Liebes México, um ein Haar hätte ich es wieder zu dir geschafft. 24 km Luftlinie trennen San Diego von der Grenze. Unserem Tagesziel für den letzten XXL-Ausflug.
Zwei Stunden Fahrerei pro Strecke sind‘s von L.A. zu diesem (Achtung Spoiler!) schönen Fleckchen Erde. Kleiner Pain, könnte man jetzt denken. Nicht, wenn man‘s richtig anstellt ☝🏼
Trotz Schlüssel-Trauma trauen wir uns nochmal ran an den Enterprise-Schalter – und erfüllen mir damit ein großes Träumchen. 48h Mustang Cabrio! 🐎 So macht das Pendeln doch Spaß! 😂
Drip-Level: Zuhälter-Zoche 😄
Musikalisch unterballert mit „Voyage, Voyage!“ heizen wir mit offenem Verdeck und Koffer auf der Rückbank (danke nochmal an unsere garstige Airbnb-Katzen-Frau an dieser Stelle xD) gen Süden – und werden nicht enttäuscht.
Dieser Diego kann wirklich was. Und ist genau so schön, wie sein Ruf ihm vorauseilt.
La Jolla
Balboa Park
Gaslamp District
Zu Guineas Leidwesen bestehe ich kulinarisch mal wieder auf Mexikanisch und Seafood. Diesmal muss es aber wirklich sein. Näher komm ich an den Foodie-Himmel einfach nicht ran 😅
So landen wir nämlich im La Puerta. Einem stylischen, süßen Laden, der es in die Top-10-hier-musst-du-Tacos-essen-Liste der USA geschafft hat. Dazu ist auch noch Taco Tuesday – 50% auf alles. Say no more, I‘m inn!
Und Hallelujah – ohne zu übertreiben. Es waren die besten Tacos of. my. life. Krasser als die Creme de la creme in Mexiko! Dazu stellen sich Gäste demnächst bei mir bitte auf mit Tequila gepimpte Sangria mit frozen Margarita Experimente ein. Das ist jetzt nämlich mein neues Lieblingsgetränk 🥰😄 Danke 👍🏼
Den Schlüssel fest umklammert und dauerobersviert, ging es dann tatsächlich ohne Un- und Zwischenfälle zurück ins Reich der Engel. Geschafft. Zeit für Operation Leslys Bday… 😏
Einige haben uns vor L.A. gewarnt. Es sei ja ganz nett, aber jaaa nicht zu viel Zeit einplanen. Die Stadt sei groß und nicht so schön, haben sie gesagt.
Nur Ricinator, die ihr spätestens seit meinem letzten Mexiko-Trip kennt, meinte weise wie eh und je: „Venice Beach, Marina del Rey, Santa Monica! Du wirst es lieben und am Ende sagen, es war jeden kack Dollar (red. Anmerkung: von echt vielen Dollars xDDD) wert.“
Recht hat se. Wenn du diesem Fleckchen hier nix abgewinnen kannst, dann weiß ich auch nicht.
Irre Leute, überall was zu gucken. Du schaust hier beim Basketball zu, da beim Skateboarden. Holst dir ein paar Tacos oder anderes Streetfood am Foodtruck und die Welt ist in Ordnung 😀 Es ist an jeder Ecke was los und man kommt alle 10 Meter ins Gespräch mit Menschen, wenn man denn möchte.
Stundenlang kann man den Broad walk entlang schlendern, den Bikern, Rollschuhfahrern und Sprayern zuschauen. Und die Sonnenuntergänge erst. Film ab! 👌🏼
Venice Beach – Sunsets
Venice Beach – Basketball Court
Venice Beach – Skate Park
Venice Beach – Streets
Herrlich. Aber genug schöne Bilder – nun zum Unheil und einer neuen Episode Sarahs Unfälle, Part 1000 xDD Tiefenentspannt und rundum zufrieden laufen wir nach unserem ersten perfekten Venice-Tag zum Auto, um in unser Airbnb einzuchecken. Iwann muss man ja den Absprung schaffen.
Tja, leider haben den nicht nur wir geschafft, sondern auch unser Autoschlüssel.. 😂😂 Lesly schwört, ihn in den Rucksack gepackt zu haben, doch er ist verschollen. Aufs Verrecken. Wir laufen jeden Punkt ab, wo wir Pause gemacht oder gesessen haben. Nada.
Ich geh zum Auto, betend, dass wir ihn nicht direkt am Parkautomaten verloren haben und jetzt unser Auto und alle Plörren weg sind. Gute Nachricht: alles noch da. Schlechte Nachricht: vom Schlüssel fehlt weiter jede Spur. Auch im Auto haben wir Deppen ihn anscheinend nicht liegen gelassen.
Long story short. Wir werden’s nie erfahren. Wir müssen den Road Service rufen, unser Auto aufbrechen lassen, die Koffer rausnehmen und unseren SUV-Panzer zum Flughafen abschleppen lassen. Autschi! 😅
Im geistigen Vakkum zwischen weinen und lachen entscheiden wir uns für den Humor. Wenigstens müssen wir jetzt morgen nicht zum Flughafen das Auto abgeben. Einen Weg gespart… 🤡 Schon bitter 12h vor Abgabge, aber ändern können wir‘s eh nicht mehr. Also weiter geht‘s.
Und ein Gutes hat die Sache. Hätten wir den Schlüssel nicht verloren, hätten wir nie Tony kennen gelernt. Ex-Marshall, Schieß-Trainer und Mitorganisator bzw. Road clearancer für die „Venice Electic Light Parade“, wie sich später noch herausstellen soll. Ein Fahrrad-Happening von Locals, das jeden Sonntag zum Sonnenuntergang steigt.
Auf der Suche nach unserem Schlüssel fragt Tony, was wir suchen und ob er oder sein Sohn helfen kann. Kann er zwar nicht, aber wir quatschen so nett, dass er uns glatt einlädt, am nächsten Abend bei dieser Parade mitzufahren. Obwohl wir Touris sind.
24h später stehen wir also mit billo rental Bikes zwischen 250 Fahrrädern, voll bepackt mit LEDs, und Blinki Blinki, inmitten von Glitter, Seifenblasen und Base Machines. Es geht pünktlich zum Sonnenuntergang von Venice Beach nach Santa Monica und zurück. Tony natürlich mit dabei. An jeder Kreuzung, wo er regelt, jubeln wir ihm zu und er uns. 😂😂😂 Zu gut.
Und auch die Menschen am Straßenrand und in den Häusern zelebrieren uns. Erstmal 3.000 Filmaufnahmen und Bilder gefotobombt – ohne Lichter, dafür mit Pornobrille und grünen Shirts. Man tut, was man kann.
Richtig witzige Erfahrung. Zumal uns Tony wie ein Sheriff nach der Zieleinfahrt ALLEN wichtigen Leuten in dem Komitee vorstellt. Dem Captain, dem DJ, dem Feuerwerkmann. Look guys I want you to meet my two special guests from germany. Treat them like princesses 😂 Und dann jedes Mal Foto plus gratis Lebensgeschichte. Genau mein Ding.
Am Ende des Tages eskortiert uns Tony obendrein als Ex-Bulle und Selbstverteidigungs-Teacher für Frauen noch mit Fahrrad nach Hause. Inklusive Crashkurs mit Verhaltenstipps. Was ne Connection wieder. Aber wieder sieht man, jedem Fail kann man auch was Positives abgewinnen.
California Dreaming! Da sind sie endlich: die hohen dünnen Pälmchen aus dem Bilderbuch.
Auf unserem Weg über den Pacific Coast Highway von San Francisco nach L.A. hat uns gleich der erste Stopp eine kleine Kostprobe vom Paradies beschert – und einen kleinen Herzinfarkt.
Eigentlich nur in Santa Cruz gehalten, um zu pinkeln, hüpfen wir aus dem Auto und sind höchst erquickt. Vor uns erstreckt sich eine Art XXL-Jahrmarkt der kitschigsten Sorte. Im perfekten Meer-Setting. Lesly und ich gucken uns an: die Wilde Maus, die Wilde Maus!!! 😂😂
Eine Fahrt muss drin sein! Wir also mit unserem Hab und Gut, das wir nicht im Auto lassen wollten, über den Jahrmarkt. People watching. Essens Rieching. Fahrkarten Kaufing. Was ein Vibe. Es ist richtig was los in der Früh.
Zu unserer Erleichterung gibt es große Schließfächer vor der Wilden Maus. Ersten 35 Min sogar gratis. Was will man mehr 😄
Wir schaffen es locker in der Zeit zu fahren und kommen mit Riesen-Grinsen zurück zum Schließfach. Ich geb den Pin ein, check. Alles abgenickt und freigegeben. Nur öffnet sich die Drecks Tür nicht.
Hm, nochmal von vorne. Ich geb wieder den Pin ein. Jetzt huscht nur noch die Fehlermeldung „falscher Pin“ über den Bildschirm 😆 Öhm.
Es nützt nix. Das Ding geht nicht mehr auf – drin sind unsere Autoschlüssel, Ausweise, Portmonnaies, Macbooks, ipads, meine Kamera. Alles was halt nicht lose von der Achterbahn fliegen soll, man aber schon ganz gern wieder hätte auf der Durchreise… xD
Wir teilen uns auf. Ich zum Guest Service, Lesly bleibt dort. Nicht dass jemand Neues jetzt unseren überschriebenen Locker anmieten kann und sich über ein dickes Willkommensgeschenk freut.
Und alles geht gut aus. Sie schicken einen Dude und er direkt voll der Held a la: „Say no more, ich kenn das Problem. I‘ll fix it for you.“
Gut, dass der nichtmal fragt, was im Locker drin ist und wir jede beliebige Zahl noch hätten nennen und plündern können, aber hey. Wir sind nur froh, dass wir unser Zeug haben und jetzt bloß weg 😆
Der Rest der Fahrt verläuft ganz gemach ohne Zwischenfälle. Wir haben etwas Pech mit dem Wetter, was uns grad beim 17 Mile Drive um Pebbel Beach die Aussichten verhagelt, aber ganz coole Fotos beschert. Hat auch was mit dem Nebel.
Hauptsache bei unserem nächsten Pflichtstopp, in Malibu, ist es schön genug für eine Runde Strand und Reichen-Häuser gucken.
Charlie Sheen finden wir hier nicht – aber dafür Mike Shinoda von Linkin Park! Mir als alter Hardcore Fan fällt die Kinnlade runter. Chillt der einfach vor uns auf seiner Terasse mit seinen Kindern, die im Sand spielen. Alles richtig gemacht würd ich sagen.
Ich kann‘s mir nicht verkneifen, ein schnelles, peinliches Beweisfoto zu machen. Schließlich muss das sofort meinem Bruder reported werden.
Whatsapp ist gerade raus mit „Ej, ich schwör Thadhäus. Ich steh grad vor Mike Shinoda und seinem Haus am Malibu Beach.“ Kommt einfach ohne den Hauch einer Verzögerung nur zurück:
„Forfeit the game before somebody else takes you out of the frame and puts your name to shame. Cover up your face, you can’t run the race the pace is too fast, you just won’t last!“
😂😂😂😂😂 Lyrics von Mike‘s part in Points of Authority aahahah. Made my day!
Aber auch die anderen Häuschen lassen sich sehen. Erst dachten wir, hm. Also ganz so geil ist der Strand ja eig gar nicht. Mit dem richtigen Licht, dem Dunst, den Palmen und den ganzen schönen Häusern vom Ende der Reihe aber schon ein Knaller letztens Endes.
Pünktlich zum Sonnenuntergang trudeln wir wie bestellt in Santa Monica ein. Wäre doch gelacht, wenn wir hier nicht noch ein übertriebenes Postkartenmotiv vom Pier abgreifen würden.
Die Sonne knallt noch auf hunderte Autodächer am Strand. Am Muscle Beach wird trainiert. Auf dem berühmten Bike-Weg entlang der Promenade weißt du gar nicht, ob du jetzt Fahrradfahrern, Skateboardern und Rollschuhfahrern hinterhergucken sollst. W
Wir sind direkt geflasht vom Getummel hier und greifen zur Feier des Tages noch einen Drink im Bungalow ab. Einer super angesagten outdoor Location / Bar, die es in sich hat. What. A. Day.
Morgens und abends zumindest. Da legt sich der berühmte Nebel über die Stadt. Ich will’s nicht missen. Die Wolken hängen hier so kurios tief, dass sich sau coole Anblicke und Fotos ergeben. Tagsüber kommt trotzdem ordentlich die Sonne raus. Perfekt, um ein bisschen was von dem Flower-Power-Vibe aufzusaugen.
Den gibt’s nicht nur auf Souvenir-Shirts, Tassen und sonstigem Kram, sondern auch in den Straßen. Bunter VW-Bus überholt dich hier, Seifenblasen fliegen durch die Luft, Streetart an jeder Ecke und kleine bunte Cafes. Wenn man an den richtigen Ecken durch die Straßen läuft – in zerrissenen Jeans 😉 – dann kommt schon Stimmung auf.
Wir wohnen dagegen diesmal direkt im Penner-District. Die Stadt hat echt ein Riesen-Problem mit Obdachlosen – seit Corona noch mehr als sowieso schon. Machen tun die nichts, gefährlich ist das also nicht. Aber sie tun einem ultra Leid. Reihenweise liegen oder sitzen die regungslos auf der Straße. Nix mehr in den Augen und teils komplett entstellte Gesichter. Hunderte nebeneinander. Es stinkt in großen Teilen der Stadt unfassbar und praktisch an jeder Ecke triffst du jemanden, der wirres Zeug mit sich selbst redet – oder eben mit dir.
Wir lassen uns mal Parken im Hotel für 47 Euro die Nacht raus, um da abends nicht durch unsere Straße zu flanieren, wo sie genau eine Versorgungsstation aufgebaut haben. Passt. Gibt ja genug schöne Viertel, in denen wir uns rumtreiben können.
Zum Beispiel Ashbury Haights. Hier ist 300% Flower Power Programm. Beatles hier, Blumen da und komplett verrückte Läden zieren die Ashbury Street. Ich lande in einem Krims-Krams-Artist Laden, wo noch jedes Teil mit Liebe von einer Person hergestellt wurd. Ich feier eine Sonnenbrille. Als ich zur Kasse will, kommt Vanessa, das nette Mädel vom Eingang, die uns begrüßt und alles erklärt hat, quietschend auf mich zugerannt. „Wooohooo, she likes my sunglasses! No way!“ Haha, war die Brille ausgerechnet von ihr bemalt. Erstmal ein Foto zusammen gemacht, bei dem man sich fragt, wer sich jetzt eigentlich mehr gefreut hat.
Weitere Klassiker folgen an den nächsten zwei Tagen. Historische Tram fahren, die Lombard Street – San Franciscos wendigste Straße – fahr ich bei 2 km/h stilecht im Stehen aus dem offenem Panorama-Dach runter. Was haben wir noch? Die steilste Straße der Stadt mit 31,5% Steigung. Die Painted Ladies. Den Harbour mit Pier 39. Das Mission District mit seinen Murals.
Hier hatte ich by the way im unscheinbarsten Laden auf Blog-Empfehlung den besten Burrito meines Lebens! Da träum ich jetzt noch vom ersten Bissen xDDD Allgemein ist das mexikanische Essen für USA-Verhältnisse hier vom anderen Stern.
Aber auch Guineas Insta-Recherche zahlt sich aus. Einen Abend gönnen wir uns eine Latino Rooftop Bar mit lilalen Quesadillas, Yuca Fries, Chicarron und nem Pitcher Sangria. Frühstücken tun wir in unserem Urlaub fast nie, aber Brunchen im Son & Garden muss auf jede To Do Liste! Girliger wird’s nicht, aber der Laden ist wirklich purer Zucker – und das Essen unglaublich lecker. Wir hatten Eggs Benedict mit Regenbogenkartoffeln und einen Cloud9 Cocktail. Cute cute cute.
Bleibt noch? Richtig. Die Golden Gate Bridge und Alcatraz! Die beiden Schwergewichte in SF. Beides ein absolutes Muss.
Die normalen Brücken-Viewpoints haben wir alle geskippt, weil erstens 1.000 Menschen und zweitens Standard Perspektive, wo man sich auch einfach ne Postkarte kaufen kann 😀
Wir schauen uns die Brücke stattdessen vom Insta-Felsen am Battery Spencer auf der anderen Seite, dem Fort Baker für die Perspektive von unten und dem Marshall Beach mit 200-Stufen-Trailrunning-weil-Sarah-wieder-mal-spät-dran-ist an. Worth it!
Und es stand praktisch schon vorher fest, aber die Prophezeiung ist dann tatsächlich eingetroffen. Mein absolutes Highlight: die Night Tour in Alcatraz!
Vor zwei, drei Monaten haben wir uns zwei der begehrten Tickets für die Abend-Tour gesaved. Seit dem Tag freu ich mich aufs sagenhafte Insel-Gefängnis, auf dem einst u.a. Scarface El Capone einsaß.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie es mir als Shawshank Redemption Verehrer (bester Gefängnis-Film und allg. Film aller Zeiten!!!!) den Rücken runterkrabbelt, als wir mit der Fähre auf die Insel zufahren.
Vor 15 Min noch Sonnenschein gehabt, folgt der Nebel der Regieanweisung und hüllt die Insel ins richtige Setting. Die Wellen preschen vom Wind gegen unser Boot und über dem grauen Himmel der Insel kreisen hunderte kreischende Pelikane um den alten Leuchtturm. Gänsehaut pur!
Wir machen die selbst geführte Audio-Tour, auf der echte Häftlinge und ehemalige Wärter von ihrer Zeit im berühmtesten Gefängnis der Welt erzählen. Krasse Stories wurden da ausgepackt.
Was mich am meisten flasht, ist der Moment, wo wir auf den Backyard gehen, wo die Insassen ihren „Ausgang“ auf den Hof hatten. Ein grauer Betonplatz mit ein paar Stufen aus dem Gefängnis-Bilderbuch. Wäre da nicht direkt von deiner Nase die Golden Gate Bridge und ein unfassbares Panorama. Ich frage mich, was das für ein Gefühl sein musste, hier an diesem tristen Ort festzusitzen. Mit dem Blick absoluter Freiheit und Schönheit vor der Nase.
In dem Guide erzählen die Einsassen sogar, dass sie Menschen vom Festland singen und lachen hören konnten, wenn der Wind richtig stand. Schlimmste Nacht war für sie Silvester.
Und ich kann es nicht beschreiben, aber dieses Gefängnis und diese Insel haben eine so krasse, traurige Aura. Hier rumzulaufen fühlt sich an, als wäre der Ort verflucht oder so. Die Türme, die aus dem Nebel ragen. Die Vögel, die alles umkreisen. Der Kontrast zwischen deinem grauen, nebelverhangenem Knast und der hell strahlenden Skyline von San Francisco. Unbeschreiblich.
Wir schauen uns hintenraus noch die Krankenstation und den Westen der Insel auf eigene Faust an. Gerade die Ruinen am Leuchtturm haben es mir angetan. Schaut hier aus wie bei Uncharted. Dann geht es mit der Fähre zurück nach San Francisco – und zur letzten Nacht, bevor es weitergeht.
Nun gibt’s Kontrastprogramm. Es geht an der Küste auf dem Highway 1 entlang, Richtung Malibu und L.A. Sonne und Bikini, wir kommen!!!!! Schnallt euch an für Venice Beach Vibes! 😀
Lesly und ich sind ja, gerade was das Reisen geht, unfassbar kompatibel und auf der gleichen Wellenlänge. Nur in einer Sache kommen wir nicht auf einen Nenner, wie sich in diesem Urlaub herausstellt: Steine! 😆
Während ich im Valley of Fire National Park wie ein kleines Kind auf dem Autositz hin und herrutsche und meine neue Spiegelreflex regelrecht kernschmilzt von der Abdrück-Frequenz, schaut Lesly unbeeindruckt durch die Premium-Gegend.
Jeder Halt bekommt das Prädikat, „klar, wenn du willst. Ich muss hier nicht unbedingt aussteigen“ hahaha. Aber sie ist nicht genervt und macht einfach brav mit.
Bei unserem einen längeren Stopp harke ich nach. Ich mein, wir laufen durch Felsspalten, sehen pastellfarbene Wellen, ulkig geformte Felsen, über die der Sand fegt und und und. Ich also in einer Tour: „Und das hier?! Das findest du jetzt aber auch schon n bissl krass, oder?!“
Leslys Antwort killt mich: „Naja, es sieht jetzt nicht schlecht aus. Aber das sind halt alles nur Steine!“ 😂😂😂
Und mit eben jenen Steinen spame ich euch jetzt richtig zu. Ihr könnt dann selbst entscheiden, welchem Team ihr angehört. Wir werden den ganzen Urlaub jedenfalls richtig erniedrigend nur noch von „diesem Steinpark“ anstatt vom Valley of Fire sprechen.
Extra für Lesly ging es anschließend 5 Stunden geradeaus durchs Death Valley. Da war dann nix mehr mit Steinen. Hier gab es nämlich original nichts xD Auf der kompletten, kerzengeraden Strecke haben wir vielleicht 4 Autos getroffen. Hatte schon ein Mad Max Feeling, da über die einsamen Straße in der Wüste zu preschen. Und die Aussichten waren nicht weniger krass. Vor allem bei den Mesquite Dunes.
Unser Highlight: Einmal steigen am Zebra-Point für 2 Minuten und 10 Höhenmeter zu Fuß zurücklegen. Ergebnis: Wir konnten unsere Anziehsachen auswringen und uns nicht mehr am Sitz anlehnen 😆 So herbe vollgeschwejzt waren wir.
52 Grad im Schatten um 17 Uhr bei leichter Bewölkung sprechen halt Bände. Kein Wunder, dass überall Schilder stehen, dass man die Klima nicht ausschalten darf und Wanderungen in den Sommermonaten strengstens verboten sind. Wer auf die Idee kommt, kann ich nach unseren 10 Metern zwar nicht nachvollziehen, aber gut.
Ich bin froh, dass ich zur Abwechslung mal einen vollen Tank und eine Rückbank voller Wasserpaletten habe und stolz auf mich. Ohne peinliche Stories und Nahtoderfahrung kommen wir abends in Bishop an. Unserem Stop vorm Yosemite National Park.
Das eigentliche Abenteuer des Tages erwartet uns aber leider dort auf dem Zimmer. Da wirklich nichts, absolut nichts verfügbar war, mussten wir ein Doppelzimmer im Hostel nehmen. Sah eigentlich ganz süß und ok aus. War es aber nicht.
Bekiffter „Rezeptionist“, der gar nix checkt, ein versiffter Teppichboden voller Flecken, deren Herkunft wir nicht weiter ergründen wollen, und eine Klima des Todes, die uns direkt über dem Bett alles aus dem Gesicht bläst und sich aufs Verrecken nicht abschalten lässt xD
Die Nacht war also kurz, Leslys Wollpulli endete als XXL-Schlafschal und wir flüchteten morgens um viertel nach 6 aus dem Bumsladen. Die 100 Euro hätten wir auch verbrennen können. Ciao und danke für Nichts! 😄
Scharfsinnige Textanalysten unter euch haben meine subtile Botschaft wohl bereits entschlüsselt und wissen, was kommt: Good old Grand Canyon 🙂
Dass wir unsere XXL-Sunset-Helikopter-Tour aber um ein Haar verpasst hätten und diese ernsthafte Konkurrenz beim Tages-Highlights-Ranking bekam, überrascht dann vielleicht doch xDD
Was war passiert? Morgens lief noch alles nach Plan. Nach kleineren parksystemischen Orientierungsproblemen ergatterten wir uns Frühstück beim gehypedten Inn-Laden „Eggslut“ – oder weiß nicht, muss ich hier jetzt eig inzwischen besser „Eggslut*innen schreiben? 😅
War gar nicht so einfach. Wir waren richtig früh und haben deshalb „nur“ 30 Min Wartezeit. Nur 5 Minuten nach uns wird eine zweite Schlange aufgemacht, weil nochmal so viele Leute antraben. Wartezeit mind. 1 Stunde. Wegen was eigentlich? Wegen richtig abgefahrenen Avocado-Rührei-Burgern im Brioche-Brötchen mit Sirracha-Mayo und Trüffel-Rosmarin-Reibeplätzen! 😍🙌🏼 Kleiner low carb cheat day mit was Leichtem direkt zum Frühstück quasi.
Beeep beeeep 😄
Im Cosmopolitan schlendern wir ein bisschen rum, dann soll’s für ein paar chillige Stunden in den Drai‘s Beach Club gehen. Bisschen Hip Hop, bisschen Sonne, bissl Leute gucken. Passt.
Ja. Und dann nimmt das Schicksal seinen Lauf. Für den Kontext: Lesly und ich uns natürlich schön aufgebrezelt, um die neu angeschaffte Bikini-Mode vorzuführen. Mein Pamela Reif Training 6x die Woche soll sich schließlich mal auszahlen. ✌🏼
Wir zwei Tussis also im Anmarsch. Dreimal verlaufen und den Eingang nicht gefunden, stehen wir praktisch direkt vorm Clubeingang und ich seh es schon wieder nicht. Will gerade den Türsteher von der falschen Seite approachen, lacht der sich schon tot.
„Young lady. What the hell are you doing?!?“ 😂😂😂 „Sorry I can not navigate!“
Der große Auftritt beschert uns nicht nur Sympathien, sondern auch freien Eintritt. Jason nimmt uns zur Seite und sagt: „Nah. Das machen wir so. Die beiden brauchen nicht zahlen.“
Geil, denken wir uns. Jeder 20 Dollar gespart. Hahahaha. Weit gefehlt.
Wir watscheln nichtsahnend den Blackies brav hinterher und werden in den übelsten VIP-Bereich geführt. Private Luxus-Cabana mit eigenem erhöhtem Mini-Pool, Blick auf das Bellagio & Caesars, inklusive Schatten Area und Sofa. Äähmmm, was passiert hier?
Ich hab meine Gedanken noch nicht soriert, kommt die übelste Fackel im Stringbikini zu uns. Abby. Sie sei heute persönlich für uns zuständig, sagt se. Hooiii.
„Vodka oder Tequila?“, will sie wissen. Äääh. „Keins von beidem?“ 🤷🏼♀️ Gemach, gemach, gute Abby. Wir haben später ja noch was vor. Als wir stattdessen nach dem Menü fragen und anfangen die Bier- und Weinkarte zu studieren, guckt mich Abby an wie Auto. „Ihr wisst aber schon, dass euch Jason zwei Cocktails-Pitcher aufs Haus geschrieben hat oder?!“
„Bitte was?!?!?!“ 😆😆
Das Menü in der Hand sehe ich den geschmeidigen Preis von 155 Dollar pro Pitcher. Es kommt raus: Jason hat uns den maximalen VIP Status verliehen und uns die eine Girls-Suite gegeben, die sie pro Tag vergeben. Prädikat Aushängeschild ej xD Erst lach ich noch. Später erfahren wir, dass die Jungs neben uns einfach 4.000 Dollar, 400 Euro pro Person für ihre Suite bezahlt haben! Autsch 🙈🙈😂😂
Und so liegen wir an unserem eigenen Mini-Pool, schlürfen nun doch Blueberry Mojitos, feiern uns für unser zweites X-Chromosom und singen „Snoooop Doggy Doooooog. Snooop Doggy Dooohooohooowaaaaaag. Dabdadadab!“ Mehr Schwein geht echt nicht. 🐽
Es ist so cool, dass wir unseren Safety-Puffer immer weiter nach hinten schieben. Als wir finally den Absprung schaffen, verfährt sich unser Uber-Fahrer nach Timbuktu. Lesly verpasst ihm den Einlauf seines Lebens in feinstem Denglisch 😆 Aber es geht alles gut. Mit Puls 220 kommen wir 10 Minuten vor unserem Pick up Date am Hotel an.
„Ja easy. 5 min für Umziehen und Pinkeln läuft doch“ Kannste wirklich keinem erzählen.. 🙈
Alles pünktlich geschafft, erwischen wir natürlich den coolsten Piloten von allen. Weil unsere Klima im Heli kaputt ist, müssen wir nach 5 Min zurück zur Basis. Und nu? Bekommen wir ein neues Vehikel und eine leicht abgeänderte Privatroute zur Entschädigung. Deal!
Und nun überlass ich euch den Bildern inkl. James Bond Hoover Dam und Apocalypse Now Sunset Feeling. No words needed!
Zum krönenden Abschluss wurde im legendären MGM die Aftershow-Party mit Usher (kein Scherz!! XDDD) und David C. geskippt und dafür beim Roulette der Einsatz verdoppelt 💪🏼 Bis 4 Uhr haben wir es nochmal krachen lassen. Trumpy Trump hat wirklich nicht viel von uns gesehen in den 2 Tagen. Unfassbar, was wir abgerissen haben und in welcher Taktung. Jetzt heisst es Abschied nehmen von Vegas 🥲
Nächster Halt: Valley of Fire, Death Valley und dann Yosemite (wo es grad östlich brennt). Könnten heiße Tage werden… 😅
„Welcome to Fabulous Las Vegas“, sagte das legendäre Ortseingangschild höflich. Es sollte uns nicht enttäuschen. Sin Schweinebacke City! Welchen besseren Ort könnte es geben, um meinen 2 Wochen West-Coast-Roadtrip mit Lesly offzukicken?! Let’s gooooooooo – 15 Tage Vegas bis LA – Film ab bitte! ☝🏼
So it begins. Den letzten fetten SUV in Vollausstattung an der komplett geplünderten Autovermietung abgegriffen, fahren wir am Donnerstagnachmittag dicknäsig und politisch maximal unkorrekt am goldenen Trump Tower vor xD Sorry, aber wenn der 5-Sterne-Bunker die billigste Unterkunft auf deiner Reise ist, kann man ja vielleicht mal ein Toupet, äh Auge, zudrücken.
Wir bereuen nichts. Wir rollen aus und verlieben uns instant – nicht in den Portier, sondern ins gratis Valet Parking. Call us boogy! Aussteigen, Schlüssel abdrücken und sich einfach verpissen? Genau unser Scheiß! Ich lach noch ne Stunde über Lesly, die einfach nicht glauben kann, dass man EINFACH SO aussteigen kann. EINFACH SOOOO! Mein persönliches Highlight aber unser Klo auf dem Zimmer. Halt für die ganz wichtigen Geschäfte xDD
Eine Welcome-Runde Pool bei knackigen 44 Grad später machen wir uns auf Richtung Downtown – und entscheiden uns somit vorerst gegen das Asitum. Hochkultiviert und -motiviert geht’s zum Neon Museum Boneyard – einem Friedhof für alte original Schilder aus Vegas. Mostly aus den 40er Jahren.
Perfektes Setting für den Sonnenuntergang. Wir lieben den Retro-Vibe und drehen die Runde vierfach. Jedes Mal wird das Licht besser – und irgendwie ist keine Sau da. Direkter Volltreffer zum Einstieg also. Standard!
Kann man weniger von unserem ausgeklügeltem Plan behaupten, das Auto stehen zu lassen und die paar Minuten zum berühmten Fremont District zu laufen. Erstmal schön mit Leslys Rollllex und meiner Spiegelreflex durchs Pennerviertel gesteppt und von jedem Individuum wie n Alien angeguckt worden. Woopsie. Ok ok, zurück im Dunkeln dann lieber Uber sachste.
Gut angekommen, haut es uns völlig unvorbereitet aus den Socken. Wir biegen um die Ecke und sehen… DAS!
50 Millionen LEDs, eine 419 Meter lange Videoleinwand über uns – und ÜBERALL Menschen. Verrückte Menschen. Halbnackte Menschen. Also Frauen mit USA-Flaggen auf den Nippeln only und so. Dazu dröhnt „Shakira Shakira“ aus einem 600.000 Wattt State of the Art Soundsystem! Wir sind buff. Sowas hab ich noch nie gesehen.
Dreimal gehen wir die Fremont Street Experience, wie sie genannt wird, auf und ab. Und das ist sie wirklich.
Wir sind so überfordert und euphorisiert, dass wir glatt vergessen, dass wir mit Auto hinter dem Pennerviertel da sind und uns einen Fat Tuesday Tower hinter die Binse schrauben. „Jaja Mango Bacardi Mango klingt super“, „oh, in der Basis waren eig. auch schon drei Sorten Alkohol?“ Hupsi. Erst beim letzten Drittel guck ich Lesly plötzlich wie vom Blitz getroffen an. „Ej was machen wir hier? Wir müssen noch fahren und hier ist doch 0,0“ xDDDDD
Vor allem machen wir uns die ganze Zeit noch drüber lustig, dass das Ding einfach nicht leerer wird. Weil gefrorenes Zeug drin ist, füllt es sich permanent wieder auf 😀 Was ein Fail. Aber naja, gut. Wir sind ja jung, dynamisch und flexibel und haben eine Idee.
Wir bleiben länger als geplant, um „auszunüchtern“, kippen den 5. automatischen Refill (xDDD) weg und schreiten zur Tat. Wäre doch gelacht, wenn uns unser Ausflug ins Pennerviertel nicht noch nach vorne bringen würde.
Wir finden uns also wenig später in der Schlange eines komplett überrannten upgefucktem Mini-Taco-Stands wieder, der uns auf dem Hinweg aufgefallen war und gönnen uns nach 45 geruchsbelästigten Warteminuten absolut geil fettige und grandiose Quesadillas und Tacos auf den Tower-Klebemagen. Casa del sabor – best Tacos in town. Kann ja jetzt jeder behaupten, ist aber so.
45 Minuten warten wir – und gucken uns anschließend bei jedem Bissen glücklich an. That’s the life. Schicki micki Dinner am ersten Abend? Nich mit uns!
Und das Beste ist. Wir waren einfach noch nichtmal auf dem Strip, der Hauptattraktion von Vegas. Der Meile mit all den berühmten Hotels, Casinos, Clubs, Shows und Hochzeitskapellen. Also noch einiges im Petto diese Nacht.
Wasserstandsmeldung: Wir sind jetzt ca. 29 Stunden wach. Tut der Stimmung keinen Abbruch. Von Müdigkeit nach unserem Powernap im Sitzen in der Taco-Warteschlange keine Spur. Bring die Verlängerung on! Im shiny over the top Diamanten-Outfit versteht sich ☺️💎
Unsere Uber-Fahrerin findet’s gut – genau wie Tindern an der Ampel. xDDD Lesly und ich können nicht mehr. Eiskalt die Frau. Erzählt sie uns erstmal von ihrem letzten Hotten Fahrgast, den sie innerhalb von 30 Min harter Swipe-Akkordarbeit bei Tinder aufgespürt hat, weil sie live in Schockstarre war, als er sie nach ihrer Nummer gefragt hat. Hahahah, herrlich.
Top 2 Regeln für Vegas hat sie auch noch parat. „Stay hydrated“ und „that building you see right there and want to go to, forget it, it’s too far!“ Später wissen wir, was sie meint, als wir den kompletten Strip einmal rauf und runtergelaufen sind, 20.000 Schritte abgerissen haben und jeder kack Wasserautomat kaputt ist, der Supermarkt 50m lange Schlangen hat oder jede Form von Alkohol aber kein Aqua angeboten wird.
Aber ich schweife ab. Finally also – der Strip im Dunkeln. Pünktlich zur letzten Brunnen-Show tanzen wir am Bellagio an. Mega! Auch von Innen übrigens – mit einem eigenen König der Löwen Botanical Garden, abgefahrener Lobby und süßen Restaurants.
Das Casino haut uns eher nicht so vom Hocker. Aber wir machen ja ein bisschen Hopping. Mein Favorites: The Venetian und das Cosmopolitan mit dem The Chandelier. Name ist Programm 😉
Hier gibt’s fancy Drinks – unter anderem einen, wo du vorher eine Blüte kaust und dann deinen Mund und Kiefer nicht mehr spürst, um dir dann nur die Geschmacksnerven auf der Zunge zu fluten. Die Leute kommen aber auch auf Sachen immer.
Hintenraus darf an Tag eins natürlich auch der Klassiker nicht fehlen: das Caesars Palace. Absolute Pflicht für mich alten Filmhasen. Ein bisschen surreal ist das schon, dass wir hier jetzt stehen.
Da isser wieder, so ein Moment, wo du da stehst, kurz inne hältst und das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommst. Das erste von vielen in diesem Urlaub, da bin ich mir sicher.
(Gleiches lässt sich übrigens auch über die Blasen unter meinen Füßen sagen, aber hey. Bisschen Verlust ist immer xD)
PV – das stand für mich bislang immer für die Arbeit. Genauer gesagt für Page Views – also Seitenaufrufe einer Website. Not anymore! ☝🏼
Jetzt steht es nur noch für Puerto Vallerta, den letzten Stopp auf meiner Mexiko-Reise.
„Piiiwiiii“ hier, „Piiiwiii“ da. PV hörst und liest du hier überall. Keiner spricht den Ort ganz aus, der echt ulkig und eine ganz abgefahrene Kombi aus teurem Asi-Ballermann für Amis, Gay Bars und High Class Hotels & Restaurants ist 😄🌈
Ich bin in der Zona Romantica – und bereue nichts. Remi, ein ausgewanderter Franzose, den ich in Sayulita kennengelernt hab, managed hier Bonzen-Apartment und Lofts, und hat mir eine geisteskranke Buzze in feiner Lage zum Freundschaftspreis vermacht. Ich mein: Warum nach 6 Tagen Hostel und Dschungel-Nahtoderfahrung nicht auf dicke Hose machen und sich was rauslassen? 😂🤷🏼♀️
Ein ultra early check in und ultra late check out bescheren mir zwei komplette Tage auf diesem Rooftop 😍
Besser geht‘s nicht zum Ausklang. Denkste. Geht sehr wohl.
Denn Remi beschließt, ich soll einen unvergesslichen letzten Abend in Mexiko haben und mit ihm als Local Guide die Szene abchecken und nochmal richtig die Sau rauslassen. Überredet! 😂😂☝🏼
Wegen der Sicherheit wird in gleich zwei Restaurants erstmal eine solide Grundlage geschaffen. Doppelt hält besser. Zudem sollen beide Läden so gut sein, dass ich einfach von beiden etwas probieren will.
Besser isses. Denn anschließend machen wir eine Bar- und Club-Tour der ganz bösen Sorte.
Wir sind nach Banana-Split-Martinis von oben ohne Kellnern und einem 90er Jahre Open Air Flamingo Schuppen mittlerweile im vierten Laden und ich komme mir vor wie bei Hangover, während ich mich frage, wie es jetzt eig schon wieder dazu gekommen ist, dass ich mit meinem schwulen Airnbn-Vermieter in einem Club in Mexiko steh und leicht irritiert erstmals in meinem Leben halbnackte Männer an Pole Dance Stangen durch die Luft fliegen seh 🤣🤣🤣🤣
Eine Transen-Beyonce und Queen-Show sollen folgen. Und das völlig zurecht. Herrlich 😀
Höchst amüsiert und angedüselt ging es – perfekt geplant mit einem 2 min Heimweg – vom letzten Club ins Loftbett. Und das war einfach das beste in meiner Schlaflaufbahn. Wünschte ich hätte die Matratze mit aufs Flugzeug schnallen können 😄
Hätt ich besser mal machen und meinen Koffer gleich mit draufpacken sollen. Der ging nämlich auf dem Heimweg glatt verloren – und sollte für 5 Tage komplett verschollen bleiben. So verschollen, dass KLM einem nichtmal sagen konnte, an welchem Flughafen er sich gerade befindet. 🙈
Herzlich willkommen zurück Sarah. Dachten sich wohl auch mein Vermieter, der gleich mal meine Miete zur Begrüßung um 10% erhöhte, und ein bösartiges Hot Dog, das mir nach unbeschadeten 3 Wochen mit Mexiko-Schärfe to the max 🔥 Montezumas Rache und eine Magenschleimhautentzündung bescherte. Thänks! 💁🏼♀️
So lümmel ich hier und lasse in Embryonalstellung diesen wundervollen Urlaub mit turbulentem Ende nochmal passieren. Hach ja. México Part II war ein voller Erfolg – und genug Tipps für Part III sind ebenfalls eingeholt.
Aber mal schauen, von welchem Fleckchen der Erde ich euch als nächstes mit Blogeinträgen versorge. Macht es juiut. Peace out ✌🏼
Entspannten Urlaubsausklang kann jeder. Ich habe daher für die Zielgerade noch einen klassischen Kopfschüttler vorbereitet.
Seid ihr bereit für einen monothematischen, über Strecken dramatischen Blogeintrag?! Dann schnappt euch euer Fernglas, eure kakifarbenen Shorts und macht euch auf ein Dschungel-Malheur der feinsten Sorte gefasst. Mudder und Omi – sorry vorab 😅🙈
Es begann zunächst harmlos. Sarah entschloss sich, dem Rat ihres Surflehrers zu folgen, und einen abgelegenen Strand zu inspizieren. Schon faszinierend wie ein 25 Minuten Fußmarsch durch den Dschungel die Menschheit davon abhält, einen so schönen Ort zu Gesicht zu bekommen.
Ich mein… gut für mich. Ich bin 3 Stunden komplett allein. Mit dutzenden von Schmetterlingen. Am morgen seh ich kurz eine kleine Yoga-Gruppe, am Mittag ein Pärchen. Das war‘s. Alles meins! :))
Warum mich der Bauarbeiter auf der letzten befestigten Straße vorhin mit „pass auf, der Weg ist klein und gemein“ verabschiedet hat, leuchtet mir auch auf dem Rückweg noch nicht ein. Bis…
…ich in einer Lehmspur stecken bleibe und es mir die Flipflops zerreißt. Upala. Motorik-Mogli muss barfuß ins Finish.
Kein Problem. Bis… ich auf der Straße angekommen bin. Denn die hat leider 80 Grad Asphaltemperatur. Und so viel Hornhaut hab ich nun leider auch nicht am Start 😀
Ich husche von Schatten zu Schatten wie auf heißen Kohlen, dass die Leute schon wieder denken müssen, was hat die eigentlich für einen anner Klatsche. Ein amerikanisches Pärchen hat zum Glück bereits auf den ersten 200 Metern Mitleid und gewährt mir Asyl auf seinem Golf-Caddy 😂😂😂 Erstmal stilecht hinten draufgewuchtet und nach haus gehitch-hiked.
Im Hostel angekommen, sind meine Kollegen mit ihrer Schicht fertig und völlig euphorisiert, einen Dschungel-Hike zu machen. Ich: 🤡.
Aber okay. Ich ziehe mir dann mal eben nicht zerstörte Schuhe an und komme. Denn: Sie wollen nicht irgendeine Wanderung machen, sondern die zum legendären Monkey Mountain. Oben an der Spitze soll ein hammer Panorama über das Meer und die Küste warten. Das Nonplus-Ultra zum Sonnenuntergang. Ist eh auf meiner Liste und klingt auch iwie so, als sollte ich das vll nicht einen Tag später alleine machen.
Ein paar Bananen und Wasser eingepackt, geht es also ins Taxi. Wir lassen uns zu viert zur nächstgelegendsten Ortschaft fahren und machen mit dem Fahrer direkt die Rückfahrt aus, damit wir nicht doof da stehen, wenn es Dunkel wird. Geritzt.
Der Weg rauf, übelst anstrengend, aber ein absoluter Traum. Lianen, Riesen-Palmen, Schmetterlinge. Wir schwitzen wie die Schweine, aber sind happy.
Oben angekommen sitzen wir auf einem Felsen – um uns rum ein übertriebenes 360 Grad Panorama. Mit XXL-Greifvögeln, die unseren Felsvorsprung umkreisen. Der Sonnenuntergang tut sein übriges ❤
Und während wir noch schön Späße über die Gruppe mexikanischer jugendlicher Kiffer machen (nach dem Motto: wie wollen die es denn bitte in dem Zustand runterschaffen – und dann auch noch, bevor es stockduster wird???), bemerken wir: Also 1:1 der Weg, den wir hergekommen sind, ist das aber auch nicht.
Doch es gibt massig Schilder und Seile – das muss ein offzieller Weg sein. Sonst war auch keine Abzweigung. Nur so Popel-Trampelpfade. Jedes Seil und Schild wird gefeiert – denn langsam wird es dunkel. Und dunkler und dunkler.
Wir machen unsere Taschenlampen an. Für die letzten 10 Min war das eingeplant. Nur dass auf alle 10 Min leider 10 weitere folgen -.-
Und dann – nach dem gefühlt kompletten Weg runter – landen wir irgendwann an einem Flussbett vor einem umgestürzten Baum. Sackgasse.
Fuck.
Keiner von uns hat Empfang. Google Maps verortet uns im Nirgendwo. Wir hören Hunde bellen und sehen etwas flackern und finden: Dschungel-Nomaden.
Drei zottelige Dudes, die unter einem Wellblechdach sitzen und sich iwas auf einem Lagerfeuer grillen, das ich nicht weiter identifizieren will. Ich würde fast den Begriff Ureinwohner nutzen wollen.
Wir fragen nach dem Weg zum Ort, wo unser Taxifahrer schon auf uns wartet, und der Häuptling sagt: „ohhhh nooo amigos, es muy lejos!!“ Zu deutsch: Wir sind am Arsch.
Wir haben es irgendwie geschafft, eine falsche Abbiegung zu nehmen und sind den Berg auf der falschen Seite runtergekrachselt.
Um zum Taxi zu kommen, müssten wir den kompletten Berg wieder rauf und zur anderen Seite komplett wieder runter. Unmöglich im Dunkeln. Problem: Auf unserer Seite ist das Nichts.
Ein Auto haben die drei Weisen natürlich auch nicht. Nur einen Tipp. Geht den Fluss entlang, dann könnt ihr euch nicht weiter verlaufen. Sei angeblich eh der kürzeste Weg zur Straße.
Wir halten Rat ab und stimmen zu. Was bleibt uns groß anderes übrig. Augen zu und durch. Nur schnell raus hier, also zurück zum Flussbett und über den Baum klettern, an dem wir vorhin schon waren.
Ich bin noch rel entspannt und nur mittelmäßig beunruhigt. Zum einen dank der 1.000 Glühwürmchen, die uns fast avatarmäßig den Weg weisen zu wollen. Zum anderen dank Joes und Bens künstlerischer Untermalung mit dem süßen Fireflies Pop-Song, der wenigstens ein bisschen Anspannung rausnimmt.
Bis zur nächsten Station, wo Karolijns und meine Stimmung dann kippt. Wir finden einen weiteren Lagerfeuer-Nomaden, der uns erzählen will, es sei immer noch muy lejos bis zur Straße. Also weit.
Und schlimmer: Dass wir uns echt beeilen sollten, weil es hier Jaguars gibt, die bekanntlich nachtaktiv sind -.- Na danke, das wird ja immer besser…
Aber wenigstens hat auch er eine Wegbeschreibung für uns. Dazu macht er uns ein Tor auf, damit wir eine Abkürzung durch seine private Prärie nehmen können.
Dass er 10 m zum Kette entfernen braucht, weil diese anscheinend 20 Jahre niemand angefasst hat, macht es aber irgendwie nicht besser. Ich komm mir vor wie in einem schlechten Horrorfilm.
Seit der Jaguar-Info singen wir ein Lied lauter als das andere. Da die Viecher lärmscheu sind, nur einzelnd jagen und keine Herden angreifen, bin ich einigermaßen zuversichtlich.
In meinem Hirn trotzdem schon Kopfkino und vorsorglich mögliche Lösungsstrategien. Wie töte ich eigentlich einen Jaguar mit einem Steinklumpen in der Hand – oder einem Stock? 🤔
Wir singen nun vierstimmig Bohemian Rapsody von Queen und reden uns alles schön. Dass das eine super Geschichte wird und „och guck mal diesen krassen Sternenhimmel im Stockdunkeln. Das ist aber schön und einzigartig überm Dschungel“ 😅 War es wirklich, aber ok. Iwann regten uns selbst die Glühwürmchen auf, weil wir sie immer erst für Straßenlichter hielten.
Nach weiteren 15 Min dann aber die Erlösung. Wir sehen echte Lichter, die Straße!!!! Group Hug.
Jetzt müssen wir nur noch ein Auto finden, in dem kein Serienmörder sitzt 😂👌🏼 Wir gehen zum ersten Haus und fragen nach einem Telefon zum Taxi rufen. Und bekommen einen Korb. Telefon? Hier? Hahaha, ihr Gringos!
Wir gehen zum zweiten Haus und knacken den Jackpot. Wir fragen den Herren an der Tür nach dem Telefon und der sagt: „Ach quark, ich kenn nen Taxifahrer. Kommt mit. Der wohnt drei Häuser weiter.“
Wir zaghaft hinterher. Und dann biegen wir um die Ecke, sitzt da ein Oberkörper freier dicker fröhlicher Mexikaner mit seiner Familie beim Abendessen in der Einfahrt. Neben ihrem Tisch geparkt – ein offizielles Taxi 😂😂😂😂😂
Wir können unser Glück nicht fassen. Das kann doch wirklich nicht wahr sein getz 😄
José ist ultra nett. Springt direkt auf und sagt „Claro que si. Ich zieh mir nur schnell meine Arbeitsmontur (aka nen Axelshirt) an und fahr euch“
Perfektes Englisch, in den USA aufgewachsen, erzählt er uns seine Lebensgeschichte und wie er gerade sein Haus ausbaut.
Dann mein Highlight. „You amigos like rap music?“, dreht sich José grinsend um und dreht voll Dr. Dres und Snoop Dogs Next Episode auf. Gefolgt von Gangster’s Paradise 🤣
Auf mich wirkt das surreal. Wir waren doch grad noch im Dschungel verloren und jetzt sitzen wir rappend in inem Taxi vom Hinterhof und freuen uns nen Bagger. 😄
Etwas beunruhigend ist, dass auch José die Jaguars anspricht. Die scheint es also wirklich zu geben – nix mit Schaudermärchen für die 1000. nervigen verirrten Touris, die – genau wie wir – törichter Weise Schildern und ausgebauten Pfaden folgen.. xD Naja egal. Hauptsache rausgekommen aus dem Irrgarten.
Und das krasseste. José hätte für die 25 Min Fahrt wahrschl jeden Preis von uns verlangen können, weil wir in Not waren. Wir hätten alles gezahlt. Und was will er von uns? 100 Pesos. 4 Euro für alle zusammen! (Funfact: Auf dem Hinweg zur anderen Seite haben wir 250 gezahlt).
Und ich muss eins sagen. Du darfst zwar nicht naiv sein. Aber ich glaub schon daran, wenn du an das Gute im Menschen glaubst, dann belohnt dich das Leben auch dafür. Einmal mehr kann ich nur sagen, diese Mexikaner, die sind echt mehr als schwer in Ordnung. Danke an die Lagerfeuer-Nomaden und danke an José 🙏🏼
Zur Feier des Überlebens wurden wir von Kollegen erstmal in einer Airbnb Villa bekocht und mit frischen Anziehsachen ausgestattet. Beste Dusche meines Lebens 😂 Komisch, dass es am Tag drauf nur Pool und Faulenzen für mich gab.
Manchmal frag ich mich noch, wie lang der Taxi-Fahrer auf der anderen Bergseite wohl auf uns gewartet hat. Wir werden es nie erfahren.
So oder so ähnlich sah es in mir aus, als ich finally die 80 Treppen meines 20 Dollar Hostels in Sayulita erkrochen hatte – und das hier vorfand:
Wie ich von außen aussah, das wollt dagegen weder ihr noch ich wissen. Es muss ein verschwitzter El Tomato Kopp vom anderen Stern gewesen sein. Da ich aufs Verrecken kein Taxi bekam und vom 6h Busfahrer einfach an der Tankstelle am Highway rausgeschmissen wurde xDDD, habe ich nämlich meinen 25 Kilo Koffer plus zwei Taschen 30 min einmal quer durch den Ort gehievt. Rauf auf den steilsten Hügel der westlichen Hemisphäre, über Kopfsteinpflaster und 30cm Bordsteine. Bei dezenten 31 Grad im Schatten um 1 Uhr mittags 😂😂
Etwas verunsichert, wie mit mir umzugehen sei – nach dem Motto: Ist dieses rote Knäul schon ein medizinischer Notfall?! XD – bringt mir das mexikanische Mädel an der Rezeption ganz vorsichtig bei, dass mein Zimmer leider noch nicht fertig sei.
Kein Problem. Nur nimm mein kack Luggage :DD Alles, was ich brauch, ist ne kurze Dusche, n Drink und nen Sprung in den Pool. Check, check, check. Nach den letzten 4 Stockwerken zum Pool, diesmal ohne Koffer, stehe ich also da. Reanimation erfolgreich.
Und die Strapazen haben sich gelohnt, wie immer im Leben. Der Wind weht, ich schau aufs Meer, 360 Grad Dschungel-View um mich, über mir die Geier und vor mir mein Daiquiri. ❤️
Hachja. Seinen ersten Blick auf den mexikanischen Pazifik vergisst man nie. Ich jedenfalls nicht. Und auch das zweite erste Mal traf es mich wie einen Hammer, dass ich hätte losheulen können.
Noch am selben Abend schauen wir mit ein paar Hostel-Leuten den Sonnenuntergang am Strand – mit Baby-Schildkröten-Release. Im orangenen Meer alles voller Surfer. Das nennt man dann wohl einen Vibe.
Ich weiß nicht, was es ist. Aber der Pazifik hier ist magisch. So wild und misty iwie. Einfach anders. Also bevor ich lang schwafel, ab dafür. Ein paar Lieblingsbilder von der Pazifik-Coast. Die können das besser erklären 😍
Und auch Sayulita an sich kann was. Von unfassbar guten, süß aufgemachten Restaurants & Shops über Fähnchen und Girlanden bis Streetart ist alles geboten. Nachts steppt der Bär aber sowas von im Don Pato 😄 Am ersten Abend direkt bis 4 gemacht und drei Freundschaften geschlossen.
Spitzname Stayulita kommt nicht von irgendwoher. Genau wie 90% der Leute aus meinem Hostel, werde auch ich meinen Aufenthalt noch um mehrere Nächte verlängern 🙂