuft. Die Premiere startet an der Tikila Beach Bar – einer übelst coolen Location mit guten Schwingungen only.

Unter Palmen wird in der Theorie schnell klar, es gibt ungefähr drölf Millionen Sachen zu beachten. Am Equipment, am eigenen Körper, dann wären da noch die Zeichen zur Verständigung und und und. Aber alles super spannend. Schon krass, wenn man eine leise Vorstellung davon bekommt, wie viel Druck da unten eig herrscht.

Iwann sind alle Fragen und Abläufe geklärt. Flasche, Maske und der 8 Pfund Beschwerungsgürtel sitzen. Perfekto. Rein und Schädel ab ins Wasser.

Übung 1: Atmen xD Klingt doof, aber beim Tauchen wird halt nur durch den Mund geatmet. Und das gleichmäßig und langsam. Klappt schon mal.

Übung 2: Was machen, wenn man seinen Sauerstoffschlauch aus dem Mund verliert und wieder einsetzen muss? Grundregel für alles beim Tauchen: Nicht panicken und niemals die Luft anhalten ☝🏼 Weitere Details auf Nachfrage 😄

Übung 3: Was machen, wenn man den Schlauch erst gar nicht mehr wiederfindet?

Übung 4: Was machen, wenn die Brille voller Wasser läuft und man nichts mehr sehen kann?

Wir bestehen mit Bravour und ab geht die Luzzi. Ich bin geflasht. Obwohl es „nur“ eine Strand-Schnupper-Session ist, sehen wir bunte Korallen, Tintenfische, Kugelfische, Muränen. Und einen Skorpion-Fisch, der einfach aussieht wie ein verkalkter Fels. Bis auf das kleine Detail, dass er leere weiß-rosa Zombie Augen hat ohne alles xDD Okeeeee…

Ich denke schon, das sei der heilige Gral. Da kommt der erste richtige Tauchgang vom Boot an den Palancar Gardens – und nach sage und schreibe 30 sek…

Tauche ich mit meiner 1:1 Lehrerin Mariana durch eine 10 m hohe Korallenriff-Formation! Hä?! Ersthaft jetzt. Es sieht aus wie bei Arielle die Meerjungfrau – und da darf ich rein? Heilige Mutter Gottes!

Weiss gar nicht, wie ich es beschreiben soll. Du schwimmst durch dieses riiiiesiiige bunte Labyrinth. Das Licht strahlt von oben rein. Überall bunte exotische Fische. Du bist leicht wie eine Feder. Und du denkst dir, das ist doch nicht von dieser Welt?!

— Palancar Gardens —

Wir schwimmen komplett alleine, nur Mariana und ich durch dieses endlose Meer und sie zeigt mir die coolsten Stellen im Riff. Rici ist mit Allen in tieferen Gefilden unterwegs.

Ich weiß schon gar nicht wohin mit meiner Freude und muss mich ständig zusammenreißen, nicht zu viel zu grinsen, weil sonst Wasser in die Maske läuft, da passiert es..

Mariana zeigt das Zeichen aller Zeichen. Hai voraus!!!! 🤯🤣 Nicht. Ihr. Ernst. Auf meinem ersten Tauchgang?!?! Ich denk erst, sie macht n Scherz. Aber ähm. Nö.

Er ist so weit weg und weiter unten im tiefen blau, dass ich nur schemenhaft was seh. Sie guckt mich an, nimmt meine Hand und ich check direkt, was abgeht bzw was sie gerade anfragt. Ich nicke.

Ab geht’s auf Hai Jagd xDDD Sie zeigt mir immer nur: Druckausgleich nicht vergessen, Druckausgleich nicht vergessen!!! Und wir schießen hinterher.

Ich schau auf meine Anzeige. 50 Feet, 55 Feet, 60 Feet, 65 Feet, 70 Feet. Ich bin fucking 21 Meter unter dem Meer (erlaubt sind ohne Zertifikat offiziell 12 😅😇) und zwei Haie schwimmen vor meiner Nase.

Poach! Unbeschreiblich. Ganz friedlich strampeln die vor uns rum, interessieren sich mal gar nicht für unsere Anwesenheit. Besser isses auch xD

Wir grinsen uns 5 min nur an und kommen zurück auf unsere legale Ursprungshöhe. Was folgt: eine Sea-Turtle 😍, Baracudas, 1m große Urzeit-Krebse und riesige Rochen mit Flügeln. Wie viel Glück kann man bitte haben?

Nach 53 Minuten geht es zurück an die Oberfläche. Keine 0,01 sek dauert es, bis Mariana und ich uns anbrüllen: „Oh my Gooood! That was insaaane 😂😂 Holy Shit!“

Und ich bin wirklich stolz wie bolle. Mariana sagt, ich sei ein Naturtalent, sie könne nicht glauben, dass ich noch nie getaucht sei. Die Hai-Aktion sei der gerechte Lohn gewesen 💪🏼

Entsprechend geil gestaltete sie auch das Grand Final, den zweiten Tauchgang. In dem ging es nämlich einfach mal durch ein Tunnelsystem 🤣 Etwa so hier, unsere Fotos kommen noch:

Kurz vor Ende trafen wir dann sogar noch auf Allens Gruppe mit Rici. Selbstredend genau passend getimed, als gerade eine weitere Sea Turtle am Start war, damit ich noch ein Foto über Allens GoPro erhaschen konnte.

Joa und sonst so? 😅

Auch ganz allgemein war Cozumel ein voller Erfolg. Super Unterkunft mit Pool und riesigem Garten, in dem ich erstmal dezent meine Reizunterwäsche auf dem Weg zur Dusche verloren habe, die mir die Hotel-Mama erstmal persönlich zurückgab, nachdem Housekeeperinnen sie gefunden hatten 😂😂😂

Super schönes türkises Wasser, das uns neben dem Tauchen eine mega coole Schnorcheltour zu El Cielo bescherte. Einer Zone voll mit Seesternen!

Weil die Kapitäne allerdings erst ab 4 Personen ablegen, es sei denn du zahlst für 4 (🤡), war noch etwas Engagement gefragt.

Anstatt der grandiosen 2000er Rnb Hip Hop Playlist weiter zu lauschen, machte ich mich auf, um fremde Leute am Strand zu akquirieren.

Unsere mexikanischen Nachbarn waren zu sehr damit beschäftigt, ihre Nachos vor einem wilden Racoon am Strand zu verteidigen xDD Also fiel die Wahl letztlich auf die Ghetto Girls Chayenne & Alicia aus Toronto. Ich weiß nicht, ob die n bissl bedüselt waren, oder ob es ihnen einfach komplett wayne war. Nach dem Motto: „Och joa. Hauptsache Beschäftigung!“ Aber nach ungefähr einem Satz waren sie total into 😂😂😂 Mir soll’s recht sein. Direkt verhaftet und zu unserem Capitano geschleppt. Hauptsache der legt heut noch ab.

Das Menschen-Highlight des Tages sollte aber noch kommen. Das war nämlich jemand anderes. Please meet Manni (83), former Mister Yucatan aus den 50ern.

Keine weiteren Fragen, oder? 😆 Was ein Typ. Natürlich direkt die Lebensgeschichte abgegriffen.

Inspiriert von Amerikanern stieg Manni the Man ins Bodybuilding ein, etablierte Fitnessstudios in Yucatan, verkaufte diese und zog in die USA, um als Handwerker für Celebrities in Beverly Hills zu arbeiten.

Von Charlton Heston bis Arnold Schwarzenegger … er traf sie alle. Und hatte eine starke Anekdote nach der anderen auf Lager. Nur als wir irgendwann seinen kompletten Stammbaum vorgestellt bekamen, inkl. zugehöriger Fotos auf seinem Handy, war es uns zu viel. Da schickte Rici den Manni knallhart zu seinem Ceviche nach Hause, während wir uns in der Money Bar bei den besten Margaritas Cozumels und geisteskranke Gambas orderten 😄 War wahrscheinlich die Rache dafür, dass er sich ihren Namen aufs Verrecken nicht merken konnte und sie immer Riccardo nannte xD

Und immer noch hab ich Fetzen dieser geilen Dialoge im Ohr. „It was in the early 60s. Probably you don‘t remember…“

Random Ami, der dabei saß, während eines Bilderbuch-Sonnenuntergangs: „Of course I don‘t remeber – I wasn‘t even fucking born xDDD” Zu geil.

Crystallized 💙✨

Time flies, da sind sie schon. Unsere final hours in Tulum.

Auf der Zielgeraden haben wir uns nach unserem Taxi-Abenteuer diesmal todesmutig aufs Fahrrad geworfen. Todesmutig – nicht wegen der Kriminalität oder der Militärkonvoys mit MG hinten auf der Ladefläche. Sondern einfach nur, weil unsere „Fahrräder“ zu 99% aus Rost bestanden xDD

Anyway. Die beiden Prachtexemplare verhalfen uns zu unserem zweiten Cenoten-Experiment, das diesmal sogar erfolgreich verlief. Die Cenoten Cristal und Escondido gab es wirklich! 😄

Und das beste: Trotzdem hatten wir sie fast die ganze Zeit über für uns allein. Besonders bekannt scheinen die nicht zu sein. Zu unrecht, wie wir finden.

Madame Cristal wurde nicht nur ihrem Namen gerecht mit glasklarem Wasser, so dass man problemlos bis zum Boden schauen – und sowohl Ricis verlorene Ohrringe als auch Samirs Sonnenbrille detecten konnte. Sie hatte auch einen Sprungturm, Swingropes und massig Palmen zu bieten.

Die beiden Ersteren standen mir eher weniger zu Gesicht. Gewohnt grazil wie eine Gazelle schwang ich mich ins kühle Nass. Nicht 😂😂

Eine bessere Figur machten da schon Sammy Deluxe und seine Hostel-Kollegen, die uns mit der Frage zurückließen: Warum können wir eigentlich keine Backflips? 🤔

Während die Leuts anschließend noch weiterzogen, um weitere Cenoten auszuchecken, ließen Rici und ich den Tag gemütlich am Strand ausklingen. Dabei haben wir es tatsächlich fertig gebracht, unsere Taco Beach Bude von vor zwei Jahren wiederzufinden 😍

Nichts fenciges. Paar gestrandete Boote, weißer Sand, zwei Beachdoggos, ein Bucket voller Bier, Tacos und Pelicane am Himmel. Was braucht man mehr im Leben?!

Wie immer alles im Griff #bettercallrici 🤙🏼😁

Damit heißt es jetzt leider auch schon bye Tulum und bye Una Vida. Eines der coolsten Hotels, in denen ich jemals war. Wie gemalt – egal ob bei Tag oder Nacht. Ein einziger Traum. Und diese Arrugadas Tortas (Skirt Steak Sandwiches). OMG 🤯🤯🤯

Nexts stop: Insel Cozumel! 👩‍✈️⚓️

Pedro, du hast es oft nicht leicht xD

Keine 24h on the road und wir haben schon wieder den Vogel abgeschossen.

Nach einem geisteskranken Auftaktfrühstück mit Chilaquiles verdes (Frittierten Tortillas mit Chili Sauce, Zwiebeln, Radieschen und Spiegelei), Açai-Bowl und Bagel starteten wir mit einem Art Walk geschmeidig in den Tag. Hieß: Maya-Skulpturen, Graffiti-Kunst, abgefahrene Bäume und Alien-Landungshöhlen so weit das Auge reicht. Yucatánsches Dschungel-Feeling pur. Mit all diesen Farben 😍 Sehen wir mal von einer Pisel-Attacke von genmanipulierten Feuer-Ameisen ab, so weit so gut 😄

Als wir eine Rezeptionistin um 10:50 Uhr bitten, uns ein Taxi zu rufen, ahnen wir nicht, was wir anzetteln.

Was folgt, kommt nämlich mal wieder einer Saga gleich. Wir präsentieren: die Geschichte von Pedro und der bösen Cenote.

Geplant war eine 20 minütige Taxifahrt. Mehr nicht. Wir fragen unseren Fahrer (ihr ahnt es, Pedro), ob er eben schnell an einem Oxxo-Supermarkt halten kann, damit wir uns noch mexikanische SIM-Karten kaufen können, und uns dann zur Cenote Taak Be He fährt. Dem ultra Geheim-Tipp unseres Hotels.

Kein Problem, sacht er, der Pedro. Festpreis ist auch schon ausgemacht.

Erster Rückschlag schon am Supermarkt. Nach 15 Min warten an der Kasse (und einer lustigen Fachdiskussion über den Unterschied zwischen Venus Rasierern und Vino 😂😂😂) kommt raus: SIM Karten sind aus, nur aufladen möglich. Na super.

Pedro hoch engagiert. Dass wir nach dem zweiten geschlossenen Laden aufgeben wollen, um ihm nicht noch mehr Zeit zu stehlen für den Festpreis, sieht er gar nicht ein. „No no, ich kenne noch einen Mobilfunk-Laden, da fahren wir eben hin.“ Und Tatsache – nach einer weiteren Campingsession im Taxi sieht uns Pedro triumphierend wieder einsteigen.

Jetzt aber. Ab zur Cenote. Einer wahnsinnig schönen Höhle, gefüllt mit Wasser und einem Loch in der Decke, durch das Sonnenlicht einfällt.

Laut Google Maps easy über die Hauptstraße zu erreichen. Einmal abbiegen und das war’s. 4km.

Pedros Navi sowie ein einheimischer Tour Guide, den wir fragen, sagen was anderes. Und tatsächlich, auch laut dem Satelitenbild müssen wir stattdessen diesen kleinen asozialen Dschungel-Weg zu unserer Linken nehmen. Wenne uns fragst, sollten da nur Quads und SUVs verkehren, aber ok. Pedro scheint Bock auf ne Runde offroad zu haben mit seiner Klapperkarre.

Er wemmst durch die 1m tiefen Pfützen, als säßen wir in nem James Bond Amphibienfahrzeug xD Es scheppert bei Bodenwellen, dass sich die Balken biegen. Meine Fresse, hat der sich vll den Unterboden frisiert xDD Es tat uns SO leid. Wir die ganze Zeit nur so: „woah fuck, lo siento, lo siento. Tu coche!!“ 😅🙈

Und der Weg zieeeeht und zieht sich. Mehr als eine Stunde fahren wir jetzt schon durch den Dschungel in Nichts. Und das für diese paar Kröten. Da muss ein fetten Trinkgeld her, denken wir uns. Aber es wird noch viel geiler.

200 m vor nem Ziel ist nämlich plötzlich Ende. Alles zugewachsen xDDDd No. Fucking. Way. War dieser Dschungel-Armaggedon-Ride jetzt völlig umsonst?

Pedro will es nicht wahrhaben. Er parkt das Auto an jeder Bucht auf dem Rückweg und versucht, einen anderen Weg auf das Gelände zu finden. Stellt es euch vor. Rappelt dein Taxi-Fahrer plötzlich an Zäunen, Schlössern und rennt durch die Büsche 🤣🤣

Immer Handy wedelnd auf der Suche nach Empfang, um was rauszufinden. Der war aber genau so wenig existent wie die Cenote 🌝 Hat sich ja gelohnt mit den Prepaid-Karten… xD

Irgendwann geben wir auf. Aber Pedro fühlt sich berufen, uns nicht zurückzubringen, ohne eine coole Cenote gesehen zu haben. Also fährt er in jede weitere Abzweigung dieses verkackten Dschungelwegs, um eine aufzutreiben. Schön mit angelassenem Motor die Lage checken jedes Mal 😄

Und er wird fündig. Wir streifen also letzten Endes mit unserem Taxifahrer durch eine verlassene Cenote und machen gemeinsam Sightseeing. Herrlich, nie werd ich diesen Anblick vergessen 🤣

Über uns alles voller Affen in den Baumkronen. Nach ca 15 Minuten kommen wir zurück zum Auto, das natürlich immer noch läuft xDDDD Klassischer Pedro

Wir krönen unsere Tour, die den gleichen elendigen Weg zurückgeht, mit einer offiziellen geöffneten Cenote, die sogar ein Schild besitzt.

Mega Perle, die wir, bis auf ein paar Zipliner, die später dazu stoßen, für uns alleine haben.

Also geht‘s in Bikini ab ins glasklare, tiefblaue Wasser 🙃💙 Lianen, Fledermäuse – alles inklusive 🙌🏼 Aber schaut selbst 🙂

Zurück am Hotel angekommen, entlohnen wir Pedro stattlich und entschuldigen uns noch gefühlt 3.000 mal, dass wir sein Auto geschrottet und ihm 3,5 Stunden seiner Zeit gestohlen haben. Doch der fand‘s glaub ich einfach nur super 😂

Am Hotel-Pool lassen wir die Geschehnisse Revue passieren und kommen aus dem Smilen nicht mehr raus.

Pedro, dieser Traumpool. Was haben wir hier bitte wieder für einen Glücksgriff gemacht?!

Bienvenido al queso analógico xD

Holaaa, Freunde des Unfugs und des Reisebloggings. Es ist wieder soweit. Saridaaas macht die Estados Unidos Mexicanos unsicher. In México Part II stehen eine Woche Yucatan, eine Woche Zentralmexiko und eine Woche Pazifik auf dem Programm.

Angelaufen ist dieses Mal alles ganz human. Kein Anton aus Tirol, kein russischer Eau-de-Cologne-Bär und kein Giulio: Der Flug von MUC über Madrid nach Cancun kam weitestgehend ohne besondere Vorkommnisse aus 😀

Aber nicht ohne Volltreffer in Sachen neue Bekanntschaften versteht sich. Neben mir saß ausgerechnet Samir. Gebürtiger Cairoaner, Fleischliebhaber, Rick & Morty Fan, sesshaft in München, der auch direkt nach Tulum weitermusste und noch keinen Ride hatte. Zack, da ham wa doch unseren männlichen Begleiter zur Abschreckung und Unterbindung von bewaffneten Überfällen auf dem Hoteltransfer im Dunkeln. Mama und Omi gefällt das.

Meine Freundin Rici eingepackt und in Tulum angekommen, ließ sich die Aufregung der letzten Tage noch etwas spüren. Leergefegte Straßen und Restaurants am Samstagabend, alles voller Polizei und Militär, bewaffnet bis unter die Zähne. Direkt durchschießen ins Hotel. Das Una Vida.

Wunderschön! Im Poolbereich, auf den Zimmern – und am Checkin Schalter… ahahahah. Leo aus Buenos Aires sieht nicht nur unverschämt gut aus, sondern hat auch richtig was drauf. Instant leitet er uns seine Insidertipps für Cenoten, Restaurants und Ausflüge per WhatsApp weiter, gespickt mit einer Flut unangebrachter Herzchen- und Heartbreak-Emojis xDdDd

Das einzige Problem: Vor lauter Quatscherei werden wir wohl verhungern. Alle Restaurants in der Nähe sind wegen Covid schon zu und stellen ihren Lieferdienst um 22:30 Uhr ein. Auf Leos Wanna be Uber Eats Ersatz „Tomato MX“ 😂😂 beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Facebook Login, Adresse eingeben. Das Handy wird nur von a nach b gereicht, um die Bestellung innerhalb von 2 min bis Punkt halb rauszupressen. „Scheiß egal, pack paar Tacos rein! Go Go Go!“ 😀

Rici klickt um Punkt halb UND… dödööööm. Sorry, we are closed ahahaahah. Fuck.

Aber auch hier weiß Leo Rat und bietet uns an, nach seiner Schicht um 11 mit dem Fahrrad was in der Nähe einzusammeln und beim Hotel abzuliefern, weil er nur 30m weiter wohnt. Wild! XD Soweit kommt es zwar nicht, weil er noch einen geöffneten Lieferdienst findet, aber umso besser. Wir haben vollstes Vertrauen, gehen duschen und lassen ihn bei der Bestellung freestylen – und sollten noch was zu lachen haben.

Wir schwärmen wirklich 30 min über geile Tacos, Empanadas und Co. und meinen, egal, hauptsache iwas Geiles mit Beef. Was bestellt Leo? Zwei Pizza Margarita xDD

Da aber auch diese bis Mitternacht nicht ankommt, resignieren wir und putzen amüsiert die Zähne. Ich habe gerade die ganze Visage voller Schaum und die elektronische Bürste im Mund, klopft es an der Tür. „Holaaaaa, Pizzzaaaa aquiii!“ grinst mich ein Concierge über beide Ohren an und muss sich zusammenreißen, mich nicht komplett auszulachen.

Na dann, Kommando zurück. Ab auf die Couch, Snack Time. Rici platzt vor Freude. Nur um 1 min später das Fazit zu ziehen: „Also ich dachte ja bei dem Hunger würd jetzt alles geil schmecken, aber das ist schon hart“ xD

Ich sag’s euch. So einen fett triefenden Analog-Käse hat die Welt noch nicht gesehen ahahahah. Und die handverknotete Chili Sauce mit Ablagerungen im Gefrierbeutel haben wir mal lieber zugelassen. Aber: Wir sind satt, das Essen ist so far dringeblieben und den ersten Lachflash gab‘s gratis. We ready for day 1 ❤