Dicke Hosen in PV und die Nachwehen

PV – das stand für mich bislang immer für die Arbeit. Genauer gesagt für Page Views – also Seitenaufrufe einer Website. Not anymore! ☝🏼

Jetzt steht es nur noch für Puerto Vallerta, den letzten Stopp auf meiner Mexiko-Reise.

„Piiiwiiii“ hier, „Piiiwiii“ da. PV hörst und liest du hier überall. Keiner spricht den Ort ganz aus, der echt ulkig und eine ganz abgefahrene Kombi aus teurem Asi-Ballermann für Amis, Gay Bars und High Class Hotels & Restaurants ist 😄🌈

Ich bin in der Zona Romantica – und bereue nichts. Remi, ein ausgewanderter Franzose, den ich in Sayulita kennengelernt hab, managed hier Bonzen-Apartment und Lofts, und hat mir eine geisteskranke Buzze in feiner Lage zum Freundschaftspreis vermacht. Ich mein: Warum nach 6 Tagen Hostel und Dschungel-Nahtoderfahrung nicht auf dicke Hose machen und sich was rauslassen? 😂🤷🏼‍♀️

Ein ultra early check in und ultra late check out bescheren mir zwei komplette Tage auf diesem Rooftop 😍

Besser geht‘s nicht zum Ausklang. Denkste. Geht sehr wohl.

Denn Remi beschließt, ich soll einen unvergesslichen letzten Abend in Mexiko haben und mit ihm als Local Guide die Szene abchecken und nochmal richtig die Sau rauslassen. Überredet! 😂😂☝🏼

Wegen der Sicherheit wird in gleich zwei Restaurants erstmal eine solide Grundlage geschaffen. Doppelt hält besser. Zudem sollen beide Läden so gut sein, dass ich einfach von beiden etwas probieren will.

Besser isses. Denn anschließend machen wir eine Bar- und Club-Tour der ganz bösen Sorte.

Wir sind nach Banana-Split-Martinis von oben ohne Kellnern und einem 90er Jahre Open Air Flamingo Schuppen mittlerweile im vierten Laden und ich komme mir vor wie bei Hangover, während ich mich frage, wie es jetzt eig schon wieder dazu gekommen ist, dass ich mit meinem schwulen Airnbn-Vermieter in einem Club in Mexiko steh und leicht irritiert erstmals in meinem Leben halbnackte Männer an Pole Dance Stangen durch die Luft fliegen seh 🤣🤣🤣🤣

Eine Transen-Beyonce und Queen-Show sollen folgen. Und das völlig zurecht. Herrlich 😀

Höchst amüsiert und angedüselt ging es – perfekt geplant mit einem 2 min Heimweg – vom letzten Club ins Loftbett. Und das war einfach das beste in meiner Schlaflaufbahn. Wünschte ich hätte die Matratze mit aufs Flugzeug schnallen können 😄

Hätt ich besser mal machen und meinen Koffer gleich mit draufpacken sollen. Der ging nämlich auf dem Heimweg glatt verloren – und sollte für 5 Tage komplett verschollen bleiben. So verschollen, dass KLM einem nichtmal sagen konnte, an welchem Flughafen er sich gerade befindet. 🙈

Herzlich willkommen zurück Sarah. Dachten sich wohl auch mein Vermieter, der gleich mal meine Miete zur Begrüßung um 10% erhöhte, und ein bösartiges Hot Dog, das mir nach unbeschadeten 3 Wochen mit Mexiko-Schärfe to the max 🔥 Montezumas Rache und eine Magenschleimhautentzündung bescherte. Thänks! 💁🏼‍♀️

So lümmel ich hier und lasse in Embryonalstellung diesen wundervollen Urlaub mit turbulentem Ende nochmal passieren. Hach ja. México Part II war ein voller Erfolg – und genug Tipps für Part III sind ebenfalls eingeholt.

Aber mal schauen, von welchem Fleckchen der Erde ich euch als nächstes mit Blogeinträgen versorge. Macht es juiut. Peace out ✌🏼

„Es muy lejos!“ – The curse of Monkey Mountain 🐒⛰

Entspannten Urlaubsausklang kann jeder. Ich habe daher für die Zielgerade noch einen klassischen Kopfschüttler vorbereitet.

Seid ihr bereit für einen monothematischen, über Strecken dramatischen Blogeintrag?! Dann schnappt euch euer Fernglas, eure kakifarbenen Shorts und macht euch auf ein Dschungel-Malheur der feinsten Sorte gefasst. Mudder und Omi – sorry vorab 😅🙈

Es begann zunächst harmlos. Sarah entschloss sich, dem Rat ihres Surflehrers zu folgen, und einen abgelegenen Strand zu inspizieren. Schon faszinierend wie ein 25 Minuten Fußmarsch durch den Dschungel die Menschheit davon abhält, einen so schönen Ort zu Gesicht zu bekommen.

Ich mein… gut für mich. Ich bin 3 Stunden komplett allein. Mit dutzenden von Schmetterlingen. Am morgen seh ich kurz eine kleine Yoga-Gruppe, am Mittag ein Pärchen. Das war‘s. Alles meins! :))

Warum mich der Bauarbeiter auf der letzten befestigten Straße vorhin mit „pass auf, der Weg ist klein und gemein“ verabschiedet hat, leuchtet mir auch auf dem Rückweg noch nicht ein. Bis…

…ich in einer Lehmspur stecken bleibe und es mir die Flipflops zerreißt. Upala. Motorik-Mogli muss barfuß ins Finish.

Kein Problem. Bis… ich auf der Straße angekommen bin. Denn die hat leider 80 Grad Asphaltemperatur. Und so viel Hornhaut hab ich nun leider auch nicht am Start 😀

Ich husche von Schatten zu Schatten wie auf heißen Kohlen, dass die Leute schon wieder denken müssen, was hat die eigentlich für einen anner Klatsche. Ein amerikanisches Pärchen hat zum Glück bereits auf den ersten 200 Metern Mitleid und gewährt mir Asyl auf seinem Golf-Caddy 😂😂😂 Erstmal stilecht hinten draufgewuchtet und nach haus gehitch-hiked.

Im Hostel angekommen, sind meine Kollegen mit ihrer Schicht fertig und völlig euphorisiert, einen Dschungel-Hike zu machen. Ich: 🤡.

Aber okay. Ich ziehe mir dann mal eben nicht zerstörte Schuhe an und komme. Denn: Sie wollen nicht irgendeine Wanderung machen, sondern die zum legendären Monkey Mountain. Oben an der Spitze soll ein hammer Panorama über das Meer und die Küste warten. Das Nonplus-Ultra zum Sonnenuntergang. Ist eh auf meiner Liste und klingt auch iwie so, als sollte ich das vll nicht einen Tag später alleine machen.

Ein paar Bananen und Wasser eingepackt, geht es also ins Taxi. Wir lassen uns zu viert zur nächstgelegendsten Ortschaft fahren und machen mit dem Fahrer direkt die Rückfahrt aus, damit wir nicht doof da stehen, wenn es Dunkel wird. Geritzt.

Der Weg rauf, übelst anstrengend, aber ein absoluter Traum. Lianen, Riesen-Palmen, Schmetterlinge. Wir schwitzen wie die Schweine, aber sind happy.

Oben angekommen sitzen wir auf einem Felsen – um uns rum ein übertriebenes 360 Grad Panorama. Mit XXL-Greifvögeln, die unseren Felsvorsprung umkreisen. Der Sonnenuntergang tut sein übriges ❤

Und während wir noch schön Späße über die Gruppe mexikanischer jugendlicher Kiffer machen (nach dem Motto: wie wollen die es denn bitte in dem Zustand runterschaffen – und dann auch noch, bevor es stockduster wird???), bemerken wir: Also 1:1 der Weg, den wir hergekommen sind, ist das aber auch nicht.

Doch es gibt massig Schilder und Seile – das muss ein offzieller Weg sein. Sonst war auch keine Abzweigung. Nur so Popel-Trampelpfade. Jedes Seil und Schild wird gefeiert – denn langsam wird es dunkel. Und dunkler und dunkler.

Wir machen unsere Taschenlampen an. Für die letzten 10 Min war das eingeplant. Nur dass auf alle 10 Min leider 10 weitere folgen -.-

Und dann – nach dem gefühlt kompletten Weg runter – landen wir irgendwann an einem Flussbett vor einem umgestürzten Baum. Sackgasse.

Fuck.

Keiner von uns hat Empfang. Google Maps verortet uns im Nirgendwo. Wir hören Hunde bellen und sehen etwas flackern und finden: Dschungel-Nomaden.

Drei zottelige Dudes, die unter einem Wellblechdach sitzen und sich iwas auf einem Lagerfeuer grillen, das ich nicht weiter identifizieren will. Ich würde fast den Begriff Ureinwohner nutzen wollen.

Wir fragen nach dem Weg zum Ort, wo unser Taxifahrer schon auf uns wartet, und der Häuptling sagt: „ohhhh nooo amigos, es muy lejos!!“ Zu deutsch: Wir sind am Arsch.

Wir haben es irgendwie geschafft, eine falsche Abbiegung zu nehmen und sind den Berg auf der falschen Seite runtergekrachselt.

Um zum Taxi zu kommen, müssten wir den kompletten Berg wieder rauf und zur anderen Seite komplett wieder runter. Unmöglich im Dunkeln. Problem: Auf unserer Seite ist das Nichts.

Ein Auto haben die drei Weisen natürlich auch nicht. Nur einen Tipp. Geht den Fluss entlang, dann könnt ihr euch nicht weiter verlaufen. Sei angeblich eh der kürzeste Weg zur Straße.

Wir halten Rat ab und stimmen zu. Was bleibt uns groß anderes übrig. Augen zu und durch. Nur schnell raus hier, also zurück zum Flussbett und über den Baum klettern, an dem wir vorhin schon waren.

Ich bin noch rel entspannt und nur mittelmäßig beunruhigt. Zum einen dank der 1.000 Glühwürmchen, die uns fast avatarmäßig den Weg weisen zu wollen. Zum anderen dank Joes und Bens künstlerischer Untermalung mit dem süßen Fireflies Pop-Song, der wenigstens ein bisschen Anspannung rausnimmt.

Bis zur nächsten Station, wo Karolijns und meine Stimmung dann kippt. Wir finden einen weiteren Lagerfeuer-Nomaden, der uns erzählen will, es sei immer noch muy lejos bis zur Straße. Also weit.

Und schlimmer: Dass wir uns echt beeilen sollten, weil es hier Jaguars gibt, die bekanntlich nachtaktiv sind -.- Na danke, das wird ja immer besser…

Aber wenigstens hat auch er eine Wegbeschreibung für uns. Dazu macht er uns ein Tor auf, damit wir eine Abkürzung durch seine private Prärie nehmen können.

Dass er 10 m zum Kette entfernen braucht, weil diese anscheinend 20 Jahre niemand angefasst hat, macht es aber irgendwie nicht besser. Ich komm mir vor wie in einem schlechten Horrorfilm.

Seit der Jaguar-Info singen wir ein Lied lauter als das andere. Da die Viecher lärmscheu sind, nur einzelnd jagen und keine Herden angreifen, bin ich einigermaßen zuversichtlich.

In meinem Hirn trotzdem schon Kopfkino und vorsorglich mögliche Lösungsstrategien. Wie töte ich eigentlich einen Jaguar mit einem Steinklumpen in der Hand – oder einem Stock? 🤔

Wir singen nun vierstimmig Bohemian Rapsody von Queen und reden uns alles schön. Dass das eine super Geschichte wird und „och guck mal diesen krassen Sternenhimmel im Stockdunkeln. Das ist aber schön und einzigartig überm Dschungel“ 😅 War es wirklich, aber ok. Iwann regten uns selbst die Glühwürmchen auf, weil wir sie immer erst für Straßenlichter hielten.

Nach weiteren 15 Min dann aber die Erlösung. Wir sehen echte Lichter, die Straße!!!! Group Hug.

Jetzt müssen wir nur noch ein Auto finden, in dem kein Serienmörder sitzt 😂👌🏼 Wir gehen zum ersten Haus und fragen nach einem Telefon zum Taxi rufen. Und bekommen einen Korb. Telefon? Hier? Hahaha, ihr Gringos!

Wir gehen zum zweiten Haus und knacken den Jackpot. Wir fragen den Herren an der Tür nach dem Telefon und der sagt: „Ach quark, ich kenn nen Taxifahrer. Kommt mit. Der wohnt drei Häuser weiter.“

Wir zaghaft hinterher. Und dann biegen wir um die Ecke, sitzt da ein Oberkörper freier dicker fröhlicher Mexikaner mit seiner Familie beim Abendessen in der Einfahrt. Neben ihrem Tisch geparkt – ein offizielles Taxi 😂😂😂😂😂

Wir können unser Glück nicht fassen. Das kann doch wirklich nicht wahr sein getz 😄

José ist ultra nett. Springt direkt auf und sagt „Claro que si. Ich zieh mir nur schnell meine Arbeitsmontur (aka nen Axelshirt) an und fahr euch“

Perfektes Englisch, in den USA aufgewachsen, erzählt er uns seine Lebensgeschichte und wie er gerade sein Haus ausbaut.

Dann mein Highlight. „You amigos like rap music?“, dreht sich José grinsend um und dreht voll Dr. Dres und Snoop Dogs Next Episode auf. Gefolgt von Gangster’s Paradise 🤣

Auf mich wirkt das surreal. Wir waren doch grad noch im Dschungel verloren und jetzt sitzen wir rappend in inem Taxi vom Hinterhof und freuen uns nen Bagger. 😄

Etwas beunruhigend ist, dass auch José die Jaguars anspricht. Die scheint es also wirklich zu geben – nix mit Schaudermärchen für die 1000. nervigen verirrten Touris, die – genau wie wir – törichter Weise Schildern und ausgebauten Pfaden folgen.. xD Naja egal. Hauptsache rausgekommen aus dem Irrgarten.

Und das krasseste. José hätte für die 25 Min Fahrt wahrschl jeden Preis von uns verlangen können, weil wir in Not waren. Wir hätten alles gezahlt. Und was will er von uns? 100 Pesos. 4 Euro für alle zusammen! (Funfact: Auf dem Hinweg zur anderen Seite haben wir 250 gezahlt).

Und ich muss eins sagen. Du darfst zwar nicht naiv sein. Aber ich glaub schon daran, wenn du an das Gute im Menschen glaubst, dann belohnt dich das Leben auch dafür. Einmal mehr kann ich nur sagen, diese Mexikaner, die sind echt mehr als schwer in Ordnung. Danke an die Lagerfeuer-Nomaden und danke an José 🙏🏼

Zur Feier des Überlebens wurden wir von Kollegen erstmal in einer Airbnb Villa bekocht und mit frischen Anziehsachen ausgestattet. Beste Dusche meines Lebens 😂 Komisch, dass es am Tag drauf nur Pool und Faulenzen für mich gab.

Manchmal frag ich mich noch, wie lang der Taxi-Fahrer auf der anderen Bergseite wohl auf uns gewartet hat. Wir werden es nie erfahren.

Won‘t you stayulita with me? 🙃

“Ahhhhhhhhh, Paziiiifiiiiiiik!!!” 😀

So oder so ähnlich sah es in mir aus, als ich finally die 80 Treppen meines 20 Dollar Hostels in Sayulita erkrochen hatte – und das hier vorfand:

Wie ich von außen aussah, das wollt dagegen weder ihr noch ich wissen. Es muss ein verschwitzter El Tomato Kopp vom anderen Stern gewesen sein. Da ich aufs Verrecken kein Taxi bekam und vom 6h Busfahrer einfach an der Tankstelle am Highway rausgeschmissen wurde xDDD, habe ich nämlich meinen 25 Kilo Koffer plus zwei Taschen 30 min einmal quer durch den Ort gehievt. Rauf auf den steilsten Hügel der westlichen Hemisphäre, über Kopfsteinpflaster und 30cm Bordsteine. Bei dezenten 31 Grad im Schatten um 1 Uhr mittags 😂😂

Etwas verunsichert, wie mit mir umzugehen sei – nach dem Motto: Ist dieses rote Knäul schon ein medizinischer Notfall?! XD – bringt mir das mexikanische Mädel an der Rezeption ganz vorsichtig bei, dass mein Zimmer leider noch nicht fertig sei.

Kein Problem. Nur nimm mein kack Luggage :DD Alles, was ich brauch, ist ne kurze Dusche, n Drink und nen Sprung in den Pool. Check, check, check. Nach den letzten 4 Stockwerken zum Pool, diesmal ohne Koffer, stehe ich also da. Reanimation erfolgreich.

Und die Strapazen haben sich gelohnt, wie immer im Leben. Der Wind weht, ich schau aufs Meer, 360 Grad Dschungel-View um mich, über mir die Geier und vor mir mein Daiquiri. ❤️

Hachja. Seinen ersten Blick auf den mexikanischen Pazifik vergisst man nie. Ich jedenfalls nicht. Und auch das zweite erste Mal traf es mich wie einen Hammer, dass ich hätte losheulen können.

Noch am selben Abend schauen wir mit ein paar Hostel-Leuten den Sonnenuntergang am Strand – mit Baby-Schildkröten-Release. Im orangenen Meer alles voller Surfer. Das nennt man dann wohl einen Vibe.

Ich weiß nicht, was es ist. Aber der Pazifik hier ist magisch. So wild und misty iwie. Einfach anders. Also bevor ich lang schwafel, ab dafür. Ein paar Lieblingsbilder von der Pazifik-Coast. Die können das besser erklären 😍

Und auch Sayulita an sich kann was. Von unfassbar guten, süß aufgemachten Restaurants & Shops über Fähnchen und Girlanden bis Streetart ist alles geboten. Nachts steppt der Bär aber sowas von im Don Pato 😄 Am ersten Abend direkt bis 4 gemacht und drei Freundschaften geschlossen.

Spitzname Stayulita kommt nicht von irgendwoher. Genau wie 90% der Leute aus meinem Hostel, werde auch ich meinen Aufenthalt noch um mehrere Nächte verlängern 🙂

Tequila, Tequila 🤠🌵 (zu lesen wie: Shakira, Shakira)

Trippin‘ Time in Guadalajara. Wir ließen uns gestern den Spaß nicht nehmen, einen Abstecher nach Tequila zu machen. Der Geburtsstätte des Nationalheiligtums.

Gebucht wurd eine Tagestour mit gleich drei Destillerie-Stopps (jawolloooo), Exkursion auf ein Agave-Feld und 2 Stunden Aufenthalt im Dorf Tequila selbst.

Als uns Johhny der Tourguide im Hotel einsackt, ahnen wir nicht, was uns schon wieder bevorsteht 😂

Die ersten zwei Stops verliefen noch ganz human. Auf einer urigen Hacienda besuchen wir zunächst die „kleine“ Familien-Taquileria Don Valente. Nur rund 30 Leute arbeiten hier, darunter allein 9 Brüder. Hajajajaj, die arme Mutter…

Um ihren besten Tequila herzustellen, braucht es von vorne bis hinten rund 19!!! Jahre. 8-9 Jahre braucht die blue Agave um voll auszuwachsen, anschließend wird der Saft gewonnen und 14 Tage lang verarbeitet. Entweder per Steamofen oder aber die Agave wird traditionell in eine Feuergrube geworfen und dort ewig und drei Tage geschmorrt, bevor es weitergeht. Für den extra ultra age Tequila (es gibt 5 Stufen, je nach Reifegrad) bleibt dieser mehr als 9 Jahre in einem speziellen Fass. Von neutralen Fässer bis ehemaligen Wein-, Whiskey- oder Sherry-Fässern gibt es alles mögliche. Wichtig ist nur, dass echter Tequila 100% Agave auf der Flasche stehen hat, sonst isser gestreckt. Und er sollte aus der Region Jalisco kommen. Dazu gilt die Faustregel: Je dunkler der Tequila, desto besser und teurer.

Mit der Luxus-Variante machte der Familienbetrieb auf einer weltweiten Convention den zweiten Platz. Wir durften also vom Meister lernen und kosten. Und man kann festhalten. Mit dem roten Hut Sierra Tequila hat das hier mal so gar nichts zu tun. Völlig anderes Getränk.

Wenn ich zurück nach Deutschland komm, kann ich in der Milchbar auf jeden Fall auftrumpfen (also mehr als sonst) 😂 Wir haben nämlich gelernt, wie man professionell Tequila trinkt. Dass es nicht im Hals brennt und das Zeug sogar gut schmeckt xD

Ich bin mal so frei und reveal euch Trick 17. Das Geheimnis ist, schon erstmal nicht mit der Nase direkt dran zu riechen. Sondern das Pinnchen unter die Lippe zu halten. Sonst sniffelt man nämlich nur den Alkohol und nicht die anderen Aromen. Dann nimmt man den Tequila in den Mund, verteilt ihn gut 3 Sek, atmet durch die Nase ein, runterschlucken und zu guter Letzt feste und auf einmal ausatmen. Tadaaaa! 🥳

Um das Ganze bombenfest einzustudieren und zu verfestigen, werden uns gleich drei Tequila Sorten zum Probieren gegeben. Danach noch 4-5 Tequila Liköre. Sicher ist sicher 🤣 Erste Verluste gibt es bis dato nur im Tierreich.

Das sollte sich an Station zwei ändern. Nach dem gleichen Pensum in der Destillerie Raygoza ist unser Guide schon ordentlich angedüselt. Er erzählt uns, dass er eig immer auch Fahrer ist und heute mal nur mitfahren und erklären darf. Scheint er richtig auszukosten 🤣🤣 Viel gewohnt scheint er jedenfalls nicht zu sein.

An Stopp drei gibt es kein Halten mehr. Er fordert Dulce bei einer Liveband zum Tanz auf, nuschelt nur noch total undeutlich. Die Haare stehen richtig verrückt zu Berge und sein Blick geht sonstwo hin. Erstmal den Guide schön untern Tisch gesoffen xDDD

Weil wir uns nicht beherrschen können und den volltrunkenen Johnny nicht mehr angucken können, ohne zu lachen, entschließen wir uns, uns beim Dorf-Stopp abzuseilen.

Gute Entscheidung. So können wir Tequila ganz in Ruhe entdecken. Zuerst geht‘s in die schönsten bunten Straßen…

Dann in die weniger Instagram tauglichen Ecken und ich komm endlich dazu, ein paar coole Reportage-Fotos schießen 😍 📸

Vom Markt wird als iTüpfelchen noch eine Spezialität abgreifen. Birria – Ziegeneintopf, an den die Mexikaner, weil ihnen Ziege nicht taugte, einfach so viele Gewürze dran gemacht haben, bis es für sie ok war. 😂😂😂 Urteil: Lecker, auch hier wieder top improvisiert xD

Damit endet unser schöner Ausflug. Wieder im Bus angekommen, geht es nur noch nach Hause: Johnnys time to shine again. 😆

Er krebst (immer noch haubitzen voll 😄) im Van zu uns nach hinten und ist ganz offensichtlich Hals über Kopf in Dulce verschossen xD

Und dann kommt‘s. Weil Dulce mich die ganze Zeit große Schwester nennt (eig nur um vorzuschieben: „Sorry, ich kann nicht weiter mit dir tanzen. Wenn meine big hermana sagt, ist genug, ist das Gesetz“😄), denkt er, sie wohnt auch in Deutschland.

In einem herzzerreißenden Monolog hält er ihr einen Vortrag, dass sie ja bald wieder Welten voneinander entfernt seien. Und wann sie denn das nächste Mal nach Mexiko komme. Mein Highlight ist sein Kommentar: Aber bis dahin lernst du dann den mexikanischen Tanz und richtig spanisch sprechen ok?!! 🤣🤣🤣🤣🤣🤣

Wir gucken uns mit Fragezeichen über dem Kopf an und sagen uns per Gedankenübertragung. Ok, das stellen wir jetzt nicht richtig. Da spielen wir mit und lehnen uns mit Popcorn zurück xDDD

Zu gut, wie er so voll und verpeilt ist, dass er nicht merkt, dass Dulce einfach die mexikanischste Mexikanerin unter dem Mond ist 😄

Um ihre Tarnung zu wahren, quasselt sie den Rest der Fahrt die ganze Zeit wie ein Papagei ein paar Deutschbrocken. Immer nur so: „Icccch bin eine Krankenschwester!!!!!“ 😂😂😂😂

Zurück am Hotel evakuieren wir Dulce ins Hotelzimmer und sollten dort auch bleiben 😄 Den Tag mussten wir erstmal verarbeiten.

Am letzten Morgen ging es dann nochmal durchs Tlaquepaque Viertel, weil‘s so schön war. Mit ein paar bunten Bildern lass ich‘s nach meinem dritten Eintrag dann für heute gut sein 😀

Jetzt sind wir wieder auf Stand – pünktlich zum letzten Solo-Drittel der Reise. Der one and only Pazifik-Küste ❤️ Can‘t wait!!

Poolgeflüster 💦 🙆🏼‍♀️👙

Guadalajara, what can I say? Mega Stadt und vieeeel besser als ihr Ruf.

Mitten in der Altstadt einquartiert, gab‘s rund um die Uhr bildhübsche Kathedralen, Brunnen und historische Gebäude zu begutachten. Die Hauptkathedrale mit ihrer gelben Aufmachung hat es uns besonders angetan.

Als wir am ersten Morgen direkt feststellen mussten, dass die Dachterasse eines Cafes direkt daneben wegen Bauarbeiten geschlossen ist, ist der Hase für mich noch längst nicht gegessen 😄 So leicht lass ich mich nicht abspeisen!

Nach eingehender Analyse spotte ich rote Schirme. Es muss eine zweite Terasse geben 🧐😄 Dreimal um den Block geirrt, finden wir was. Natürlich, was sonst?! Double Tree Hotel by Hilton xDDD

Rauf da bekommen wir unseren Hammer Blick auf die Kathedrale – und bestellen die lokal berüchtigten Tortas Ahogadas. Baguette in scharfer Tomatensauce mit Zwiebeln und Fleisch. Wie wir später erfahren erfunden, weil Franzosen das Baguette nach Guadalajara brachten und die Mexikaner es selbst einfach nicht gebacken bekommen haben und das Brot immer so hart wurde, dass sie es letztlich einfach in Sauce ertränkt und eingeweicht haben xDD Könnte von mir kommen der Lösungsansatz 😂

Bestens gestärkt, dass Dulce und mir wieder gefühlt die Knöpfe abplatzen, entscheiden wir uns für eine Free Walking Tour. Hauptsache sich schön was vormachen, das XXL-Frühsrück wäre abtrainierbar 😄

Wir halten also Ausschau nach gelben Umbrella und juhu, auch ohne Reservierungen finden wir einen Guide. Santiago. Das beste: Wir sind die einzigen Kunden. Also einfach mal ne komplett private Tour abgegriffen.

Der gute Santiago ist super nett und witzig. Dazu gibt er sich ultra Mühe und goldene Tipps für die Freizeitgestaltung. Etwa dass am Abend Lucha Libre, also mexikanische Wrestling, steigt 😄💪🏼

Hier die schönsten Fotos von unserer Tour:

—- Deutschlands frechster Frechdachs —-

Nu aber Zeit für Well Being. Nach Nachtbus und Stadtgerenne haben wir uns etwas Entspannung verdient. Also ubern wir uns zu einem fency Hotel, das ich über einen Blog gefunden habe. Auf Instagram heisst es, es gibt auch Daypasses für den Pool. Also für externe Nicht-Gäste. Da ich bis jetzt keine Antwort zu Preisen und Konditionen bekommen habe, entschließe ich mich für die kleinkriminelle Variante. Selbstbewusst reingehen und erstmal schauen, ob einer einen überhaupt anspricht und als Fremden enttarnt 😂😂

Schon am Lago Maggiore hab ich diese Methode mit Kev sehr erfolgreich bis zur Perfektion betrieben, wie einige von wissen (hahaha, muss so lachen, wenn ich nur dran denk, wie wir da ins 6 Sterne Ding reinmarschiert sind xD)

Nach ein, zwei Fails, wo wir uns plötzlich im Spa-Bereich wiederfanden und ausversehen in eine Beauty Behandlung von einem Mann platzten 😂😂😂, fragten wir dann doch mal ganz unauffällig bei einem Kellner nach, auf welcher Etage nochmal der Pool sei. Natürlich auf der einzigen, auf der wir nicht waren xD

Angekommen feiern wir uns. Wir sind die einzigen hier und haben die Oase wieder für uns allein 😍

Kritisch wird es kurz, als ein Kellner aufschlägt und uns nach Drinks fragt. Schon richtig abgeklärte spanische Sprüche im Kopf zurecht gelegt, dass wir heute mal direkt in Effectivo zahlen, wenn er uns nach unserer Zimmernr fragt, bestellen wir zwei Cocktails. Bingo, interessiert ihn gar nicht.

Nach ein paar Stunden poppt mein Insta auf. Das Hotel, an dem wir gerade chillen, hat geantwortet. 700 Pesos Eintritt und 500 Pesos Mindestverzehr soll der Daypass pro Person kosten. Schön 50 Euro also 😅

Ähm ja ok. Wir gehen dann mal lieber, bevor uns doch noch jemand enttarnt xDDD Der Kellner ist zum Glück 20 min lang nicht auffindbar. Die perfekte Ausrede, um einfach unsere insgesamt 300 Pesos für die Drinks auf den Thresen zu hinterlassen und die Biege zu machen 😅 Ich packe noch ordentlich Trinkgeld drauf zur Sicherheit und let‘s go.

Unten am Ausgang sehen wir unseren Kellner. Noch besser! Ich sage ihm in meinem Gringa Spanisch, dass wir es ein wenig eilig hätten und ich ihm das Geld und Propinas auf den Tisch gelegt habe. Esta bien?

„Claro que si, muchas gracias!“

Ok ciao!!!! 😄

Gehyped von unserer Aktion denken wir, da geht noch mehr. Wir setzen uns ins Taxi, um dem Tag noch die Krone aufzusetzen. Im Viertel Tlaquepaque. Dort soll es unfassbar schön sein und das beste Restaurant der Stadt geben.

Und Dios Mio. Solltet ihr jemals in Guadalajara landen, geht ins Casa Luna. Übelst coole Deko, Open Air Clubfeeling, wenn es dunkel wird. Und das Essen. Ich hab mir ein Vacío Steak mit Creme-Blattspinat und Püree bestellt und bin vor Freude bei jedem Bissen fast an nem Herzinfarkt gestorben. Es könnte ggf das beste Stück Fleisch ever gewesen sein. Und das soll bei Diedas Porterhouse und co. im Portfolio schon was heißen, sag ich euch.

Kostenpunkt mit Getränken. Keine 20 Euro!

Wir schweben am Ende so euphorisiert raus, dass wir fast das Lucha Libre Wrestling vergessen hätten. Ins nächste Uber gehuscht, machen wir die Arena Coliseo unsicher. Wieder ein Spaß der ganz besonderen Sorte xDDD

Sowas von asozial und unter der Gürtellinie diese Kämpfe 🤣 Teils richtig geil schlecht und offensichtlich eistudierte Moves, Kostüme unter aller Kanone und ein pöbelndes Publikum, das selbst Simone von der Arbeit in den Schatten stellt xDDD

Die ganze Zeit. Ooaaaaaaah….. Puuutooooo!!! (Stricher) 😂😂😂😂 Auch das inkl. Tomaten-Bier mit Chili-Rand überlebt, fallen wir happy ins Bett. Guadalajara ich mag dich 😀

Mi Puebla es tu Puebla

Wenn Gastfreundlichkeit einen Namen hätte, wäre es Vazquez. Wie herzlich Dulce und ihre Familie mich wieder in Puebla aufgenommen haben, ist Wahnsinn.

Wegen einer Gasexplosion 10 Blocks weiter musste Dulce als Krankenschwester eine extra lange Schicht schieben. Kein Problem, no pasa nada. Mama Vazquez, übernehmen Sie! 😄💪🏼

Erstmal 3 Gänge zum Frühstück auf den Tisch gewemmst, geht es nach einer Dusche und einem kleinen Nickerchen… ab in die Kirche. Nicht dass der armen Hija noch langweilig wird hahaha.

Ich sitze also mit Dulces Mama, die übrigens kein Wort Englisch spricht, in einer mexikanischen Messe. Ein wildes Lied jagt das nächste. Und es ist voller Körpereinsatz gefragt. Mein persönliches Highlight ist erreicht, als wir Abba-mäßig die Arme vor dem Körper nach oben schmeißen, um dann überschwänglich von rechts nach links zu winken. Und Dulces 1,40 m große Mama mich von unten anstrahlt wie ein Honigkuchenpferd 😂😂😂😂 Herrlich…

Ähnlich amüsant startet der Trip mit Dulce. Da unser obligatorisches Synchron-Jump-Foto genau wie vor zwei Jahren natürlich NICHT funktioniert 😄

Nach dem Eye of Puebla ist volles Dia de Muertos Programm angesagt. Dulce hat für den reibungslosen Ablauf einen Freund als 3 in 1 Chauffeur, Rucksackträger und Fotograf angeheuert xD All Inklu geht es nach Atlixco, in ein kleines traditionelles Dorf, in dem der Tag der Toten besonders groß und traditionell gefeiert wird. Bedeutet: Ofrendas, Kostüme und Blumen überall.

—- Dracula ist auch am Start —-

Tags drauf wird selbst in die Hände gespuckt. In der Früh geht‘s zum Markt, um alles für den Altar zu Ehren von Dulces Omi und Opi daheim zu besorgen. Es wird gefeilscht, gegen den Lärm angeschriehen – und höflich geglotzt. Denn ich bleibe auch an Tag zwei in Puebla die einzige Blondine bzw. überhaupt Ausländerin weit und breit.

Aber macht ja nix. Dann beruht das Glotzen bei frisch gerupften Hühnern, schwarzen Kürbissen und Meter hohen Schweinekrustenbergen wenigstens auf Gegenseitigkeit 😀 Alles eingetütet, wird daheim drauf los geschmückt und der Weihrauch ausgepackt.

Ofrenda fristgerecht abgeliefert, ist es auch leider schon wieder soweit. Packen für den Übernachtbus. Next Stop: Guadalajara, Jalisco. Geburtsort der Mariachi Sänger und des Tequilas.

Aber nicht bevor ich mir noch einmal Chalupas von der Straße gönne ☝🏼 Neben Tacos das beste Streetfood der Welt!!! 4er Pack für umgerechnet 1,50 Euro sachste? 😍