… take a jacket with you. Ernsthaft. Es ist kalt!
Morgens und abends zumindest. Da legt sich der berühmte Nebel über die Stadt. Ich will’s nicht missen. Die Wolken hängen hier so kurios tief, dass sich sau coole Anblicke und Fotos ergeben. Tagsüber kommt trotzdem ordentlich die Sonne raus. Perfekt, um ein bisschen was von dem Flower-Power-Vibe aufzusaugen.

Den gibt’s nicht nur auf Souvenir-Shirts, Tassen und sonstigem Kram, sondern auch in den Straßen. Bunter VW-Bus überholt dich hier, Seifenblasen fliegen durch die Luft, Streetart an jeder Ecke und kleine bunte Cafes. Wenn man an den richtigen Ecken durch die Straßen läuft – in zerrissenen Jeans 😉 – dann kommt schon Stimmung auf.




Wir wohnen dagegen diesmal direkt im Penner-District. Die Stadt hat echt ein Riesen-Problem mit Obdachlosen – seit Corona noch mehr als sowieso schon. Machen tun die nichts, gefährlich ist das also nicht. Aber sie tun einem ultra Leid. Reihenweise liegen oder sitzen die regungslos auf der Straße. Nix mehr in den Augen und teils komplett entstellte Gesichter. Hunderte nebeneinander. Es stinkt in großen Teilen der Stadt unfassbar und praktisch an jeder Ecke triffst du jemanden, der wirres Zeug mit sich selbst redet – oder eben mit dir.
Wir lassen uns mal Parken im Hotel für 47 Euro die Nacht raus, um da abends nicht durch unsere Straße zu flanieren, wo sie genau eine Versorgungsstation aufgebaut haben. Passt. Gibt ja genug schöne Viertel, in denen wir uns rumtreiben können.
Zum Beispiel Ashbury Haights. Hier ist 300% Flower Power Programm. Beatles hier, Blumen da und komplett verrückte Läden zieren die Ashbury Street. Ich lande in einem Krims-Krams-Artist Laden, wo noch jedes Teil mit Liebe von einer Person hergestellt wurd. Ich feier eine Sonnenbrille. Als ich zur Kasse will, kommt Vanessa, das nette Mädel vom Eingang, die uns begrüßt und alles erklärt hat, quietschend auf mich zugerannt. „Wooohooo, she likes my sunglasses! No way!“ Haha, war die Brille ausgerechnet von ihr bemalt. Erstmal ein Foto zusammen gemacht, bei dem man sich fragt, wer sich jetzt eigentlich mehr gefreut hat.


Weitere Klassiker folgen an den nächsten zwei Tagen. Historische Tram fahren, die Lombard Street – San Franciscos wendigste Straße – fahr ich bei 2 km/h stilecht im Stehen aus dem offenem Panorama-Dach runter. Was haben wir noch? Die steilste Straße der Stadt mit 31,5% Steigung. Die Painted Ladies. Den Harbour mit Pier 39. Das Mission District mit seinen Murals.








Hier hatte ich by the way im unscheinbarsten Laden auf Blog-Empfehlung den besten Burrito meines Lebens! Da träum ich jetzt noch vom ersten Bissen xDDD Allgemein ist das mexikanische Essen für USA-Verhältnisse hier vom anderen Stern.


Aber auch Guineas Insta-Recherche zahlt sich aus. Einen Abend gönnen wir uns eine Latino Rooftop Bar mit lilalen Quesadillas, Yuca Fries, Chicarron und nem Pitcher Sangria. Frühstücken tun wir in unserem Urlaub fast nie, aber Brunchen im Son & Garden muss auf jede To Do Liste! Girliger wird’s nicht, aber der Laden ist wirklich purer Zucker – und das Essen unglaublich lecker. Wir hatten Eggs Benedict mit Regenbogenkartoffeln und einen Cloud9 Cocktail. Cute cute cute.






Bleibt noch? Richtig. Die Golden Gate Bridge und Alcatraz! Die beiden Schwergewichte in SF. Beides ein absolutes Muss.
Die normalen Brücken-Viewpoints haben wir alle geskippt, weil erstens 1.000 Menschen und zweitens Standard Perspektive, wo man sich auch einfach ne Postkarte kaufen kann 😀
Wir schauen uns die Brücke stattdessen vom Insta-Felsen am Battery Spencer auf der anderen Seite, dem Fort Baker für die Perspektive von unten und dem Marshall Beach mit 200-Stufen-Trailrunning-weil-Sarah-wieder-mal-spät-dran-ist an. Worth it!








Und es stand praktisch schon vorher fest, aber die Prophezeiung ist dann tatsächlich eingetroffen. Mein absolutes Highlight: die Night Tour in Alcatraz!
Vor zwei, drei Monaten haben wir uns zwei der begehrten Tickets für die Abend-Tour gesaved. Seit dem Tag freu ich mich aufs sagenhafte Insel-Gefängnis, auf dem einst u.a. Scarface El Capone einsaß.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie es mir als Shawshank Redemption Verehrer (bester Gefängnis-Film und allg. Film aller Zeiten!!!!) den Rücken runterkrabbelt, als wir mit der Fähre auf die Insel zufahren.
Vor 15 Min noch Sonnenschein gehabt, folgt der Nebel der Regieanweisung und hüllt die Insel ins richtige Setting. Die Wellen preschen vom Wind gegen unser Boot und über dem grauen Himmel der Insel kreisen hunderte kreischende Pelikane um den alten Leuchtturm. Gänsehaut pur!





Wir machen die selbst geführte Audio-Tour, auf der echte Häftlinge und ehemalige Wärter von ihrer Zeit im berühmtesten Gefängnis der Welt erzählen. Krasse Stories wurden da ausgepackt.











Was mich am meisten flasht, ist der Moment, wo wir auf den Backyard gehen, wo die Insassen ihren „Ausgang“ auf den Hof hatten. Ein grauer Betonplatz mit ein paar Stufen aus dem Gefängnis-Bilderbuch. Wäre da nicht direkt von deiner Nase die Golden Gate Bridge und ein unfassbares Panorama. Ich frage mich, was das für ein Gefühl sein musste, hier an diesem tristen Ort festzusitzen. Mit dem Blick absoluter Freiheit und Schönheit vor der Nase.



In dem Guide erzählen die Einsassen sogar, dass sie Menschen vom Festland singen und lachen hören konnten, wenn der Wind richtig stand. Schlimmste Nacht war für sie Silvester.
Und ich kann es nicht beschreiben, aber dieses Gefängnis und diese Insel haben eine so krasse, traurige Aura. Hier rumzulaufen fühlt sich an, als wäre der Ort verflucht oder so. Die Türme, die aus dem Nebel ragen. Die Vögel, die alles umkreisen. Der Kontrast zwischen deinem grauen, nebelverhangenem Knast und der hell strahlenden Skyline von San Francisco. Unbeschreiblich.




Wir schauen uns hintenraus noch die Krankenstation und den Westen der Insel auf eigene Faust an. Gerade die Ruinen am Leuchtturm haben es mir angetan. Schaut hier aus wie bei Uncharted. Dann geht es mit der Fähre zurück nach San Francisco – und zur letzten Nacht, bevor es weitergeht.



Nun gibt’s Kontrastprogramm. Es geht an der Küste auf dem Highway 1 entlang, Richtung Malibu und L.A. Sonne und Bikini, wir kommen!!!!! Schnallt euch an für Venice Beach Vibes! 😀




































































