„Washy, washy – yummy, yummy!“ :D

So lautet die simple Glücksformel hier an Bord bei Royal.  Ein Satz, der mich diesen Monat credo-like begleitet, wenn ich mal wieder das Buffet plündere, und der für immer in mein Hirn gebrannt sein wird. 

Seit Covid ist Händewaschen an jedem Buffet-Restaurant-Eingang Pflicht. Um die Leute dazu zu animieren, hat man sich einige grandiose Dinge einfallen lassen.

Neben dem „Washy, washy – yummy, yummy“-Slogan, den dir Asiaten oder Mexikaner euphorisch entgegenwirken, ist ein Ukulele-Spieler installiert, der jedes Dinner den Banger auflegt: „Waaaaash youuur haaaaaands!“ xDDD

Mein Highlight aber heute morgen eine (schwarze) Jesus-loves-you-Sister-Act-Frau im Krankenschwesterkostüm (??? :D), die mir entgegenbölkt: „Hell lord, I’m in the mood for a wash! Auuuuu“ Ahahahahah. Einfach nur herrlich. 

Um ins Windjammer (das Buffet-Restaurant) zu kommen, würde ich auch unüberwindbarere Hürden in Angriff nehmen. Das ist nämlich einfach der Wahnsinn.

JEDEN TAG gibt es perfekt medium rare gebratene butterzarte Steaks mit Rosmarin und Knoblauchbutter, Garnelen, Lamm und dazu täglich wechselnde landesspezifische Köstlichkeiten unter einem bestimmten Motto (Italien, Karibik, American BBQ usw.). 

Sie nennen es „Frühstücks-Schinken“ xD

Klar kann man hier jeden Tag Burger und Pommes essen und das Schiff doppelt so breit wie vorher verlassen. Wenn man sich unter Kontrolle hat, kann man hier allerdings, was man vielleicht nicht denken würde, weitaus besser und gesünder essen als an Land, muss ich sagen.

Täglich gibt es eine XXL-Premium-Salatbar, Hähnchen, Lamm, Rindfleisch, Lachs, Erbsen, Linsen, Curries, Avocados, Omelettes, Gemüse in jeder Sorte, Farbe und erdenklichen Form. Ein Paradies.

Am Nachmittag zwischen den Hauptessenszeiten gibt es außerdem noch das Park-Cafe, meinen Lieblingsort auf dem Schiff. Nicht nur, weil da täglich frisch Roastbeef vom Stück aufgeschnitten wird als Snack für Zwischendurch (PS.: genau mein Scheiss!“ =)). Man sitzt einfach in einem kleinen Outdoor-Cafe mit süß geschwungenen Stühlen zwischen 20.000 Pflanzen unter freiem Himmel. Mitten im Schiff. Es ist praktisch ab Deck 8 nach oben offen, wie ein Rieseninnenhof. Hier steigt öfters unsere Kartenspiel-Action. Oder wir chillen einfach für einen Kaffee hier und arbeiten. 

Geisteskrank ist auch die Promenade im Herz des Schiffes dadrunter. Hier sind Cafés, Shopping-Läden und Bars mit Live-Musik am Start. Und – natürlich völlig selbstverständlich – ein überdimensionaler Chrom-Cowboyhut und ein original fahrtüchtiger Mustang aus den 60er Jahren. Ich meine klar, warum auch nicht 😀

Im Boleros gibt es, wie der Name schon suggeriert, feine Latino-Musik mit Dancefloor und Liveband zum Tanzen. Hier geriet ich in einen Abend unvermittelt in eine Woooo-Girl-Tanzgruppen-Party,  wurde liebend aufgenommen und bekam aus dem Nichts von einer brasilianischen Tanzlehrererin kostenlos Samba, Merengue und Cha-Cha-Cha Unterricht. 

Im Irish Pub spielt und singt täglich ein Gitarrist. Eine Etage höher ist Petros in der Schooner Bar Zuhause. Einer coolen Seefahrer-Bar mit dicken Klavierflügel.

Karaoke-Bar, Theater, Open Air Kino, Stand-up-Comedian-Loft und ein Aqua-Theater, in der irre Action-Shows mit professionellen Tänzern und ehemaligen olympischen Turmspringern steigen, runden das Entertainment neben einer Standard-Band und einem Reggae-Karibik-Quartett fürs Sonnendeck ab. Langweilig wird einem hier wirklich nicht.

Dazu gibt es Shows wie Love and Marriage, wo Couples gegeneinander antreten und wie auf Hochzeiten übereinstimmende, teils fiese/dekadente Antworten geben müssen. Trivia-Quizzes, Tanzkurse, freie Sport- und Ernährungskurse, Single-Treffs. Und und und.

Die meiste Zeit vertreibe ich alte Eidechse aber natürlich auf dem Pooldeck, am liebsten auf einer der ergonomischen Wasserliegen für mich Rückenkrüppel direkt im Pool.  Angetan hat es mir auch das sogenannte Solarium Bistro, eine Art Wintergarten/Wellness/Schwimmbad Area, in der Kinder verboten sind. Juhuuuuu 😀

Hier gibt es den legendären Jacuzzi, über dem nonstop ESPN oder Livesport von anderen 

Channels läuft. Heißt: Football, NBA, Tennis und Fußball nonstop, dekadent auf Bubbles fläzend 🙂

Besser kann man nur noch in der Sports Bar „Playmakers“ schauen. Hier werden zum Football Onion-Ring-Towers serviert, die gefühlt höher als ich sind xDDD Haben wir einmal gemacht und war ein Fettgelage sondergleichens. Selbstredend haben wir dadrauf noch Trüffel-Parmesan-Fires und einen Triple-Patty-Burger geordert. Da kamen selbst Petros und ich an unsere Grenzen. 

Die Völlerei verarbeite ich teils im Gym, das echt nice und immer leer ist, und teils in komatösen Post-fressal-Nickerchen 😀 Da kann es gut passieren, dass ich Petros ersten Slot um 9 verschlafe und nach dem Abendessen erstmal eine Stunde Ruhe hahaha.

Später geht es dann aber aufgebrezelt ins Live-Musik-Getümmel. Programm gibt es jeden Tag bis ca. 1 Uhr nachts. Danach haben noch Clubs bis open end auf. Hab ich aber nur an Silvester einmal wahrgenommen.

Normalerweise gibt es nämlich nach Petros Performances um 1:30 Uhr noch nen Mitternachts vom Room Service oder dem 24/7 Pizza Corner. Petros hat halt Hunger, nachdem er 3,4 Stunden performt hat. Tja und ich. Mitgegangen, mitgefangen, sage ich 😀 😀 

Rausschmeißen tu ich euch mit einer Übersicht, wie ein typischer Tag bei mir aussieht. Weil mich das manche auf Instagram noch gefragt haben.

Typischer Seetag:

9h aufstehen & erstmal ein Lachsomelette abgreifen ⏰🐟

9:30h Am Pool in der Sonne oder im Cafe/Bistro arbeiten, recherchieren bzw. lernen ☀️📖 

12h Lunch mit Petros, wenn das Dornröschen aufgewacht ist 😀

13h Kartenzocken, Video Games, Café, Projekte, Lesen, Lernen, Pool-Time

17h Gym 💪🏼 

19h Dinner 🍗 

20h Schlafen 💤 

21:30 Shows, Comedians & Petros beim Spielen zugucken 🎹 

1:30 Mitternachtssnack

2-3h schlafen gehen 😌

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Typischer Landtag:

9:30h aufstehen, Snack & Eiskaffee to go ⏰

10h Landstopp erkunden & Wifi abgreifen 🛜 

15-18h zurück aufs Schiff 🛳️ 

18h Gym 💪🏼 

19:30h Dinner 🍗 

20h Schlafen 💤 

21:30 Shows & Petros beim Spielen zugucken 🎹 

1:30 Mitternachtssnack

2-3h schlafen gehen 😌

Spaß mit Flaggen: Z. King und der Pommespanzer xD


Oder auch: Wie die Nummer des Customs & Border Patrol Supervisors am Orlando International Airport für den Wieder-Einreise-Notfall auf meinem Handy landete xDDD

Ich sag’s euch. Ich und mein Reiseplan. Es ist kompliziert.

Wegen 1 gesundem Abstand bei 3 Monaten Zusammenleben auf 12 qm, meiner basic Mexiko-Love, dem wohl schönsten Tauchspot der Welt auf Cozumel vor der Nase und der Existenz von Dulce gibt es eine kleinere Februar-Mission in Angriff zu nehmen. Die da heißt: In Cozumel vom Schiff hopsen, 10 Tage in Mexiko viven und dann per Flieger wieder nach Orlando immigrieren und zurück aufs Schiff. Deutscher Reisepass, kein Problem. Denkt man so.

Trotz aller Recherchen vorab – inklusive Gesprächen mit der US-Botschaft, der offiziellen ESTA-Hotline und allen Verantwortlichen auf dem Schiff – ist nicht 100% klar, ob’s bei der Wiedereinreise Probleme geben könnte. Die Kombo, per Kreuzfahrtschiff das Land bzw. den US-Schiffs-Loop zu verlassen und per Flugzeug wieder einzureisen ist nicht sonderlich gängig. Erst recht nicht, wenn man die 90-Tages-Grenze fürs visafreie Reisen mal dezent bis auf einen Tag ausreizen will – und dazwischen in drölf Ländern rumgegurkt ist… xDD Theoretisch geht es schon klar, aber jeder sagt mir: Hm, wird der Grenzbeamte ggf. nicht mögen – und der kann dir halt die Einreise verweigern, wenn er Bock dazu hat. Klingt eher semi nice. 

Ich brauch Gewissheit von der Quelle. Fest entschlossen will ich bei unserem wöchentlichen Sonntagsstopp in Port Canaveral einfach mal auf doof einen Immigration-Officer von der US-Border-Patrol direkt fragen, wie er das beurteilen würde.

Da die Schalter nach meiner wöchentlichen strengen XXL-Auscheck- und Eincheck-Prozedur inklusive Face recognition schon nicht mehr besetzt sind, gucke ich ein bisschen doof aus der Wäsche. Und laufe orientierungslos (das kann ich gut :D) durch den Terminal. 

Bis… Ha, eine Uniform! Jawoll, den laber ich an!

Ein simples „Excuse me Sir, are you an immigration officer?“ erfolgt – und der Rest ist schon wieder eine legendary Geschichte 😀

Officer Z. King (kein Scherz xDDDD) sitzt vor mir. Lässig auf einem Campingstuhl.
Lustiges Gesicht, dicker Bauch, nett.

Hat natürlich überhaupt nix mit Immigration zu tun, aber angebissen hatter trotzdem. Theee King hat eine Mission!

„I have no idea how to answer that question, but I will find you someone who can!“

Mit persönlicher Garde geht es also in 1:1-Betreuung durch den gesamten abgesperrten Terminal. Kreuz und quer über Ecken, Flure, Rolltreppen.

Der Smalltalk revealt, ich bin deutsch. Und zack, fangen Z. Kings Augen an zu glitzern. Geradezu euphorisiert zückt er sein Handy. 

„German?! No way?! You will not believe what nice German words I have learned today.“

„Oh, you had a lot of German visitors with questions here or what?“
„No, I found this awesome page. Look at this! Check this out! OMG!“

Und dann zeigt er mir einfach ne Meme-Seite mit lustigen 1:1 Übersetzungen von kreativen deutschen Beleidigungen xDDDD

„Please read it. Read it. Say it!“, haut er ich mit Ellenbogen an, als wären wir alte Saufkumpel.

Hahahahahahaha. Ernsthaft?! Ich guck diesen Police Officer in Uniform einfach nur fragend an und muss so lachen.
Aber gut. Konzentration. Ich schaue das Meme an und lese laut vor:

„Pommespanzer –  a fat person who eats a lot of fries“ xDDDD

HAHAHHAA – Ich kann nicht mehr. Der Typ hat natürlich die dreckigste Lache auf dem Planeten und kriegt sich nicht ein. 

Weiter geht’s!

„I have more, I have more…. Here!“ (SWIPE) „Aaaand go. Say it!!!!“ xDDDD

„Sackgesicht – an ugly person who’s face looks like testicles!“

„HAHAHAHHAAH“ – Wieder schnallt er ab.

Es folgen noch Kampfzwerg, Buttergnom (was ist das eigentlich bitte?!“) und sonstwas für ulkige Ausdrücke.

Als wir mit Tränen in den Augen schließlich bei der grantigen Grenz-Lady ankommen, sind wir geradezu enttäuscht. Richtig wieder im Ernst des Lebens angekommen. Continence ist angesagt!

Und wir werden direkt auf den Boden der Tatsachen katapultiert. Die Lady sagt, sie würde mich nicht einfach durchlassen und mich zum Secondary, einem Interview aka einer Mini-Vernehmung, schicken. Sie gibt mir ne 50/50 Chance. Ja super. Nicht exakt das, was ich hören wollt. Aber iwie hat die mir auch gar nicht richtig zugehört und alles durcheinandergeschmissen, hab ich das Gefühl.

Auf dem Weg zurück versucht Z. King, die Stimmung zu heben.
„Well. At least you know now and don’t get lost in Mexico when they send you back :D“

Ich press ein Lächeln raus, bin aber maximal verwirrt und frag mich, was ich nu machen soll.
Was ein Scheiß. Aber auch bei Z. King rattert’s. So ganz will er die Lage auch nicht akzeptieren. Er schaut skeptisch und runzelt die Stirn.

„I don’t want to sound mean, but I think the lady was full of shit – I’ll spill it out loud“ xDD

I think she understood you want to restart your ESTA and bypass the VISA. I have another idea. We call someone else…“

Hammer. Z. King ist wirklich auf Mission. 

Er zückt sein Handy – diesmal nicht, um weitere Deutsch-Beleidigungen zu ergründen, sondern um den CBP-Boarder-Patrol-Supervisor vom Flughafen Orlando persönlich anzurufen. Nicht. Sein. Ernst. Was ein Glück ich schon wieder habe.

Erste Reaktion: gar nicht cool die Aktion. Er rät ab.

Zweite Reaktion (10 sek später): Hm, aber wenn sie das ESTA nicht neu startet, sondern nur einen Re-Entry beantragt, müsste es eigentlich gehen, sofern sie unter 90 Tage bleibt. Ich rufe meinen Chef an.

2 Min später.
Auch der Chef confirmed. Es geht. Damit steht es 2:1 – mit Meinung von ganz oben.

Und ich komm mir vor wie bei der versteckten Kamera. Z. King entscheidet sich nämlich, Nägel mit Köpfen zu machen und fordert den Super-Guru locker aus der Hüfte auf, das nochmal laut und deutlich zu wiederholen – auf Lautsprecher – für 3 anwesende Zeugen. Hahaha. 

„Can you repeat that Sir? I have put you on speaker. She will be fine?“
Kurze Pause.
„Yep. She should be fine and good to go.“

Poach. Was eine Achterbahn der Gefühle.

„Should I risk it?“, frag ich meinen neuen besten Freund in Florida abschließend immer noch sichtlich verwirrt auf dem Weg zurück durch die Sicherheitskontrollen zum Schiff.

„There is a little risk left. But come on. Go do your thing. You’ll be fine“

Er hält mir sein Handy hin und schiebt legere nach: „Come on, take a picture and take his number. If you have problems in Orlando call the supervisor directly and say you talked to him. I don’t know if he will talk to you, but shoot your shot“

Einfach grande. 

Und so Kinder… landete die Nummer des Customs & Border Patrol Supervisors am Orlando International Airport für den Wieder-Einreise-Notfall auf meinem Handy.  😀

Was für eine Aktion schon wieder. Kannste keinem erzählen…

The least thing I need in my life – a monkey in diapers

Nee, hier hat man aber auch Probleme in der Karibik :DDD 

Neben der Qual der Wahl, in welcher Rum-Spilunke mit Wifi man sich heute niederlässt, gilt es hauptsächlich zu entscheiden, welche Gattung Tier man sich heute von einem Foto-Raggae-Mann aufschwatzen lässt xD

Gerade in St. Kitts, unserem zweiten Stopp der Heiligen-Drei-Königs-Tour (Saint Thomas, Saint Kitts & Nevis, Saint Maarten), war dieses Prozedere auf die Spitze getrieben.

So konzipiert, dass man ohne Taxi absolut nichts machen konnte auf der Insel, war man praktisch auf die Cruise-Port-Bubble angewiesen. (Randnotiz: Ich mein, wir haben es versucht und sind zu Fuß bei 35 Grad im Schatten auf der Suche nach einer „Downtown“ in den absoluten Slums fernab jeglicher Zivilisation herumgeirrt. Diese Insel hatte aber einfach nicht ansatzweise ein Zentrum oder überhaupt irgendwas :D) 

Hafen-Schlaraffenland heißt hier in der Regel: 100 Juwelier-Shops, ka warum by the way. Hawaii-Hemd-Shops. Entschleunigungs-Cocktail-Buden. Letztere lieb ich ja. Ladennamen wie „No Rush“ und das zugehörige Wifi-Passwort „whyrush?“ werden hier noch gelebt 😀 Eine Bestellung dauert gern mal 20 Minuten. In denen kann man sich mit karibischer Chill-Mucke abmelden oder eben aus sicherer Distanz beobachten, wie jedem Mann mit Glatze Tiere auf die Plete gesetzt wird, um ein paar Dollar für ein lustiges Foto abzugreifen.


Auf St. Kitts sind kleine Äffchen die Hauptattraktion. Ihr wisst schon, diese süßen von Indiana Jones und Hangover. Nur dass sie hier keine Abu-Kostümchen oder fancy Rocker-Jeansjacken tragen, sondern Mini-Windeln. Kein Scheiß – und die stinken echt bestialisch 😀

„You want the monkey?! Aww beautiful monkey! Take the monkey, hakuna matata!“, heißt es da. Kein Wunder, dass der Mann neben mir energisch abwinkt und sich nach erfolgreichem Entziehen zu mir umdreht: „Man, that’s really the least I need in my life right now“ xDDDDD Fühl ich.

Genug Internet abgegriffen und Pina Colada geschlürft, wollte ich dann doch noch ein bisschen rumkommen und was sehen. Schließlich ist das unser einziger St. Kitts Stopp in den drei Monaten. Da es Petros ein bisschen zu heiß war und er noch nicht ganz auf der Höhe ist mit seiner Mördergrippe, hab ich mich allein in einen Safaribus-Taxi verfrachtet. Trevor ist mein Fahrer. Der guckte zwar in alle Richtungen, wie Omi charmant sagen würde, war aber so nett, dass ich dachte, ach das wird schon passen mit dem Fahren xD 

Wieder mal goldrichtig entschieden, wie sich herausstellte. Weil das andere Ehepaar zum nicesten Hotel am östlichsten Punkt der Insel will und es dazu noch eilig hat, lädt Trevor die beiden zuerst ab. Heißt für mich. Anstatt meinen Timothy Hill Viewpoint auf den Inselausläufer, bekomm ich für meine 15 Dollar eine gratisPanorama-Insel-Tour on top. Und das Beste. Weil es sich für ihn nicht lohnt, nochmal hin und her zu fahren vor seiner nächsten gebuchten Fahrt in der Nähe, fragt er, ob ich wohl was dagegen hätte, eine Stunde am Strand zu warten und erst dann mit den anderen zurück zum Hafen gefahren. Oh nein, welch ein Pech. Ich würde sagen, gibt Schlimmeres als hier ne Stunde zu verweilen 😉 Also… Strand-Ausflug auch noch mit ins 15$ Komplettpaket gebucht. Check!

Ganz auf eigene Faust waren wir dagegen in St. Thomas unterwegs. Zu Fuß ging’s ca 35 Min zur Altstadt. Mit wirklich süßen Gässchen, charmanten Lädchen mit antiken XXL-Türen und kleinen Parks mit Ausblick auf die Kreuzfahrtschiffe. Hier fanden wir es so cute, dass wir bis Einbruch der Dunkelheit geblieben sind. Wie immer mit fatalen Folgen für mich. 20 Minuten Sonne weg, direkt mit 22 Mückenstichen übersäht – und zwar wieder richtigen Kuhflatschen. Petros hat natürlich nicht einen. Gruß geht an dieser Stelle raus an Fathery – danke fürs Vererben 😀

Und an meinen Bruder schick ich auch einen hinterher. Seine untappd Bier-App beschert uns mal wieder eine Highlight-Bar mit Highlight-Bier. Mein Favorite: ein coconut roasted dark beer. Nom nom nom. Hat auch auf – zur Abwechslung – leeren Magen gar nicht direkt gezündet xDD

Seltener Anblick: Wir und die Wonder im Dunkeln ^^ ☺️

Letzter Stopp vor unserem Seetag-Marathon: Lecker, St. Maarten. Jep, holländische Insel. Zu unserem Glück. Denn Petros ist wieder schlimmer krank und ich bölke auch inzwischen wie ein Elch. Wie gut, dass auf die Niederländer in Sachen Medikation Verlass ist. Oder um Mudder aus unserer SOS-Doc-Consultant-Whatsapp-Konversation zu zitieren: „Die Holländer haben immer guten Stoff!“ xDDDDD

Also ging es erstmal in der Apotheke shoppen. Ein kleiner Rum-Punch war dennoch drin. Man muss ja schließlich in Step 1 erstmal desinfizieren 😀 Vor allem, wenn der Zufall so will, dass die Apotheke genau am Strand neben der Piraten-Bar etabliert ist. Der perfekte Ort für meine Panik-Klamottenkauf-Retour-Logistik mit Mudder über Facetime und die erste Runde Korrigieren für heute. An meine neuen Office-Views kann ich mich wirklich mehr als gewöhnen :))

Auf dem Rückweg bei einem Wegbier noch einen Amerikaner kennengelernt, der Petros jetzt für seine Cruise-Hochzeit später im Jahr engagieren will (:D), schreite ich nach erfolgreichem Business zurück an Bord und hau mich noch ein bisschen in die letzten Sonnenstrahlen. Die Sonne geht hier nämlich teils schon um 16:30 Uhr Ship time unter. Da muss sich die Eidechse beeilen, bevor nach einem kleinen Nap in den Nachtmodus gewechselt wird.

Jetzt heißt es erstmal ciao Internet, ciao Landstopps. Wir machen uns auf den Rückweg zu Port Canaveral, wo wir am Sonntag ankommen und in unsere zweite gemeinsame Runde starten. In der Zeit sammel ich mal ein bisschen Material, um euch das Schiff ein bisschen mehr zu zeigen. Bis dahin, reingehauen 🙂

The German Stallion: Gut gerotzt ist halb gewonnen! :D

I’m back! In meiner ganzen Pracht und Blüte. Kaum einen Tag Buffet geplündert, bei 26 Grad faul in der Sonne gelegen und das erste Mal abends fresh gebräunt aufgebrezelt, bin ich wieder in meinem Element. „The German Stallion“, wie Petros zu sagen pflegt (weil man im Griechischen Frauen mit Wumms als (Renn-)Pferd bezeichnet bzw. komplimentiert). Haha, versucht das mal beim nächsten Mal im Club: „Ej, richtiges nices Pferdegesicht!“

Nichtmal die grippale Seuche, die ich mir anscheinend im Flieger eingeschleppt hab, interessiert. Bis auf ein paar ekelhafte Geräusche und einen kleinen vierstündigen Unfall-Snooze am Silvesterabend, der tragischer Weise das Verpassen des New-Years-Dinners zur Konsequenz hatte, bin ich voll auf der Höhe.

Kein Wunder, die Euphorie über POCO LOCO!!!!! (eig. Coco Cay genannt, Royal’s private Insel auf den Bahamas) war einfach zu groß. Weiße Strände, der größte Pool in der Karibik inklusive schwimmender Bar und eine Schorchel-Zone mit Flugzeugwrack ließen das Herz höher schlagen. Auch mal ne Art, ins neue Jahr zu sliden.

Ich altes Foodie-Trüffelschwein, selbstredend nicht unvorbereitet, aber erstmal in der Vorabrecherche über einen legendären geheimen Chicken-Parmiaggiano-Burger gestolpert, der nirgendwo auf dem Menü stehen, aber per Geheimcode zu bekommen sein soll. Natürlich DIREKT eiskalt um 11 Uhr – ganze 1,5h nach dem Frühstück – am ersten Snack-Counter bestellt xDDDD Zur ziemlichen Unbegeisterung der Bedienung, die erstmal irgendein Protokoll aktivierte und 10 Minuten den ganzen Hühnerstall in Chaos versenkte, um mir die zwei Prachtexemplare schließlich frisch fabriziert vor die Nase zu setzen. War uns kaum unangenehm… 😀 Aber gelohnt hat es sich. Schaut euch dieses Prachtstück an! 🙂  

Und joa, gleiches kann man auch übers Schiff – unser Heim für die nächsten drei Monate – behaupten. Richtig kranke Promenade mit XXL-Chrom-Cowboy-Hut, einem echten alten Mustang ❤ und einen beleuchteten Central Park gibt’s hier. Komplettiert von unserem Lieblingsort, dem „SolAARRium BiSTRRRROO“! Hier lässt es sich auch bei schlechtem Wetter unter einer kuppelartigen Glasfassade perfekt aushalten. Auf cozy Bettinseln neben Monkeys und perfekt gemixten Bahama Mamas versteht sich. Nom nom nom.

Zum Jahreswechsel durfte ich zwar nicht bei Petros in der Schooner Bar beim Spielen zugucken, weil da nur Schicki-Micki-Champagner-Leute zugelassen waren, die für ihre Tische richtig Asche hingeblättert haben. Aber das machte nix. Bei gefühlt 100 anderen Venues hab ich mal die Music Hall mit der „normalen“ Haus-Band ausprobiert. Die lieferten einfach 2h am Stück gute Laune Party Black Music Mucke in richtig nicem Funk/Soul-Stil und bunten Anzügen mit Dreadlocks ab. Beendet wurde die Performance auch einfach absolut random und völlig aus dem Nichts mit einem 2 minütigen E-Gitarren-Solo der USA-Nationalhymne. Die sind auch einfach nicht zu retten, die crazy Amis xDDD Perfekt!

Zum Countdown ging’s schließlich zusammen auf die Promenade mit Big Band Orchestra und Countdown-Party mit Balloon-Release, wo wir einfach tausende Ballons zertreten und ne Tonne Konfetti verarbeitet haben. Richtig schee war’s gewesen, auch ohne Feuerwerk. Hätt ich nicht gedacht. Wie aber auch wieder alle Big Mamas geglitzert und Beyonce mäßig abgeliefert haben. Love it. Da war das Leute beobachten schon wieder ein Highlight für sich. 

Eine Runde Club für mich & Schicki-Micki-Performance 2.0 für Petros später trudelten wir so um 2 zur Afterparty auf der Kabine ein. Mit der glorreichen Idee, noch beim Zimmer-Service zu bestellen. Ähnlich naiv wie zu versuchen, in der Silvesternacht ein Taxi zu rufen xDDD

Aber what to do, wir Scheunendrescher hatten ja jetzt aufgrund des Snooze-Gates tatsächlich mal 15 Stunden nix gegessen. Also haben wir’s durchgezogen nach 30 Minuten in der Hotline und 1,5h Wartezeit on top erstmal schön noch n Lachsfilet und Blauschimmelkäse-Bacon-Salat um 3:55 Uhr reingefahren. Kann man mal machen 😀

Was ein Tag. Und was ein Auftakt. Besser hätt es nicht laufen können. In diesem Sinne: Happy New Year euch allen 🙂