Dios mio. Mit einem Monat Verzögerung schiebe ich finally meinen zweiten Mexiko-Eintrag nach. Paradies ist halt nicht immer Paradies. Aber immerhin kommt jetzt solides Fotowerk.
Auf der Zielgeraden meines exoschiffischen Landgangs habe ich nämlich in Valladolid, einem kleinen bodenständigen Dörfchen, tatsächlich doch noch mein good old Mexiko vorgefunden. Farbenfrohe, authentische Straßen voller Einheimischer, Street Food und Krimskrams. Pure Gastfreundschaft, Lara Croft Cenoten zum Erkunden und 1 Dollar Bier in feinsten Bruchbuden. So lob ich mir das. Now we’re talking!
Einquartiert in ein schnuckeliges Airbnb am Rande des Dörfchens ging’s dank Voltaren 100mg (einfach fünffache Dosis wie in Deutschland übrigens in den Tabletten xDDD) trotz Matschknie auf Erkundungstour.
Programm an Tag Nr. 1: Straßen flanieren und einfach aufsaugen. Alle Gerüche (nicht auf ne weirde Art, sondern aufs leckere Essen bezogen), alle Farben, alle Sounds, alle Snacks.
Ich fühl mich wie auf nem anderen Planeten. Die Wolken hängen super tief, gefühlt direkt über den pastellfarbenen Häusern. Die sind wiederum teils aus alten originalen Maya-Steinen gebaut. Erkennt man immer an den unbearbeiteten Häuserecken, die dir ins Gesicht schreien: „Holaaaaaaa, ich bin zwar schön restauriert und angestrichen, aber ich war mal ein echtes, uraltes Maya-Casa!“ Daran vorbei fährt gern mal ein alter VW Käfer, oder aber ein mexikanischer Opi auf nem Mofa, der dich anhupt und laut „Gueeritaaaaa!“ (Blondie) krakehlt 😀 Alte Männer mit Cowboy-Hüten lungern auf Treppen. It’s a vibe.



Als mein Handy aufleuchtet und ein Kumpel aus München mir DIEEEE BAR MEXIKOS im Dörfchen empfiehlt, wird es noch besser. Ohne zu wissen, worauf ich mich einlasse, wemmse ich eine Saloon-Tür a la Clint Eastwood auf und stolpere schon wieder in das geilste Szenario. Ich, Blondie, inmitten einer Schar mexikanischer alter Säcke. Alle stehen an der Theke und bölken rum. Vor ihnen alle leeren Bierflaschen, die sie schon getrunken haben. So wird am Ende maximal praktikabel per Flaschenmeer abgerechnet 😀 Deckel oder gar ne Kasse? Gibbet nicht!
Die Jungs hinter der Bar schwitzen, bringen allen Gästen komplett umsonst kleine Teller mit hausgemachten Spezialitäten. Meeresfrüchtesalat, Hähncheneintopf, eingelegte Mango mit Chili. Alles mit Tortillas und drei unverschämt scharfen Saucen des Todes zum Dippen. Und es wird noch besser. Gerade selbstbewusst ein Dos Equis (XX) bestellt und auf den Tisch gedonnert bekommen, entert ein dicker Mexikaner in Kostüm das Etablissement. Er fängt, ohne irgendwelche Anstalten zu machen, direkt mit 200db an zu singen. Ein Organ lauter als das meiner Omma. Und das will schon was heißen 😀 Ein zweiter Kollege kommt angehuscht und packt seine Trompete aus. Maharachi-Live-Musik inmitten dieses Pulks auf 10 qm. Herrlich.
Gar nicht wissend, was ich jetzt eigentlich näher observieren soll, schweift mein Blick über die Bar und begutachtet die witzigen Schilder am Spiegel. Mein absoluter Favorit: „Si toma para olvidar pro favor page la cuenta primero.“ – „Wenn du trinkst, um zu vergessen, sei doch so gut, und bezahl die Rechnung bitte vorher :D“ Hahahah

Zwei Bier und fünf Snack-Teller später gehe ich, wemmse stilecht und richtig gönnerhaft meine umgerechnet 2 Dollar (ahahahah) für 2h feinstes Entertainment samt Bier und Snacks auf den Tisch und streife über den schönen Dorfplatz. Da wartet gleich das nächste Highlight. Eine Projektionsshow auf der mega schönen Kirche.
Ein Koch/Ladenbesitzer/Kellner hat mir davon erzählt. Das war auch schon das Geilste. Ich sitze in nem kleinen Familienbetrieb und schwanke zwischen zwei Gerichten. Eingelegter, marinierter Schweinebauch oder eine grobe Delikatessen-Woarst aus der Provinz. What to do? Der Koch/Ladenbesitzer/Kellner, absolutes Allround-Talent, empfiehlt mir die Wurst. Denk ich: „Ok, nice, nehm ich und gut.“ Auf einmal, während ich auf das Essen warte, kommt der gute Herr nochmal um die Ecke geflitzt, mit ner Gabel und iwas Aufgespießtem bewaffnet. Hält mir die Gabel hin und sagt: „Aqui! Das ist das andere Gericht. Kannste probieren.“ Ehrlich mal, wer macht sowas?! So unfassbar nett und cool. War natürlich so gut, dass ich meine Wurst-Wahl fast bereut hab, aber gut. Man kann ja wiederkommen gell. Auch wegen diesem mega leckeren, grünen, mysteriösen Superduper-Vital-Drink „Agua de Chaya“.



So sitze ich also vor der Kirche und gebe mir die Show, die mir der Koch/Ladenbesitzer/Kellner empfohlen hat, weil sie in 8K!!!!!!! ist. Hat er viermal erwähnt. Sone Begeisterung hab ich auch selten gesehen über eine Videoauflösung. Aber ich muss auch wiederum sagen, sone coole Projektion hab ich wirklich noch nicht gesehen. Von der Maya-Geschichte, über Jaguar, den Dschungel, Traditionen wird 20 Min rausgeblasen, was der Projektor hergibt. Und ich habe mein iPhone mal wieder total überladen mit Material. Solide Ausbeute! 😀
Tag 2 in Valladolid stand dann ganz im Zeichen des Abenteuers: Cenoten Hopping incoming!
Mit meinem Tomb-Raider-Rucksack von Petros bewaffnet, habe ich gleich drei erkundet. Jeweils zur perfekten Tageszeit, mit richtigem Lichteinfall und wenig Touris versteht sich 🙂 Hier das Best-of! Damit schmeiß ich euch raus.
+++ Cenote Saamal +++

+++ Cenote Samula +++

+++ Cenote Zaci +++




