Trippin‘ Time in Guadalajara. Wir ließen uns gestern den Spaß nicht nehmen, einen Abstecher nach Tequila zu machen. Der Geburtsstätte des Nationalheiligtums.
Gebucht wurd eine Tagestour mit gleich drei Destillerie-Stopps (jawolloooo), Exkursion auf ein Agave-Feld und 2 Stunden Aufenthalt im Dorf Tequila selbst.
Als uns Johhny der Tourguide im Hotel einsackt, ahnen wir nicht, was uns schon wieder bevorsteht 😂
Die ersten zwei Stops verliefen noch ganz human. Auf einer urigen Hacienda besuchen wir zunächst die „kleine“ Familien-Taquileria Don Valente. Nur rund 30 Leute arbeiten hier, darunter allein 9 Brüder. Hajajajaj, die arme Mutter…



Um ihren besten Tequila herzustellen, braucht es von vorne bis hinten rund 19!!! Jahre. 8-9 Jahre braucht die blue Agave um voll auszuwachsen, anschließend wird der Saft gewonnen und 14 Tage lang verarbeitet. Entweder per Steamofen oder aber die Agave wird traditionell in eine Feuergrube geworfen und dort ewig und drei Tage geschmorrt, bevor es weitergeht. Für den extra ultra age Tequila (es gibt 5 Stufen, je nach Reifegrad) bleibt dieser mehr als 9 Jahre in einem speziellen Fass. Von neutralen Fässer bis ehemaligen Wein-, Whiskey- oder Sherry-Fässern gibt es alles mögliche. Wichtig ist nur, dass echter Tequila 100% Agave auf der Flasche stehen hat, sonst isser gestreckt. Und er sollte aus der Region Jalisco kommen. Dazu gilt die Faustregel: Je dunkler der Tequila, desto besser und teurer.
Mit der Luxus-Variante machte der Familienbetrieb auf einer weltweiten Convention den zweiten Platz. Wir durften also vom Meister lernen und kosten. Und man kann festhalten. Mit dem roten Hut Sierra Tequila hat das hier mal so gar nichts zu tun. Völlig anderes Getränk.




Wenn ich zurück nach Deutschland komm, kann ich in der Milchbar auf jeden Fall auftrumpfen (also mehr als sonst) 😂 Wir haben nämlich gelernt, wie man professionell Tequila trinkt. Dass es nicht im Hals brennt und das Zeug sogar gut schmeckt xD
Ich bin mal so frei und reveal euch Trick 17. Das Geheimnis ist, schon erstmal nicht mit der Nase direkt dran zu riechen. Sondern das Pinnchen unter die Lippe zu halten. Sonst sniffelt man nämlich nur den Alkohol und nicht die anderen Aromen. Dann nimmt man den Tequila in den Mund, verteilt ihn gut 3 Sek, atmet durch die Nase ein, runterschlucken und zu guter Letzt feste und auf einmal ausatmen. Tadaaaa! 🥳
Um das Ganze bombenfest einzustudieren und zu verfestigen, werden uns gleich drei Tequila Sorten zum Probieren gegeben. Danach noch 4-5 Tequila Liköre. Sicher ist sicher 🤣 Erste Verluste gibt es bis dato nur im Tierreich.

Das sollte sich an Station zwei ändern. Nach dem gleichen Pensum in der Destillerie Raygoza ist unser Guide schon ordentlich angedüselt. Er erzählt uns, dass er eig immer auch Fahrer ist und heute mal nur mitfahren und erklären darf. Scheint er richtig auszukosten 🤣🤣 Viel gewohnt scheint er jedenfalls nicht zu sein.
An Stopp drei gibt es kein Halten mehr. Er fordert Dulce bei einer Liveband zum Tanz auf, nuschelt nur noch total undeutlich. Die Haare stehen richtig verrückt zu Berge und sein Blick geht sonstwo hin. Erstmal den Guide schön untern Tisch gesoffen xDDD
Weil wir uns nicht beherrschen können und den volltrunkenen Johnny nicht mehr angucken können, ohne zu lachen, entschließen wir uns, uns beim Dorf-Stopp abzuseilen.
Gute Entscheidung. So können wir Tequila ganz in Ruhe entdecken. Zuerst geht‘s in die schönsten bunten Straßen…




Dann in die weniger Instagram tauglichen Ecken und ich komm endlich dazu, ein paar coole Reportage-Fotos schießen 😍 📸










Vom Markt wird als iTüpfelchen noch eine Spezialität abgreifen. Birria – Ziegeneintopf, an den die Mexikaner, weil ihnen Ziege nicht taugte, einfach so viele Gewürze dran gemacht haben, bis es für sie ok war. 😂😂😂 Urteil: Lecker, auch hier wieder top improvisiert xD


Damit endet unser schöner Ausflug. Wieder im Bus angekommen, geht es nur noch nach Hause: Johnnys time to shine again. 😆
Er krebst (immer noch haubitzen voll 😄) im Van zu uns nach hinten und ist ganz offensichtlich Hals über Kopf in Dulce verschossen xD
Und dann kommt‘s. Weil Dulce mich die ganze Zeit große Schwester nennt (eig nur um vorzuschieben: „Sorry, ich kann nicht weiter mit dir tanzen. Wenn meine big hermana sagt, ist genug, ist das Gesetz“😄), denkt er, sie wohnt auch in Deutschland.
In einem herzzerreißenden Monolog hält er ihr einen Vortrag, dass sie ja bald wieder Welten voneinander entfernt seien. Und wann sie denn das nächste Mal nach Mexiko komme. Mein Highlight ist sein Kommentar: Aber bis dahin lernst du dann den mexikanischen Tanz und richtig spanisch sprechen ok?!! 🤣🤣🤣🤣🤣🤣
Wir gucken uns mit Fragezeichen über dem Kopf an und sagen uns per Gedankenübertragung. Ok, das stellen wir jetzt nicht richtig. Da spielen wir mit und lehnen uns mit Popcorn zurück xDDD
Zu gut, wie er so voll und verpeilt ist, dass er nicht merkt, dass Dulce einfach die mexikanischste Mexikanerin unter dem Mond ist 😄
Um ihre Tarnung zu wahren, quasselt sie den Rest der Fahrt die ganze Zeit wie ein Papagei ein paar Deutschbrocken. Immer nur so: „Icccch bin eine Krankenschwester!!!!!“ 😂😂😂😂
Zurück am Hotel evakuieren wir Dulce ins Hotelzimmer und sollten dort auch bleiben 😄 Den Tag mussten wir erstmal verarbeiten.
Am letzten Morgen ging es dann nochmal durchs Tlaquepaque Viertel, weil‘s so schön war. Mit ein paar bunten Bildern lass ich‘s nach meinem dritten Eintrag dann für heute gut sein 😀





Jetzt sind wir wieder auf Stand – pünktlich zum letzten Solo-Drittel der Reise. Der one and only Pazifik-Küste ❤️ Can‘t wait!!

