Fahrrad fahren leicht gemacht

Großes Kino an Tag deux! Unser Plan für den Central Park war so ausgefuchst… und brach dann total reudig wie ein Kartenhaus in sich zusammen. 😀 😀 Statt für 50 Dollar n offizielles CP-Fahrrad zu leihen, gab’s eins von Citibike. Kennt ihr vielleicht: 30 Minuten sind da eh immer umsonst, für ganze 24 h kostet der Spaß 9 Dollar. Boah sind wir schlau, denken wir – bis irgendwann der Groschen fällt, dass man in den 24h jedes Fahrrad trotzdem nur 30 Minuten lang benutzen darf! xD Nach wildem Hin und Her sowie Studieren der Station Map sagen wir: „Ach komm, drauf geschissen. Es gibt so viele Stationen, dann fahren wir halt immer und Stück und wechseln dann.“ Jaaaaaaaa… 

10 Minuten später kommen wir am Parkrand an und wechseln sicherheitshalber schon das erste Mal. Altes Fahrrad in die Dockstation – passt. Jetzt einfach bei nem neuen Fahrrad unseren Zugangs-Code eingeben und weiter geht’s? Weit gefehlt 😀 Lampe ist rot und es macht möööp. Hm. Na dann zum „Computer-Kiosk“, der digitalen Bedien-Säule, die sich natürlich am anderen Ende der Station befindet. Zack, hingelatscht. Sooooo. Dann stecken wir mal einfach unsere Visa noch mal rein und sehen was passiert. Nichts. Na gut, dann gehen wir noch mal auf Rent a Bike. Tatsächlich, wir können neue Räder ausleihen. Theoretisch jedenfalls. Denn zwischen dem Parken und dem Neu-Ausleihen müssen 2 Min vergehen. Ok. Kurz gewartet, dann kann’s ja jetzt losgehen. Doof nur, dass der Touch Screen kaputt ist und immer 1 Bike ausgewählt wird, wenn ich auf 2 drücke. 😀 Herrje, dann versuchen wir’s halt noch mal eins on top zu buchen. Geschafft, zweiter Code kommt. Tapsel tapsel zu den Fahrrädern. Thomas gibt seinen Code ein – Yay Fahrrad released. Ich gebe meinen ein – dödööö. No functioni. 😀 Thomas: „Ach du hast dich bestimmt nur vertippt.“ Leider nicht. „Uups, dann haben wir wohl mit der zweiten Anforderung die erste überschrieben.“ Kacke da ej! xD Also zurück zum Automaten und erstmal wieder die obligatorischen 2 Min warten…

Nach 10 Drückversuchen haben wir die Fehlfunktion ausgetrickst und die 2 getroffen. Zwei neue Codes, bitte sehr. Siegessicher drück ich auf Print und beenden. Aber er beendet nur. Unsere Codes sind weg, gemerkt haben wir uns die natürlich nich. Also noch mal zwei neue Bikes bestellt  – wir lernen ja dazu und wissen, dass wir die Bestellung überschreiben können 😀 💡 Und tatsächlich es kommen zwei neue Codes. Kurze Heartsttack als es bei mir wieder rot möööpt, aber Entwarnung: Dieses Mal wirklich nur vertippt. Schön – nach diesem blitzschnellen Boxenstopp kann’s weitergehen. Wir sind nahezu euphorisch und treten richtig in die Pedale. Was das auch immer bei meinen Fahrradskills bedeutet 😀 Nach wenigen Metern Stopp: Absteigen, im Park bitte schieben. Ahahahahaah, die wollen uns doch jetzt verarschen! 

Nach kurzer Recherche stellt sich heraus, dass man eine große Route  durch den Park fahren darf – die kleineren Wege zu den Attraktionen sag ich mal sind aber tabu. Da hat sich das Theater ja mal richtig gelohnt, denken wir uns, als wir die Fahrräder die Treppen zum Castle mit rotem Kopp hochschleppen, weil man die ja nicht abschließen kann und 1200 Dollar fällig werden, wenn die geklaut werden. XDD Zum Glück haben wir  Humor und uns herzlich kaputt gelacht. Fazit: Der Lachflash war es wert. Schöner Fahrrad-Ausflug, schön! 😀 Naja, an den Strawberry Fields haben wir uns dann vom Citibike getrennt und den Rest per Fuß gemacht.
   
 
Spektakulär – allerdings eher wegen der Aussicht – ging’s in Lower Manhatten weiter. Brooklyn Bridge, 9/11 Memorial, Freiheitsstatue – richtig die volle Sightseeing-Dröhnung gegeben. Und zum Abschluss sogar noch Roberts 1a Mexikaner-Tipp abgegriffen und Top of the Rock nachgeholt. Pörrfekt.

   
    
   
 

Marathon im Lichter-Dschungel

Hola zusammen! Es ist soweit – wir sind jetzt in Neeeew Yooooork (Concrete Jungle where dreams are made of … 🎶😄) – und ja, wir ziehen das mit dem Lied eiskalt durch. XD 

Am Flughafen werden wir erstmal etwas grantig empfangen, weil Thomas „die Applikation“ der Grenzkontrolleurin durchschaut und sich mal eben zwei Etagen kleiner macht, um ansatzweise von der Kamera erfasst zu werden. Findet die komischer Weise gar nicht gut und brabbelt irgendein wirres Zeug in ihren Bart. Egal: Schön brav genickt, sorry und Tschüss. Die war eh voll gruselig 😀

Aufem Weg zum Apartment gibt’s in der Metro die ersten grandiosen GTA mäßigen Bronx-Gespräche zu belauschen, Thomas hat das Bein des ersten XXXXL-Menschen auf dem Schoß und auf dem Weg an die Oberfläche dann zum Empfang die erste Sirene. Jap, wir sind hier richtig! 🙂 Als besonders Touri-freundlich entpuppt sich die City aber nicht auf den ersten Blick: Wir stecken mit unseren Koffern erstmal überall fest – am Drehkreuz, auf der Rolltreppe – und ständig der panische Blick nach hinten, ob man gerade keinen gehasteten Einheimischen blockiert! XD 

 Nach einer irren 1 sekündigen Schlüsselübergabe über eine Mittelsfrau im afrikanischen Diner und einem kleinen ingenieurstechnischen Notfall am WLAN Modul stürzen wir uns schon wieder auf die Straße: Times Square, Broadway und Rockefeller Center stehen an! Ah nee, vorher wird noch kurz der Körper fachmännisch entknotet 😀 😀 

  
Auch richtig gut: Der erste Burger-Tipp. Wir befinden uns im Schickimicki Hotel Meridian. An einer ca. 30 m langen Empfangstheke schreite ich zur Schickimicki Empfangsdame und sag ganz selbstbewusst die magischen Worte von Nils: „We’re here for the Burger Joint!“ „Allright, right behind that courtain.“ und tatsächlich in der verstecktesten Ecke des Raums geht’s round the corner in einen richtig urigen, vollgekritzelten Raum. Das hatte schon How I met your mother Potenzial 😀  

  
Dann dödö! Wir haben Pech – es regnet WIE AUS EIMERN und die Wolkenkratzer versinken in einer Suppe. Beim Top of the Rock heißt es also Abbruch. Kein Problem! Keira Knightley spielt seit 2 Wochen am Broadway. Gibt Schlimmeres fürs Auge 😛 Zack, Sari noch 50% Studentenrabatt mit zwei abgelaufenen deutschen Studi-IDs rausgeschlagen. Läuft 🙂 Haben zwar den Kampf unseres Leben geführt, um wach zu bleiben, und uns immer gegenseitig angestupst, wenn ein Kopf auf einmal weggeschnappt ist. Es ist auch bestimmt nur fünf Mal der Satz von mir gefallen: „Ich bin wach, ich bin wach!“ hahahaaha XDd Aber hat sich mega gelohnt, war richtig cool. Um 5:40 deutscher Zeit – also auf den Punkt 24h  Wachphase fallen wir erquickt aber völlig zerstört ins Bett. Heute stehen Central Park und SOHO auf dem Programm, aber wirklich gut sieht das Wetter auch nicht aus. Daumen drücken 😉

Cut!

Hallo liebe Leuts! Sorry. Ich weiß, ich hab mich vor dem großen Trip-Fazit gedrückt. Aber glaubt mir: Ich habe die Faulheit genossen! 😀 Nee, im Ernst. Es war erst echt chaotisch und dann plötzlich gefühlt schon wieder viel zu weit weg. Wer weiß, vielleicht liefere ich unseren Patagonien-Blitz-Besuch in einer ruhigen Stunde mal nach. Jetzt muss aber anderes besprochen werden, denn habe ich mich in ein neues Abenteuer gestürzt: München. 🙂

Seit Sonntag bin ich hier und kann sagen: Ich bin angekommen. Dabei prophezeite mir doch ein weiser Taxifahrer, der vermeintlich Philosophie studiert hat: „Also ich sag mal… chhhhhl *Klinni-Schmerz-Gedächtnis-Geräusch* … München ist schwer. 10, 15 Jahre brauchst du schon, bis du so langsam klar kommst, dich hier auch nur ansatzweise wohl fühlst. Bis du auch weißt, dass du als Wesen hier rein passt.“ Da mag wohl einer keine Haxen, Bier und Sauerkraut. 😀

SkyWie dem auch sei, mein neuer Job ist großartig. Ich verzichte an dieser Stelle – auch aus juristischer Ausgefuchsheit – auf Details. Döner-Teller für 3,10 inner Kantine und diese zwei herrlichen Fotos der kreativen Arbeitsumgebung müssen da mal ausreichen.  Für einen Brezel-Mitbring-Service hab ich mir sogar sofort eine Mitfahrgelegenheit beim Arbeitskollegen erbeutet. Mein Auto chillt jetzt auf dem nächstgelegenen kostenlosen Parkplatz – drei U-Bahn-Haltestellen von meiner Wohnung entfernt. 😀 Die ist allerdings auch n Knaller. Hab mich hier super ausgebreitet und Donnerstag erstmal das Revier markiert – mit 1a Steakgeruch, der selbst heut am Samstag noch nicht so richtig verfliegen will. Was will man mehr? Ich geb euch mal einen kleinen Einblick. Ein Highlight, auf das ich dabei explizit hinweisen möchte, ist mein exklusiver und sowas von nicht veganer Schmuckhalter. xD steinheilstr_kleinHier ist es zwar schön und gemütlich, draußen lässt es sich allerdings auch bestens leben. Meine bayerisch-christliche Taufe inklusive 2,5 Mass Bier hab ich schon hinter mir. Gestern Abend ging’s mit Steffi, die Thomas und ich vom Sonne-Mond-Sterne-Festival kennen, und ihrer Hood zum Starkbierfest. Vollständig akzeptiert werd ich von der Gemeinde aber erst, wenn ich zur nächsten Feierlichkeit in Dirndl erscheine. starkbierfest_collage_kleinAber das steht ja eh schon auf dem Zettel. Die Top-Erkenntnis des Abends sieht anders aus: Menschen, die um 14h anfangen, Starkbier zu trinken, schauen ziemlich lustig drein und reden quatsch. Wer hätte das gedacht?! :))) Mein Highlight: Die Diskussion, ob es sich bei dem Objekt der Begierde denn jetzt um ein Einhorn, um Pegasus oder doch um die auf der Hand liegenden Kombination – ein Pilgerhorn – handele. 😀

Obwohl ich recht fies aufgewacht bin, gab’s heute Morgen an meinem ersten freien Tag in München gleich eine nette Begrüßung. Dickster Sonnenschein vor meinem Fenster rief: „Holaaaaaaaa!“. Nach einem technischen Malheur, das mich vom Seriengucken abhielt, dacht ich mir deshalb: Och joa, nimmste das Angebot doch glatt mal an und startest eine übertriebene Sari-von-0-auf-100-Fahrrad-Tour mit Alex (mein Zwischen-Vermieter) Fahrrad. Bildschirmfoto 2015-03-07 um 09.11.34

Aber nix da, zu früh euphorisiert. Die harte Wahrheit per Whatsapp lautet: „Ich würd’s dir ja super gern leihen, aber da wirst du definitiv nicht hochkommen bzw. eher an der ersten Ampel umfallen.“ xDDD Naa guuuut. Dann geht’s halt nur 1,5h zu Fuß zum Seehaus im Englischen Garten ne heiße Schokolade trinken und danach erste Shopping-Luft schnuppern. Direkt am Eingang des Parks beste Szene überhaupt 😀 : IMG_9097 Ein Mann versucht sich hinter der Abgrenzung face-to-face mit den Gänsen zu unterhalten. Finden nur leider die Gänse nicht so cool. Pöbeln total rum, sodass der Held erstmal die Flucht ergreift. Hahahaha, herrlich… Äußerst erquickend war aber auch das erste Aufeinandertreffen mit der Schickeria. Sonnenbrille, Pelz, unfunktionale Gesichtsmuskeln: Stani. eg_collage_klein Nachdem ich dann am Marienplatz Zeuge vom „großen Glockenspiel“ um 12h wurde, hab ich mich erstmal um die wichtigen Dinge gekümmert. Im Touristik-Center bring ich die Dame hinterm Schalter mit meiner Bräuhaus-Guide-Anfrage zwar etwas ins Schwitzen, aber am Ende steht der Success. Mit solchen Grundlagen kann ich arbeiten. Im Gegensatz zu den ersten Klamotten, die ich so gesehen habe. An der Fensterpuppe richtig schnieke, an mir eher mit dem Charme eines Kartoffelsacks. Da… äh…. muss ich mich wohl noch ein bisschen reinfuchsen. 😀 Machte aber nix, mein guter Mittagssnack im Zeichen der Integration tröstete mich über die optische Schmach hinweg. Nom, nom, nom! nuernberger

1000 Nadelstiche!

Ajajajaj, das neue Jahr beginnt im Sinus-Mode. Hoch- und Tiefpunkte garantiert – man könnte eine Uhr danach stellen. 😀 Nachdem wir den 00.00h Schock überwunden hatten, positive Überraschung am Morgen. Die Sonne scheint: endlich nach drei Tagen Regen-Marathon! Wir packen uns, checken aus und gehen Spazieren. Taxi kommt ja erst um 16h. Volltreffer! Der See und die Berge haben sich zum Abschied noch mal richtig aufgetakelt. Glasklares Wasser, blauer Himmel: beste Voraussetzungen für eine Foto-Session.

An unseren Outfits seht ihr, sooo warm war’s nicht. Also haben wir uns auch nix dabei gedacht, 40 min am See ein kleines Nickerchen zu halten. Großer Fehler, wie sich 2 Stunden später herausstellt. Thomas und ich sind rot wie ne Tomate. Im Übernacht-Bus bilden sich dann erste Bläschen auf meiner rechten Gesichtshälfte. Ich fange an, mich aufzulösen. Die Strafe für Sonnencremeverräter. Fuck, Thadhäus. Ich bin ne Pfirsichbacke und hab 1000 Nadelstiche – aber im Gesicht und nicht auf meinem kleinem Ärmchen.

 

Wieder ein paar Stunden später zeitweilige Erlösung. Nach spontanem Buswechsel und einem Kampf mit dem völlig außer Kontrolle geratenen TV-Bildschirm, der uns penetrant anleuchtet, schlafe ich ein. Doch das Glück hält nicht ewig. Ich wache von einem heftigen ylärm auf. Das hört sich doch an wie…. ein Wagenheber xD Ich frage Mathi, was passiert. Ganz entspannt haut der rein: „Wie? Das merkt ihr jetzt. Wir stehen schon seit 2,5 h hier. Wir haben nen heftigen Reifenplatzer.“ Ne, das muss ich mir angucken. Tatsächlich. Unser Busfahrer steht mit Kippe vorm Radkasten und guckt drei Männern beim Schuften zu 😀 Wir stehen mitten in der Pampa, Sonnenaufgang, Regenbogen. Das ist doch ein Witz. Kriegen wir noch nen Panorama-Ausblick beim Liegenbleiben. Und ich nen Busch, der 1000mal verlockender ist als unsere zugepinkelte „Bustoilette“. Nach insgesamt 3,5h geht’s weiter. Wieder wird wild drauf los geschlafen. Gut, dass wir heute nur noch organisieren und essen müssen. Zu mehr bin ich als vermummtes, stöhnendes rotes Knäul nicht zu gebrauchen. Puerto Madryn ist für mich heute erstmal nur Labor-Gebiet für diverse Salben-, Quark und Cremebehandlungen. Aber morgen geht’s zu den Tieren, da gibt’s dann hoffentlich nur Positives zu berichten. Ua., dass mein Gesicht noch dran ist xD



„Silvester“ in Bariloche

Nach unserem aufbrausenden Tag in Puerto Montt war relaxen angesagt. Kein Ort hätte sich dafür besser angeboten als Bariloche. Hier wird schweizer Ski-Dörfchen Atmosphäre perfektioniert. Holz so weit das Auge reicht, übertrieben leckere Schokolade, Berner Sennenhunde mit Fässchen um den Hals. Sicher, dass wir noch in Südamerika sind? Auf der großen Promenade am Bummeln auf einmal – „intercambio, intercambio, change, money, dollar, euro?“ – sofort krabbeln die aufdringlichen Bluemarket-Schmierlinge aus ihren Löchern. Sagste nein fahren sie richtig auf: „Skydive? Chocolate“ – sie können alles besorgen. Alles klar, wir sind in Argentinien… 😀

Highlight des Orts ist aber der Nationalpark, der 7 Seen, Berge, Wasserfälle und und und bietet. Schade, dass das Wetter so schlecht ist – und wir auch immer noch übertriebenen Muskelkater haben. Ne große Wanderung ist da nicht drin. Aber wir haben ja unsere super Hostel-Frau, die nicht nur das unmögliche möglich macht, nämlich vier Betten an Silvester, nein, sie hat auch eine Lösung für unser Dilemma. Horse-Riding. Nichts tun, aber rumkommen und durch die schöne Gegend gucken. Das klingt nach uns! xD Mathias ist dennoch skeptisch. Ich, auf einem Pferd sitzen, was soll da denn bei rauskommen? 😀 Natürlich sitzt er um 16h als erster auf einem kleinen verfressenen Schimmel. So gut. Alle paar Meter bleibt der stehen und vergeht sich an Büschen, Bäumen oder Blumen. Weil er alle aufhält, trabt er danach immer ein Stück und macht Tempo, um dann den Vorsprung wieder zum Fressen zu nutzen. Cleveres Pferd. 😀 Das entsprechende Video kann ich euch leider grad nicht präsentieren, aber direkt auf dem Vorschaubild seht ihr ihn links schon in typischer Position. 

Mein Pferd (im Vordergrund) war aber auch nicht weniger dusselig. Erstens dachte ich das stirbt auf dem Weg an Altersschwäche oder Langeweile. Das hatte nämlich gar keinen Bock und hat super rumgechillt. Das beste waren aber seine Blähungen. Da krieg ich den in den Trab, ich feier mich total ab… und dann bei jedem auf und ab voll den lautem Pups, 1a getaktet. Mein armer Hintermann! xD Hat aber super Bock gemacht, es ging total offroad über Bäume, Steine, Abhänge. Die mussten schon ganz schön Ackern. Belohnt wurden wir am höchsten Punkt mit einem mega Ausblick über den größten See, der leider auf dem Handyfoto nichtannähernd rüberkommt. Thomas ist laut eigener Angaben vor Begeisterung fast vom Pferd gefallen. 

Während ihr schon fleißig am Feiern seid, versuchen wir unsere Silvester-Routinen iwie südamerikanisch zu antizipieren. Raclette ist unmöglich. Was dauert denn noch lange und bietet eine Art gemütlichen Bastelspaß über Stunden? Dann die Erleuchtung – Empanadas. Teigtaschen gefüllt mit – was immer du willst. Gesagt, getan. Unsere Tafel lässt sich schon sehen. Haben uns zwar voll verkalkuliert, da wir alle nach 2-5 Stück satt waren, aber 12 pro Person gekauft haben. Hupala, das gibt morgen aber nen Restefressen.. 😀 Was dann kommt, ist allerdings eigentlich nicht mal einen Bericht wert. Ganz Bariloche pennt, bzw. sitzt leise, ohne Musik oder irgendwas in Restaurants. Keine offiziellen Partys, keine Housepartys, eine einheimische geöffnete Discos, keine einzige geöffnete Bar. Und jetzt kommt’s – kein Feuerwerk. Was ein Nuts, nicht mal in unserem Hostel ist was los. Um 12 stoßen wir mit den 8 Spaniern in der Lobby an, das argentinische Fernsehen kann sich bei der Uhrzeit nicht festlegen und verpeilt den Countdown. Nice xD Um 0.15h gehen wir etwas beleidigt ins Bett. Wir sind ja noch durch den ganzen Ort getingelt, aber nada. Gut, dass wir die letzten Tage total auf diesen Tag ausgerichtet und alles umgefriedelt haben, um hier die fette am Party im Touriort am See zu haben. Wir versuchen’s mit Humor zu nehmen. Tatsächlich um 00.50h werd ich aus dem Halbschlaf gerissen. Irgendein vermeintlich verrückter Ausländer zündet doch noch ein kleines einminütiges Feuerwerk direkt vor unserem Fenster. Da war Dieters Video aus dem Efeuweg aber deutlich imposanter :DD Was will man machen…

 

Chilean Plans

Unser letztes Hostel in Pucón war so genial! Als Johnny sagt, er habe nen Freund mit guter Unterkunft in Puerto Montt, sagen wir sofort blind zu (und schnorren uns mal wieder in irgendeinem Cafe auf dem Weg wlan, um das Ganze abzuwickeln und hinzufinden).

Kommen wir an… richtig runtergekommene Stadt, desaströse Straße, total im Hafengebiet gelandet. 😀 Die Konklusion: Erstmal schön am Hostel vorbeifahren und unsere Busfahrt nach Bariloche am Terminal einen Tag vorverlegen. Und das klappt sogar verrückter Weise. Heisst, wir müssen das Auto morgen früh abgeben. Allerdings geht der Bus auch schon um 10.45h. Und da ist ja auch noch dieser Steinschlag. Heiße Kiste 😀 Um zu fragen, wann hertz aufmacht, versucht eine Frau im kleinsten Café der Welt – aber hauptsache offizielle Telefonanlaufstelle im Terminal xD – für mich anzurufen. Ocupado – besetzt. Noch mal anrufen will sie partout nicht. Hm, na gut. Dann schnell zum Hostel und von da anrufen. Nach der endlosen Treppe, die wir wegen unseres Muskelkaters kaum überwinden können, werden wir mit offenen Armen empfangen. Johnny hat uns wohl mit netten Worten angekündigt. Total nettes Ehepaar, 2 DZ zum Dormpreis, top Küche – sogar parken können wir im privaten Garagenhof. Auch von hier aus versuchen wir bei hertz anzurufen. Nach 3 Nummern und 10 Versuchen bekommt Alejandro jemanden ans Telefon. Anstatt nur die Öffnungszeit zu erfragen, meint er es gut und macht für uns den super service Ablauf klar. Es kommt nämlich raus: damit die Versicherung greift, müssen wir mit unserem mini Steinschlag noch zur Polizei. Zur Erinnerung: Unser Bus nach Argentinien fährt um
10:45h. XD Aber es gibt keine Alternative, am 31. fahren keine, heisst es auf einmal. Ja geil, das wird ja spannend. Damit wir das nicht alles morgens auf eigene Faust ohne Plan erledigen müssen, will der Typ von hertz um 9h zu unserem Hostel kommen, sich den Schaden angucken, mit uns zur Polizei fahren, uns am Terminal rausschmeißen und das Auto offiziell mitnehmen. Ich bin skeptisch und werd nervös, sag Alejandro, dass der Typ ja pünktlich sein soll, sonst sind wir am Arsch. Er sagt: absolut kein Peoblem. Ihr Deutschen, macht euch immer nen kopf… Der Plan wird funktionieren.

Cut! Es folgt nun eine szenische Schilderung des tatsächlichen Ablaufs. Dramaturgisch aufbereitet.

Diese Geschichte beruht auf wahren Ereignissen. 😀

8.40h
Ricarda, Mathias, Thomas und Sarah sitzen mit gepackten Rucksäcken, abfahrbereit in der Lobby ihres Hostals. Alles ist still. Das Ehepaar, das alles organisiert hat, ist weg. Nur eine Putzfrau huscht alle paar Minuten vorbei.

08.50h
Die Nervosität steigt. Sarah sitzt am Fenster und beobachtet die Straße.

08.55h
Ich stifte die Putzfrau an, einen schlaftrunkenen Gast zu wecken. Der hat uns zugeparkt und soll gefälligst sein Auto wegstellen. Aber dalli! 😀

09.00h
Kein hombre weit und breit.

09.10h
Immer noch kein hombre. Thomas fängt ebenfalls damit an, am Fenster rumzutigern. Wo bist du Herr Hertz?

09.15h
Jegliche Geduld ist schon verbraucht. Ich frage die Putzfrau, ob ich mal telefonieren dürfe. Sie sagt jein und haut ab. Nice xD

09.16h
Nachgeharkt, geht klar. Sarah steht vor dem Telefon. 0 vorwählen? ist die 65 schon die Ortsvorwahl…? Es tutet nicht. Ein Bauarbeiter begeht den Fehler, sich zu nah an die Rezeption zu begeben. „hola!“ Sofort abgefangen und befragt. Sarah wählt zusammen mit dem Bauarbeiter die Nummer von hertz, ocupado. Besetzt. Noooo!

09.17h
Sarahs Hände werden schwitzig.

09.25h
Ein Hoffnungsschimmer. Ein junger Chilene kommt rein und sagt, Alejandro habe ihn angerufen. Ist das unser Mann? Nö, natürlich nicht. Da er aber mit Alejandro sprechen und ihn anrufen will, wird sich mit eingeklingt.

Sarah: „Hola! Sorry, aber wenn Sie Alejandro anrufen, können Sie ihm sagen, dass der bestellte Hertz hombre nicht kommt?“

09.30h
Alejandro sagt, er sei sofort da, um alles zu regeln. Solange sollen wir einfach nur kurz warten.

9.35h
Krisengespräch auf deutsch.
Thomas: „wir fahren einfach um viertel vor selbst zur Polizei und zum Oficina.“
Rici: „ja aber beides schaffen wir glaube ich nicht, dann lieber oficina.“
Sarah: „okay, seh ich auch so. Irgendwann müssen wir was machen.“
Mathias: sitzt im Auto xD

9.40h
Alejandro arrives. Er sagt, es sei so viel verkehr, dass man es nich schaffe, zum officina zu fahren und um 10.30h am terminal zu sein. Doaah. Ja dann Herr mit dem hombre, wir brauchen mehr Druck! Alejandro spurtet zum Telefon und ruft hertz an. Eine Frau sagt, sie wisse von nix und auch von keinem hombre, der komme. Nice.

09.45h
Alejandro ruft noch mal hertz an und die sagen, das Auto könne zur Not einfach bei Alejandro stehen bleiben. Die gruppe könne ja dann schonmal nach Argentinien fahren. Als ob xD Aufregung im Rudel. Das ist uns ne Spur (eher ne 6-spurige Autobahn) zu naiv. Wir brauchen den hombre von gestern am Telefon.

Alejandro ruft nochmal bei herzt an und findet den Namen und Handynummer des Mitarbeiters heraus: sergio barrera.

09.50h
Alejandro ruft Sergio an. Sein Handy scheint nicht richtig zu funktionieren. Nach drei Versuchen, bei denen nicht mehr als ein „hallo, hallo“ bei rumkommt, haut er sein Schrott-Gerät gegen die wand. Jetzt ist er richtig bei Sache.

09.51h
Das Telefon des Hostels klingelt, ein Glück, es ist Sergio von hertz. Er sagt, er sei „ein bisschen spät dran“ und sei in 5 min da. Wir sollen nirgendwo hingehen.

09.56h
Natürlich kein Sergio.

10.05h
Aber jetzt ein Sergio. Telefonierend spaziert er rein. Wir sind erleichtert, zumindest trägt er schonmal nen Hemd und Anzugschuhe. Könnte tatsächlich jemand von herrz sein. Er telefoniert noch seelenruhig zuende. Dann will er das Auto sehen.

10.10h
Thomas, Sarah, Rici und Sergio stehen am Auto, Mathias sitz weiter darin. Sergio will wissen, warum wir zur Hölle nicht schon bei der polizei gewesen seien. Das glauben wir zumindest. Sein spanisch ist ein Alptraum. Mit Händen und Füßen erkläre ich, dass der Typ in Antofagasta sagte, wir müssten den what-to-do-Umschlag mit den Policia-Anweisung nur im Falle eines richtigen Unfalls öffnen. Findet Sergio gar nicht gut von dem. Er telefoniert noch 2mal, sagt aber immer noch nicht, was jetzt los ist.

10:20
Sergio sagt, er fährt uns jetzt zum Terminal. Mit einer Passkopie und meiner schriftlichen Aussage könne er allein zur Polizei.

10:30
Alle sind am Terminal. Und nun? Sergio tippt wild in seiner hertz whatsapp gruppe rum. Seriös. Er ruft noch mal im oficina an. Als wir ihn nach einem Übergabedokument fragen, lacht er noch. Als wir nochmal darauf hinweisen, dass in 10 min unser Bus fährt, wirkt er geschockt.

Sergio: „Wie, ihr müsst jetzt das Land verlassen?“
Sarah: „Ja sicher, deswegen sind wir doch so panisch. Das haben wir gestern am Telefon gesagt und heute auch schon 10 mal.“
Sergio: „ja aber, wie…?“

Und dann gehts los. Immer nur tarjeta, tarjeta – Kreditkarte. Ich versteh nur tarjeta. Nix tarjeta! (sag ich leicht aus der Haut fahrend.) Vollkasko ohne Selbstbeteiligung! Sergio merkt, dass wir das gar nicht mehr lustig finden. Er fragt mich, woher wir kommen. Aus Deutschland. Ujujujujuj, son Mist aber auch. Ich hab die super Korrektos im Auto xD

10.35h
Nach Hin- und Her steht fest: Wir kommen nur Beteiligungsfrei weg, wenn wir jetzt zur Polizei fahren. Ja dann aber dalli. An der nächsten Kreuzung schmeißen wir Rici und Mathias samt Gepäck raus. Ihre Mission: irgendwie den Bus aufhalten!

10.40h
Sergio gibt alles, heitzt durch die Straßen zum Polizeirevier.

10:42
Er wirft uns irgendwo raus, sagt rechts rechts Polizei, ja und er? Keine Zeit für Erklärung. Wir drehen uns noch dreimal um. Wildes Gewinke nach rechts. Ja, ja ok. Ej hoffentlich haut der jetzt nicht mit unserem Gepäck und Auto ab. 😀

Unterdessen bei Rici und Mathias:
„ja wir können bis 50 oder 55 warten. Dann müssen eure Freunde aber hier sein.“

10:44
Ich sitze vor einer Polizistin und erkläre die Situation, da kommt Sergio reingestürmt, hechelnd, schwitzend: „ich hab geparkt und hab eure Rucksäcke noch versteckt, damit die niemand klaut.“ Guter Mann, aber wieso sagt er das nicht gleich?! XDD Mit Sergios Hilfe machen wir innerhalb von 3 min einen Bericht. Ob das südamerikanischer Rekord ist?

10:48
Der Busfahrer sagt Rici er müsse jetzt losfahren. Da sind die einmal pünktlich die Säcke! Er hat einen Ausweg und zeigt auf eine Frau. Die da kann dir weiterhelfen und fährt weg. 😀 lol.

10:49
Ich bekomme den ausgedruckten Bericht und muss nur noch unterschreiben. Gut, dass ich später bei der Abfotografie sehe, dass ich Sarah Deutsch heiße xD Netter Zeilenverrutscher…

10:50
Die ominöse Busfrau sagt Rici sie könne auch in den turibus steigen. Die beiden Busse würden sich irgendwo wieder treffen. Dann sollen wir umsteigen. rici schreibt ne sms, versucht mich anzurufen. Nada.

Ebenfalls 10:50
Wir rennen zum auto, ich versuche rici anzurufen. Kein netz. Nee oder?
Sergio rast, nimmt Vorfahrten, ist sich aber sicher wir schaffens. Dabei versucht er sowohl mit seinem als auch mit mejnem Handy Rici anzurufen. Ein Bild für die Götter. Da wissen wir natürlich noch nicht, dass der Bus schon los gefahren ist, geschweige denn etwas vom zweiten Bus.

10:53
Die Busfrau sagt, 5 Minuten wartet sie noch mit dem 2. Bus, dann ist Sense.

10:54
Thomas und ich sind am Busterminal. Hä, aber doch am falschen?! Nee, nee sagt Sergio, das ist direkt der erste Stopp, ihr könnt dazusteigen. Das ist besser. Ähm, ja aber meine Freunde steigen doch nicht ohne uns ein! Ja dann ruf die doch an! Ich hab kein Netz! xD what the fuck!!! Ich mach das Handy aus und an – ein Wunder! Ich habe Netz. Kommunikation mit Rici. Wir checken, dass auch der 2. bus hier hält, also einsteigen, einsteigen, sammelt uns ein. Ja ok.

10:56
Rici und Mathi steigen in den Ausweichbus nach Osorno. Hallelujah, wenn das mal klappt.

11:00
Es kommt kein Turi-Bus. Sergio war schon 2 mal im Terminal und hat das aber gecheckt. Er muss kommen. sergio gibt uns einen absoluten wisch als „Abwicklung“ mit. Sagt es ist alles gut, wenn wir nur noch unsere Daten online eintragen. Er fährt weg. Puh. Das Auto sind wir los.

11:01
Sms von rici. steigt auf jeden fall in den cruz del sur bus, unseren 1. richtigen. Ich weiss nich, ob wir uns an eurer haltestelle treffen oder eine spàte. Ernsthaft????!!!! Mein blick geht nach links, nach rechts. Alter, da steht gerade ein Cruz del sur bus und will wegfahren. Ich renne, winke, Brülle. Er hàlt tatsächlich an. Es ist tatsächlich unser Bus, und der Busfahrer überlegt sogar uns ohne Ticket (, das natürlich Rici hat), mitzunehmen.

Ebenfalls 11:01
Rici und Mathias biegen in einen Terminal und sehen wie Thomas und ich wild über die Straße zu einem Bus rennen xDD

11:02
Mein Blick geht noch einmal nach links, in der Hoffnung, da könnte doch noch was passieren. Und dann :DDD Seh ich auf einmal einen turibus einbiegen und zwei Personen wild rumwinken. Nein!? sind das? Thomas!!! Da sind Rici und Mathias!!!

11:03
Rici und Mathias sind bei uns angekommen. Wild hechelnd erzählen wir uns unsere Geschichte der letzten 15 Minuten :DD (Damit sind wir dann auch noch 2 weitere stunden im Bus beschäftigt.)

11:04
Unser Gepäck ist eingeladen, wir steigen die Bustreppe rauf. Es ist ein Wunder! Und was ist das erste, was wir sehen? Ein strahlendes Gesicht blickt uns an. Chris von der Weihnachtsparty aus Valparaíso. Er hat den Busfahrer vorne angeklopft, weil er uns gesehen hat und nur dachte. Was machen die denn da? Die kenn ich doch!😄 Abgedrehter geht’s jawohl nicht.

Als wir dann noch den Zoll mit meinem Bild passieren, ohne kontrolliert zu werden… wieso haben wir keinen Sekt?! XD

Im Detail

Was für ein Tag gestern. Da scheint in Pucón, genau wenn wir ankommen, seit Wochen das erste Mal die Sonne – und alle rasten aus. Die Konsequenz: Alle 40 Vulkantour-Anbieter sind ausgebucht. Wir sind ein paar Stunden zu spät dran. Dödö. Da es allerdings 22 weitere abenteurliche Activities zu buchen gibt, ist das verkraftbar. Plan B: Wandern im Naturschutzgebiet mit Aussichtspunkt ganz oben auf der Bergspitze (so kriegen wir gleich alle drei Vulkane im Panorama) + Rafting-Trip um 16.00 Uhr. Die Uhrzeit nenn ich nicht umsonst, sie hat uns natürlich – ohne was vorwegnehmen zu wollen – zu Hochleistungen angetrieben, oder sagen wir es so: mega in die Bredouille gebracht. XD

Denn natürlich war der Eingang in das Reservat weder auf der Karte richtig eingetragen noch mit dem Auto erreichbar. Nach zwei Irrfahrten, u.a. über eine 15km lange Schotterpiste, gings um 10 zum völlig versteckten Fußgänger-Eingang. Offiziell sind’s dann erstmal 1,5-2h Gehweg, bis man überhaupt erst im Naturschutzgebiet ist. Nice 😀 Aber wir lassen uns nicht lumpen und sind uns sicher: Die 5 angegebenen Stunden (3 rauf, 2 runter) schaffen wir auch in 4 + Pause. Dann würden wir genau um 5 vor Vier vorm Rafting-Büro stehen. Joa: Nach 15 Minuten Hyperanstieg gleich zum Auftakt war ich mir mit meiner in keinster Weise vorhandenen Kondition da nicht mehr so sicher 😀 Ich hechel schlimmer als die aufdringlichen Hunde am Essenstisch. Zut Not können wir ja immer noch früher umdrehen. Wär aber schon schade – denn eigentlich sind wir ja hauptsächlich wegens des Ausblicks von der Spitze hier. Also wird beinhart durchgezogen. Kurze Flucht-Sprints vor mutierten Bremsen lockern die Atmosphäre und motivieren zusätzlich. Und tatsächlich – knapp eine Stunde früher sind wir am letzten Aufstieg angekommen. Darauf ne Highfive, noch mal alles zusammen nehmen und rauf da. Nicht stehen bleiben, sagt Rici, unsere Sportskanone – doch dann der Fullstopp. Eine Kuh steht im Weg. Auf einem Hüftbreiten Weg mit gefühlter 70%-Steigung. Boah und die stinkt vll. Die war das bestimmt, die uns die ganze Zeit Dünnpfiff-Kuhfladen in die Kurven legt. 😀 Da wird das beste Spanisch ausgepackt: „Arriba!“, „Äh… Vamos“, „Ajajajajaj!“ :DD Mit Klatschen, meinem Gandalf-Wanderstock und viel gutem Willen der Kuh ist der Weg wieder frei. Weiter geht’s. Die letzten 5-10 Minuten Vollgas. Und tadaaa, völlig fertig aber glücklich passieren wir den letzten Baum. Berge, Vulkane, Wolken… Hammer Ausblick. Dass der große, eindrucksvolle Vulkan direkt vor unserer Nase total zugewolkt ist, nehmen wir mit Humor. Mir ist aber gerade eh alles egal, ich hab ein Sandwich mit fettiger Salami und noch fettigerem Käse im Mund. Heaven xDDD

Der Weg runter ist natürlich auch noch mal super hardcore. Baustelle 1: der Knieverschleiß, Baustelle 2: Staubwolken bei Gegenwind. Rici verweigert schon nach jeder weiteren Kurve wie ein Pferd vor dem Sprung, aber alle ziehen es durch. Und siehe da – um Punkt 4 sind wir am Rafting-Treffpunkt. Wir haben aber auch immer ein Schwein. 😀 Vor allem weil das Rafting so mit das geilste war, was wir überhaupt gemacht haben. Mit nem Transporter ging’s rauf in die Berge an den Fluss. Dann heißt es: Klamotten aus, Neopren-Anzüge an. Sicherheitshinweise. 10 Minuten lang kriegen wir alles gesagt, was wir wissen müssen. Und da gibt’s so einiges. 😀 Wie steigt man ins Boot? Wie hält man das Paddel? Ok, aber dann… Wie verhalte ich mich, wenn ich rausfalle? Wie wenn das ganze Boot umkippt? Wie ziehe ich jemanden wieder ins Boot? Wie lasse ich mich zur Not im wilden Fluss treiben? Wow wow wow, hier geht’s aber ab 😀 Aber auf dem ersten Flachen Stück schickt uns unser Guide sofort ins Wasser fürs Training. Oah ist das kalt 😀 Zack ins Boot reinkrabbeln, den anderen an der Schwimmweste auf sich drauf ins Boot ziehen. Uiii, das macht aber Spaß xD Dann lernen wir alle Kommandos: Foreward, Backward, Down, Highside left, Highside right, grap the rope, left back, right back, jump, position! Wir sind gut 🙂 Das mekt Marco und wir machen gleich am ersten kleinen Wasserfall einen Special-Move. Bitte lächeln für die Kamera xD

 

1,5 h sind wir im Wasser. Vor jedem Wasserfall planen wir unser Mannövrr, damit wir schinmal wissen, welche Kommandos am Wahrscheinlichsten sind. Ist auch besser so, mit meinen schlechten Ohren ist ein Highside right nämlich schnell mal ein Highside left – und Sari springt als einzige wild nach links. xD Whoopi. Aber wir kommen ganz durch ohne zu Kentern. Damit wir wissen wie’s sich anfühlt dürfen nicht so schlimme Stücke aus dem Boot springen und uns ein Stück in der Safetyposition (Füße und Augen nach vorn) treiben lassen. Mega! Auch cool: ein Sprung vom 4m Wasserfall! Alles safe.

Am Abend geht’s nur noch geplättet ins Bett. Zum Glück haben wir ein totsl gemütliches, schönes Hostel. Da lässt es sich relaxen. Das machen wir auch heut morgen im strömenden Regen. Vulkantour ist also auch heute nicht drin. Bei dem Popo-Muskelkater auch vll besser so 😀

Action! :)

Huhu, wir leben noch. Die Vulkantour musste wegen Überfüllung ausfallen, dafür haben wir uns bei ner Bergerklimmung und Rafting-Tour richtig gefordert. Es hat so Bock gemacht, aber wir sind so erledigt und müssen morgen früh um 6 raus, dass ich euch jetzt nur noch einen Beweis der Coolness unseres Tages liefere. Morgen versuchen wir’s noch mal auf den Vulkan. Aber wenn’s regnet, dann muss der leider ohne uns auskommen – und wie weiterfahren. Längerer Berichte wird nachgeliefert… 😉

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– Lifestyle of the rich and the nich rich –

Abends in Santiago anzukommen, war schon ziemlich cool. Mit großen Augen klebten wir an der Scheibe. Auf der anderen Seite Manhatten mäßige Wolkenkratzer, historische Gebäude, beleuchtete Wasserflächen – und eine dezente 10 mal 14 m große chilenische Flagge. Wow. Doch wie viele Städte hat auch dieses Exemplar ein zweites Gesicht, ein aber. Und was für eins. In kleinen Nebenstraßen abseits der Börsen und Banken grüßt das Ghetto – so auch in unserer Hostelstraße – und speziell in unserem Bad. 😀

Wie krass alles auseinanderragt merken wir auch bei unserer 4-stündigen Walkingtour: Tagsüber liegen zwischen all den Anzugträgern, die sich mit Kaffee in der Hand über die Straße hetzten, richtig verwarloste und zu 99% betrunkene Obdachlose in der Gegend rum. Hauptstadt-Flavor.

Die Tour führt ein junger Einheimischer und ist Tip-basiert. Man zahlt also am Ende einfach, was es einem Wert ist. Cooles Konzept und vor allem cooler Typ, unser Guide, der den perfekten Mix aus Geschichte, Kultur sowie Insider Food- und Bartipps abliefert. Das Ergebnis soll euch natürlich nicht vorenthalten werden – ungesund, aber unfassbar geil (natürlich)! Menü 1: chorillata – oder auch – „The Heartattack“. Warum? xD Irre hungrige Studenten haben ein Monster erschaffen: ein Bett aus Pommes, eine Schicht Rindfleisch, getoppt von einer Schicht Wurst und einer Zwiebeldecke, wohl behütet unter einer Spiegelei-Decke. Ich geh kaputt! Sowas konnte sich auch nur die Elite von morgen ausdenken :DDD Aber mit den Mengenangaben haben sie’s anscheinend nicht so. Der Kellner überredet uns nur eins zu bestellen – der Berg sei definitv für 4 Personen. Pfff! Da hat der wohl noch nie Thomy und mich zuschlagen sehen. Das Ding war so schnell weg, dass wir gleich noch Chickenwings mit Pommes für alle hinterher bestellt haben. Germans (kopfschütteln)… 😀

Der dazu empfohlene Drink hält das Level, jedoch nicht unseren 0er Alkoholspiegel. Teremoto, also Erdbeben, heißt er – und wird Sekunden nach dem ersten Nipper sofort in unser Cocktail-Repertoire aufgenommen. Man nehme die billigste auffindbare Flasche Weißwein (das sei sehr wichtig, sagt Franco :D), Fernet branco (nen Kräuterschnaps mit 40 Umdrehungen) und gebe einen fetten Batzen Ananaseis oben drauf. Nom nom nom. Serviert wird im 1,5l Kübel – wenn mans größer haben will, wird aus dem Teremoto ein Tsunami. Klar wie Kloßbrühe. 😄

Achtung Zeitsprung! Nach der Tour, aber noch vor dem Barausflug, der mit einer reibungslosen Taxifahrt endet ;-), gönnen wir uns zum Abschied von der Stadt einen Luxus-Ausblick über die Skyline. Da hat sich doch die Warterei am Cable Car gelohnt. Auch weil uns oben auf dem Hügel ein grüner Park erwartet, eine Freiluft-Kirche und hunderte Fragen von einem kleinen, sooo süßen Jungen, der unbedingt wissen will, wer so böse war und den armen Mann da nackig ans Kreuz getan hat. Da kommt Vatter hier und da aber ins Schwitzen, wenn nachgehakt wird.. 😀 Wir übrigens auch, obgleich in anderem Kontext. Ich sag nur 32 Grad im Schatten. 🙂

Unsere letzte glorreiche Idee bereuen wir ein bisschen. Der Ausflug in die Markthallen, die so angepriesen wurden und interessant klangen, sind völlig kacke. So abgefuckt, unhygienisch und ekelig alles. Sowohl Verkäufer als auch Ware. Wir wollten nur noch raus, auch weil es uns in der Fleischabteilung hochkommt. Gut 32 Grad ist ne Hausnummer. Aber dass das von heute sein soll, vor allem bei den Bergen, die da noch kurz vor Ladenschluss liegen, kann mir keiner erzählen. Trauriger Höhepunkt ist ein junger Fleischverkäufer, der offensichtlich viel Langeweile und wenig Anstand hat. Er bittet um ein Foto von sich – schnappt sich auf einmal einen Schweinekopf, setzt dem seine vollgeschwitzte Kappe auf und macht faxen. Oh mein Gott. Foto und weg. Schnell. Ich will gar nicht wissen, was die sonst so mit dem Fleisch anstellen, wenn keiner hinguckt.

Ja… als i-Tüpfelchen kommt dann natürlich noch der Clou. Omi du musst jetzt den Browser schließen. :-/ Erleichtert, endlich da raus zu sein, stehen wir an der ersten roten Ampel, 30 Leute um uns rum. Ein Mann rückt in mein Sichtfeld, geht einen Schritt auf die Straße und dreht sich um, als ob er gegen die Sonne guckend etwas lesen wolle. Scheiße, ich weiss sofort in der ersten zehntel Sekunde, da ist was faul, aber ich kann nix machen. Versuche noch nen Schritt wegzugehen, aber der Typ hängt schon in meinen Haaren und hat sich die Ray Ban geschnappt. Fuck. Ich kreische und schubs ihn weg, damit er nicht noch mehr ergattert. Thomas zerrt an ihm und zerreist ihm das Shirt. Panisch lässt der Typ die Brille fallen und haut ab. Die Leute drum rum interessiert das eher weniger bis gar nicht. Das sei „normal an dieser einen Kreuzung“. Einfache Trickdiebe halt. Die tun doch nix schlimmes. Ah ja. Deswegen hat uns auch erstmal ein angeblicher Journalist dabei „zufällig“ gefilmt. Komisch alles, aber naja. Nix passiert und optimistisch gesehen ist das jetzt als Erfahrung abgehakt, ohne Konsequenzen. Selbst die Brille ist noch heil, wobei mir das ziemlich wumpe ist. Augen werden weiter offen gehalten, versprochen.

The streets of Valparaíso

Valparaíso, Valparaíso. Das nenn ich mal ne Stadt mit Charakter. So weit du gucken kannst, knallbunte Häuser auf den Hängen, wie kleine Mosaiksteine. Dann blauer Himmel. Wasser. Voll das Flair. Und: sie sieht nicht nur schön von weitem aus. Wir fahren durch sau steile Straßen, jede einzigartig dank super aufwändiger und professioneller Graffitis. Mindestens ein nostalgisches Haus, ein skurriles Café oder einen unkonventionellen Laden gibt es immer. Wir fühlen uns ein bisschen wie im Szeneviertel von Berlin. Da passt doch die alternative Dreadlockfrau am Hostel-Empfang 1a ins Bild :D.

Einmal das Gepäck auf dem Zimmer abgeliefert, geht’s auf Erkundungstour. Um nicht am heiligen Abend mit krampfenden Waden weinend im Bett zu wurmen, probieren wir ein paar der Ascensores aus – Lifte, die dich in unnachvollziehbar steilem Winkel die Hügel „raufbefördern“. Der Mut, in eine südamerikanische mechanische Konstruktion zu steigen, wird mit einem wahnsinns Ausblick übers Viertel und den Hafen belohnt. Yes!

Inspiriert von dem Eindruck, möchte ich sagen, xD werde ich zum Opfer meines Auges. Gleich in der ersten (und einzigen) Kunstgalerie verliebe ich mich in eine ölige, afrikanisch maskierte Dame auf Leinwand. Der Maler hat mich mit seiner Reihe. Ein Bild ist schöner als das andere. Aber dieses eine. Verdammt: In einer perfekten Welt muss ich das haben. Als ich den Händler frage, ob – und wenn ja für wie viel Knete – die Nr. 19 zu haben ist, weil der richtige Titel viel zu lang ist, um ihn mir bis zur Verkaufstheke zu merken, gucke ich doof aus der Wäsche. „3000 pesos!“ (alias 4 Euro), sagt er. Und ich so: „hä?! Nee jetzt mal im ernst…“ 2 Minuten später fällt bei ihm der Groschen. „Achsooo, Sie meinen das richtige Gemälde. Ich dachte, Sie wollen ne Postkarte!“ xD Richtig nach dem Motto – mhhh studenten… Wir kommen ins Gespräch. So langsam merkt er, dass ich es total ernst meine, weil ich 100 Fragen stelle. Er will kurz den „Valor“, nicht etwa den Preis des Bildes im
PC nachgucken. 540 dollar. Das passt schon eher, auch wenn es schmerzt xDDD

Ich überlege hin und her: Wie krieg ich das Ding nach Deutschland, wie kann ich mir den Preis schönrechnen? Im Hintergrund greift der Jorge heimlich still und leise zum Telefon. „Ej du, hier will eine junge Studentin glaube ich dein Bild kaufen. Wie weit können wir runtergehen!?“ 😀 Er kommt zu mir und erklärt mir mit Händen und Füßen, dass er mir die Leinwand abziehen und in ner Rolle fürs Handgepäck mitgeben könnte. Wenn du willsr, läufst du hier gleich einfach mit deinem Bild raus. Full service.

„Okay, wie lange haben Sie noch auf?“
„20 min.“ (Lach)
„Morgen ist geschlossen, korrekt?“
„Ja, genau, ist geschlossen am 25.12.“
„Hm.“ (Funkelblitz à la Wilde-Sari-Aktion in den Augen)

Ich mach kurzen Prozess und sag ihm, dass ich’s nehme, aber schon seinen best price bräuchte.. 😀 Nimmt der eiskalt den Taschenrechner und tippt 300 ein. Das ist der umgerechnete Europreis, wenn ich’s auf der Stelle bar bezahl. Oah, es sind noch immer 300 Euro, aber bei dem Rabatt. Da musste ich es umso mehr tun. Ähm ja, wo ist denn der nächste Bankautomat? Natürlich direkt gegenüber in dem 10 Quadratmeter Kiosk-bzw.-möchte-gern-Supermarkt. Ist der einzige auf dem ganzen Hügel. Ja ok, dann bis gleich. Erstmal 220.000 pesos im Supermarkt zwischen Gurken und Chips abgehoben. 😀 Zack, war ich wieder da. Der Händler ist maximal beeindruckt. Dass ich das wirklich durchziehe, hat er nicht gedacht. Ganz cool bin ich nicht, eher leicht bis Parkinson zittrig. Aufgeregt eben. Mein erstes Bild. „Fröhliche Weihnachten!“, sagt Thomy und drückt mir einen Knutscher auf die Backe, weil er sich für mich freut. Hihi 🙂


Unser Weihnachtshappening war ein voller Erfolg. Mit Franzosen, Argentiniern, Amis, Australiern und Briten haben wir gegessen, gewichtelt und getrunken. Vor allem aber viel gelacht. Heute, der 1. Weihnachtstag, war auch wieder ein Volltreffer. Es ging vor der Weiterfahrt nach Santiago nach Viña del mar. Praktisch das Florida von Chile. So coole Promenaden und dicke Palmenallées. Die scheinen’s zu haben. Und oooah die Küste. Wir saßen ne Stunde nur auf den Felsen und haben unsere private Watching-Session abgehalten. Pelikane, die senkrecht ins Wasser düsen und Fische erbeuten, Robben, die in den Wellen herumtollen (xD). Das war was. Da musste Mathi mit seinem Tele richtig ran und tripple Anweisungen verarbeiten. Mathi, naher Pelikan auf 12h, Mathi, rechts von dir die Robbe. Mathi, guck mal da hinten der Schwarm. Hasse, hasse? 😀 herrlich…

Und fleißig waren wir auch. Eine riesige Düne wollte schließlich noch erobert werden. 😉 Nachdem wir beim ersten Anstieg von ganz unten nach 5 m in Flip Flops nach wegbrennender Fußsohle kläglich aufgaben, fanden wir tatsächlich noch einen einigermaßen machbaren Zugang. Heiß und anstrengend war’s trotzdem, aber was für ein Ausblick über die Stadt. 🙂 Runter hat’s natürlich richtig Bock gemacht, da hieß es nur noch Schuhe aus und runnerrennen xD