Feliz Navidad

Kurz vor Weihnachten ist Chile wie ausgestorben. In den Örtchen ist wenig los, keine Touris weit und breit. Unsere Ausflüge werden daher immer entspannter. ZB. der ins Elqui-Tal. An Weinbergen vorbei geht es zu drei Ur-Dörfern. Auf kleinen Märkten, Künstlerpassagen oder zwischen Omi und Opi auf der Parkbank fühlen wir uns pudelwohl. Hier ist die Welt aber sowas von in Ordnung – und hat fast schon italienisches Kleinstadt-Flair. 

 

Im letzten Dorf wird Mittagspause gemacht. Eine gute Entscheidung, auch wenn der Wirt erstmal keines der 50 Getränke zu haben scheint, die auf der Karte stehen. 😀 Hauptsache „Pisco Sour“ ist available – ein chilenischer Aperatif im Sektglas, den man wohl getrunken haben muss, bevor man Chile wieder verlässt. Unsere Daumen kriegt er. Wirklich lecker, aber mit echt gutem Drehmoment. Bevor das Essen kommt, sind Thomy und ich schon gut drauf. Wie enzückend, dass Mathias zurückfährt. Als unser überdimensionales Chile-Bier aus der Region (el cervecum lagerum) kommt, denk ich mir das umso mehr. Wir sind aber auch absolut nix mehr gewöhnt… Nach einer weiteren ungewöhnlichen „Salat-Kreation“ – Avocadobatzen mit Tomate pur 😀 – setzt sich die Kette der Überraschungen bei einem Verdauungsspaziergang fort. Ein cooles Grafiti nach dem anderen an den Häuserwänden: die hätten wir hier nicht erwartet. 


Die Nacht verbringen wir in Los Villos, ein völlig totes aber schnuckeliges Kaff direkt am Meer. Durch Zufall und Verhandlungsgeschick in einem Hostel, das fünf Klassen über dem Standard liegt. Joachim, der Halbfranzose, nimmt eigentlich 70.000 Pesos für allle 4, für uns macht er 40 draus. Mit allem drum und dran: Ruhigem Innenhof, Schweizer Balkon xD, Frühstück mit Rührei und frischen Früchten. Zudem lässt er uns seine private Hightech-Küche benutzen. Spätestens jetzt ist klar: Die nächste Wohnung bekommt sowas von nen Gasherd. Naja egal. Viel wertvoller als die ganzen Extras war der Typ an sich. Man hat ihm irgendwie sofort angemerkt, dsss er super spannend, gebildet und multikulti ist und ne abgedrehte Lebensgeschichte haben muss. Und die habe ich natürlich auch noch, investigativ wie ich bin :D, rausgefunden. 1981 hat er zu Diktatur-Zeiten Anti-Flugblätter verteilt, wurde angeschossen, festgenommen und 8 Monate lang gefoltert. Dann setzte man ihn in eine Maschine nach Paris und verbannte ihn 7 Jahre aus Chile. Ohne ein Wort französisch, Family oder sonst was schlug er sich durch – mit ca. 20 verschiedenen Jobs. Dann landete er bei British Airways und erkundete von Paris aus die ganze Welt. Als vor drei Jahren sein Vater starb, dem damals das Hostel gehörte, kehrte er nach Chile zurück. Seitdem lebt er 6 Monate in Chile und 6 in Paris. Weil es ihm gefällt und weil er’s kann. Am besten war, wie er selber lachen musste, als er uns erzählt hat, dass er in Frankreich zwei Töchter hat – von verschiedenen Müttern. Alter Casanova :DDD

Jetzt sitzen wir gerade in Valparaíso – und können irgendwie gar nicht glauben, dass bei euch Heiligabend schon durch ist. Auch wenn es bei uns heut nur ein Christmas-Festessen im Hostel gibt, wünschen wir euch allen ganz frohe Weihnachten :))) Ich hab mich gerade schon höchst persönlich beschert – mit einem Bild aus ner Kunstgalerie 😀 Man wird alt. Das konnte ich aber einfach nicht an der Wand hängen lassen. Wir sind gespannt, was das noch an der Grenze gibt… Vo vll brauche ich da noch eine kleine rechtliche Zoll-Recherche von dir (hupala).

Gestrandet

Die letzten 2 Tage haben wir mal wieder vieles richtig gemacht. In unserem Hostel in Caldera herrschte gleich mal echtes Neuseeland-Feeling. Überall gemütliche Sessel, kleine Pflanzen, ein fettes Esszimmer mit integrierter Küche. Cool, cool, cool. Getoppt wurde die Ausstattung nur von unserer Parkposition direkt im Chillout-Bereich. 😀 Das nenn ich mal nen Service.

Zum Abschied warf die nette Putz- und Frühstücksfrau noch mit Merry-Christmas-Säckchen um sich, sodass wie jetzt für ganz Chile mit Bonbons versorgt sind. Richtig von der Stelle kamen wir aber erstmal nicht. Penetrante „Hünda“ 😉 versperrten den Weg. Nicht dass die iwie über die Straße wollten oder so. Nee. Das war voll die mutwillige Blockade xD Guckten und bellten uns an und sind immer wieder zielgerichtet vors Auto gerannt, als wir uns gerade mal wieder nen Meter durchgekämpft hatten. Iwann haben wir nur noch wütend aus dem Fenster zurückgebölkt und Gas gegeben. Da konnten se plötzlich Platz machen, die Biester. Weil die uns jedes Mal verfolgen, besonders mich, kursiert schon das Gerücht, ich würde hinter dem Rücken der anderen eine Salami mit mir führen. 😀

Höhepunkt des Tages war unser Ausflug ins Humboldt-Reservat. Nach 75(000) km durchs Nichts sehen wir ein vielversprechendes Schild. Oh, hier gibt’s auch Whale-Watching. Wie geil ist das denn?! Wir hätten uns auch mit Pinguinen und Delfinen abgegeben. Nehmen wir. Kriegen wir aber nicht. Der Bock des Tages: Es ist zu windig – die Boote fahren nicht auf die Tierinsel. Zuerst wird sich noch hart beschwert: So windig ist es doch gar nicht. Als wir die mini Holz-Bötchen sehen, wissen wir’s besser. Wellensicher ist anders xD

Naja dann eben keine Tiere. Das bunte kleine Fischer-Örtchen ist so süß – macht nix. Erkunden wir halt die Gegend und versuchen rauszufinden, warum da hinten bei den Kiddies am Ufer ein dickes Lama steht. Es bleibt ein Rätsel. Immerhin gibts mit dem hässlichen Vieh ein Foto, bei dem wir total von den aufgedrehten Raufbolden belästigt werden. Einer zeigt immer wieder auf mich, dann wird sogar mit ner Video-Kamera draufgehalten. Hab ich n Kotelette an der Backe, oder hat der noch nie ne Echthaar-Blondine gesehen? 😀 Völlig bekloppt. Als die kleinen Köttel erfahren, dass wir aus Deutschland kommen eskalieren die völlig:
Die: „Marco Reus, Marco Reus?“
Wir: „Jaja, genau. Deutschland ist das Land mit Marco Reus.“
Die: „y Mario Götze?“
Wir: „Ja, auch der ist aus Deutschland.“
Die: „wow!“
Krass, dass das tatsächlich die Info ist, die am anderen Ende der Welt hängen bleibt. Mit einem kleinen Einwurf, dass die beide vom BVB geformt worden sind, verabschieden wir uns. So viel Zeit für Bildung muss sein. xD

 

In unserer Schlaftown angekommen, werden wir vom Verkehr erschlagen. Was ist das bitte für eine Riesenstadt!? Wir dachten hier gibt’s wie immer n paar Straßen und könnten daher nach unserem angepeilten Hostel fragen. Pustekuchen. Getrieben von den hupenden Scharen hinter uns fahren wir wild im Kreis xD Wir stecken alle Hoffnung in eine Touristen-Info oder ein W-lan Café. Unmöglich. Noch nichtmal anhalten kann man hier. Irgendwann geben wir auf. Ich erblicke ein Hotel und will da einfach mal nach dem nächsten Hostel in der Nähe fragen. Tür auf, blickt mich eine 90-Jährige Omi mit Buckel an. Holaaaa! 😀 Als ich nach einer mapa frage, versteht sie erstmal nur Bahnhof und weiß gar nicht, wie sie mir helfen soll. Aber sie will es unbedingt. Also führt sie mich in einen Raum mit einer riesigen Landkarte an der Wand. „Esta Chile!“ sagt sie – und zeigt auf das Land, in dem ich mich gerade befinde. :DDD So weit war ich schon, aber ich brauche ne mapa für mein coche (Auto) von der ciudad (Stadt). Aaaah, sie hat eine andere Idee, breitet mir alle Flyer der Rezeption auf ihrer Theke aus und sucht zwischen Freizeittipps und Touranmeldungen nach Hilfe. Und tatsächlich: Mit einer 3x3cm großen Karte der Innenstadt und 10 Danksagungen beim Rausgehen komm ich wieder zum Auto. „Was bringt uns denn die Karte, wir wissen doch gar nicht, wo wir sind!“ Hm.. da ist was dran. Ja wo sind wir denn? Ich schaue auf die Hausnr. des Hotels und lese vor. „Da steht ganz klein drunter: E. de la barra.“ „Nein?!“, lacht sich Rici kaputt. „Das ist die Straße von dem Hostel.“ xD Mal ehrlich, wie wahrscheinlich ist das bitte? 😀

 

 

Wir fahren zwar noch 15min im Kreis, weil unsere Hausnummer super versteckt in ner Nebenstraße ist, aber ein Parkplatzwächter zeigt uns letztendlich den Weg. Dann kommt, was kommen musste. Das Hostel sieht wie ein super schniekes normales Wohnhaus aus, ist aber voll. Sagt zumindest die aufgetakelte Sauna-Club-Frau, die gerade aus der Tür kommt. Na gut. Ist wohl zu „exklusiv“ für uns. 😀 Was jetzt? Fragen wir doch mal den netten Parkplatzwächter. „Da oben ist ein super billiges, nettes Hotel. hier links und dann rechts über die Ampel. Das könnt ihr mal probieren. Dann stehen wir vor dem Ding… und es ist das Hotel der Omi :DD ahahahahahah. Ich lieg.

Ja, da kann man sich dem Schicksal ja nicht in den Weg stellen. Wir schlafen bei der Omi – in einer mega Landhaus-Mansion mit eigener Etage für nur 42.000 Pesos, also 56 Euro zusammen. Später sollte sich noch herausstellen, dass das ein Versehen war. Die Omi ist wohl in der Zeile verrutscht – oh man ;D So süß war die. Als sie uns die Handtücher brachte und ihr Arm dabei fast abbrach, wollte man sie einfach nur knuddeln. Und ihre Schwester war genau so geil. Sagt die mir auf der Treppe, dass meine lässig getragenen Schnürsenkel auf sind und ich mich ja nicht verletzen soll. Zack, da geh ich doch sofort auf die Knie und richte das. 😀

Nach einem Spaziergang durch unser echt schönes Viertel, einem Marktbesuch (inklusive Weihnachts-Geschenkpapier-Schwarzmarkt, bei dem – begleitet von permanentem Gebrüll – alle paar Meter auf dem Boden Berge von Rollen, Tüten und Schleifen angeboten werden :D) und einem schnellen Snack schlafen wir wie auf Watte. So ein gutes Bett und Bad hatten wir hier noch nie.

 

 

Ich muss Pipi!

Huiuiui. Was eine Ankunft in Antofagsta. Unser erster Gedanke: „Zum Glück ist das nur ein kurzes Rein und Raus hier…“ So ein runtergekomenes Riesen-Ghetto und wahrhaftig eine drecks Arbeiterstadt á la Detroit. Oder, um es in Thomas Worten zu sagen: „Ganz Antofagasta ist Sachsenring!“ 😀 Unser chilenische Sitznachbar, der uns auch netterweise durch das Bus-Wechsel-Chaos navigiert hat, sagt, wir sollten gut auf unser Zeug aufpassen und bringt uns, was die neusten Trick-Dieb-Techniken angeht, auf den neusten Stand. Er fügt hinzu: „No taxi outside, no street walking here. Taxi en terminal al hotel y de hotel al aeropuerto.“ Alles klar, Charly. Seine Botschaft wird von dem Hochsicherheitsempfang im Busbahnhof unterstrichen. Ein Polizist bewacht das Eingangstor und lässt nur autorisierte Busse und Taxen rein. Da wird einem schon ein bisschen mulmig.

Als unser autorisiertes Taxi kommt, müssen wir allerdings lachen. Ein 60-jähriger Chilene steigt aus einem gepimpten Toyota. Nur plötzlich aufblinkende LEDs hinter der Scheibe suggerieren, dass DAS ein Taxi sein soll. Der Kofferraum geht auf – alles komplett blau beleuchtet. Plus riesen Subwoofer, der gefühlt 1/3 des Platzes einnimmt. Was n Gangster! xD Auch die Fußräume sind farbig komplett am Abfeiern. Mit halb offenem Kofferraum (wegen des Subwoofers hat natürlich nich alles reingepasst) geht’s Richtung Hotel. Aber alles seguro (also sicher) señorita. Jajaja, klar 🙂

Am Hotel. Wir klingeln an einer verschlossenen Tür. Durch ein gitterartiges Fenster kann man drinnen – im einem Glaskasten, hinter einer weiteren verschlossen Tür – die Rezeptionistin sehen. Die sitzt wiederum vor einem Bildschirm mit 15 Überwachungskameras. Scheint hier ja echt zu laufen. 

Nachdem wir uns alle penibel mit Unterschrift und Pässen eingetragen haben, führt uns die Dame durch eine – nennen wir sie mal – Halle zu unseren Zimmern. Stark, dass es hier mit Rohren und diesen gelben Treppen aussieht wie in einer Fabrik. Aber egal, die Zimmer sind ok, wenn auch für den Zustand super überteuert. Hauptsache endlich eine Dusche! Denkste. Eiskaltes Wasser. Auuuua, wir möchten das nicht. Sachen wieder an und zur Rezeption. „Ach schon wieder kein Aqua caliente?“ stöhnt es hinter der Scheibe. Na gut, sie nimmt die Taschenlampe, krempelt die Ärmel hoch und verschwindet im Dunkeln, die Wendeltreppe hoch (, die selbstredend hinter einem Holz-Sichtschutz versteckt ist). Um 0.20h ist es tatsächlich vollbracht. Wir stehen unter einen warmen Dusche! Gute Nacht.

 

 

Im Taxi zum Flughafen haben wir mit Helmut (Name wurde geändert) am nächsten Morgen Spaß. Der kaum spanisch sprechende Englischlehrer aus Jamaika, der früher in Wiesbaden gearbeitet hat, ist auch nicht so begeistert von Antofagasta. Also wird ordentlich abgelästert. 😀 Aber… als wir unser Auto am Flughafen bekommen, kann man zumindest festhalten: Autos vermieten, dat können se. Vor uns steht ein neuer, schnieker Hyundai. 5,5 l Verbrauch, riesiger Kofferraum für unsere Rucksäcke, Aux-Anschluss und nur 5000km weg. Jackpot! Auf dem Weg raus aus der Stadt fahren wir entlang der Küste über eine Urlaubs-Promenade. Hier geben alle paar Meter Leute beim gerade stattfindenden Marathon auf. An roten Ampeln gibt’s Cheerleader- und Jongliervorstellungen statt aufdringliche „wolle Scheibe waschen?“-Menschen. Finally! Die schöne Seite von Antofagasta. 

 

 

Knapp 5,5h geht’s auf dem Weg nach Caldera wieder durch die Wüste. Immer geradeaus. Rauf und runter. Die Meinungen, ob das cool sei, gehen im Auto auseinander. N geiler Anblick ist es aber gepaart mit den Trucks, die uns entgegenkommen, auf jeden Fall. Hier und da approachen wir zur Abwechslung die Küste und können Wellen gucken. Verrückt wie nah Wüste und Meer hier beieinander liegen! 


 

 

 


15km vor dem Ziel der Superfail. Wir sind 2h schneller als geplant und können Caldera praktisch sehen. Der Strand, der traumhaft schön sein soll, da hinten am Horizont ist er! Es ist 16h – da kann noch ordentlich Sonne abgegriffen werden. Perfekt, zumal bald meine Blase platzt. Als Mathi sich von den billigen Plätzen über das Schild mit dem Männchen und der wedelnden Fahne lustig macht, nehmen wir noch an, dass wir in 15 min da sind. Weit gefehlt 😀 Einspurige Baustelle, wir müssen warten, bis die Chilenin in Bauarbeiterkluft das Stoppschild umdreht und alle Autos von der anderen Seite durch sind. Das wissen wir so genau, weil Thomy erstmal schön bis vor das Hütchen fährt, wo gleich der Gegenverkehr rausgelassen wird, dass sie uns darüber aufklärt. 😀 Rückwärts stellen wir uns vor einen „geparkten“ Wagen in die erste Reihe. 10 Minuten später stellt sich heraus, dass da jemand drin sitzt und auch wartet. Der ist nur so klein, dass der gar nicht übers Lenkrad hinausragt xD Wir haben noch Humor. Die Stopp-Schild-Befugte trägt mit ihrem nicht näher zu identifizierenden Tanzstil, der alle paar Minuten ausbricht, dazu bei. Endlich geht’s weiter. Jetzt aber. 6km später Baustellenende. Zu früh gefreut, eine Kurve später das gleiche Spiel: Flaggenschild. Warten. Neeeeeein!!! Geh ich jetzt schnell hinter dem Fels Pipi machen? Ach nee, die sind doch bestimmt so schlau, dass das jetzt sofort weitergeht, wie bei ner grünen Welle. Wie naiv. Natürlich nicht. Aber je länger die Uhr tickt, desto weniger trau ich mich noch zu gehen. Ah ja, endlich, da tut sich was. Weiter geht’s. Jetzt aber schnell, wir haben schon ne 3/4 Stunde verloren. Kurve. Argh! 3. Fullstop. UND KEIN FELS weit und breit. Kacke 😀 Diesmal dauert es wieder 20 min, bis wir weiterdürfen. Um die Laune hoch – und das Pipi in der Blase – zu halten liefern Thomy und ich uns ein Rap-Battle zu Lose yourself von Eminem. 😀 Was solln wir auch machen? Unsere Playlist ist so langsam am Ende. 

Endspurt. Wir sind am Ort, finden sogar ein Schild zum Strand. Da ist er, ab auf den Parkplatz zu den anderen Autos. Wums, wir stehen. Was ist los? Ja sichi xD Wir stecken auf dem dritten Meter im Sand fest xD Das gibt’s doch jetzt nicht. Mathi ans Steuer, wir drei graben, bauen eine Rampe aus rumfliegender Pappe und schieben. Wuay geschafft, wir sind auf dem festen Stück und können die letzten 50m zum Strand machen. Ohne mich xD Ich renne hinter den nächsten Busch, der 30 cm hoch ist. Egal, ich bin wieder aufnahmefähig. Das feiern wir an einer der coolen Strandbars mit einem Bier – und einem riesigen Meeresfrüchteteller. Joa, mit Ansage rächt sich das natürlich bei Thomy und mir noch mit der absoluten Flitzekacke xD Zu unserer Verteidigung: Als wir den Teller am Tisch weiter entdeckt haben, dachten wir, der Berg Calamaris seien Pommes.. 😀 😀 Bereut wird trotzdem nix. Lecker war’s. Richtig gut war auch Ricis und Mathis Bestellumg: N Salat sollte es sein. Erst musste Rici Mathias ewig überzeugen, dass der auch ohne Hähnchen ganz lecker sei. Dann trug Mathi minutenlang einen Kampf mit sich aus, ob er denn noch Pommes dazu bestellen sollte. Am Ende blieb’s bei dem Salat. Und als der serviert wurde, hättet ihr Ricis Gesichts- Starre sehen sollen. Das war alles mögliche, aber kein Salat in unserem Sinne 😀 Ganz vorsichtig fragt der Kellner, ob alles ok sei. Rici sagt mal einfach ja und probiert. Der Kellner bleibt sicherhaltshalber mal noch ein bisschen stehen und fragt dezent nach, ob sie sich da ganz sicher sei xD Aber schmeckte wohl tatsächlich. Was es auch immer war. 

 

 

Die Wüste kostet

My dear Atacama. Was soll man sagen? Hammer Location außerhalb, innerhalb überfüllt von Touris, die mitten in der Wüste auf alles angewiesen sind. Und da die Chilenen ja nicht doof sind, gilt generell eher das Motto: wenig bekommen für viel Geld. „Das Sölden von Chile“, titelt Thomas.

Schon die Hostel-Suche ist nicht so einfach, wie gedacht. Teilweise werden doppelt so hohe Preise wie in Argentinien verlangt – für ein Bett in der 3. Hochbett-Etage auf 4 Metern. Stock dunkles Zimmer. Oft ohne Frühstück und Küche, dafür mit mächtig vielen Fliegen oder Müll im Innenhof. Smekkt nich! Nach ergeizigem Abklappern finden wir ein Hostel, das auf uns noch den besten Eindruck macht. Hier gibt’s saubere Toiletten, ein 1a geputztes 4er Zimmer und einen netten, ruhigen Innenhof mit Hängematte. Die Besitzerin ist zwar etwas komisch und irgendwie scheint die ganze Family in anderen Zimmern zu hausen (mit nix außer einem gefühlten 50-Zoll-Fernseher) 😄, aber kann uns ja egal sein.

Nach erfolgreicher Heimsuche gönnen Thomas und Sari sich noch ein dekadentes Essen in einem der super schönen Restaurants – da haben sich manche echt was einfallen lassen. In diesem Fall hat man aus einer Wellblech-Hütte in typisher Hangar-Form ein Holz-Bambus-Paradies mit großen Lehm-Öfen und entspannter Clubmusik gezaubert. Einmal Lomo, einmal Lachs, zweimal Caipirinha. Wir sind wieder glücklich! 😀 Auf dem Nachhause-Weg machen wir noch einen Abstecher, um ein bisschen Sterne zu gucken. So viele auf einem Haufen: unfassbar. Noch nie gesehen! Wir suchen was zum Sitzen, hauen uns gemütlich auf eine Mauer… und werden nach nur 10 sek verscheucht. „Man was sind die Chilenen unfreundlich“, denken wir uns. Bis wir checken: whoops, das war eine Kirchenmauer xD

Die erste Nacht verläuft super angenehm. Nur am Morgen krieg ich die Krätze. Alles juckt und hier und da zieren kleine rote Bisse, schön geordnet in einer Reihe, meinen Körper. Der naheliegende Floh-Verdacht verfolgt mich den ganzen Tag, bestätigt sich aber nicht. Schon am Abend ist alles wieder abgeklungen. Hat sich wohl irgendein Viech in den Schlafsack verirrt.

Ist auch besser so. Denn heute ist unser großer Ausflugstag. Erst geht’s mit dem Fahrrad zu einer Lagune – am nachmittag steht das geführte Tour-Highlight, das Moon-Valley, an. Erst hatten wir noch in den Raum geworfen, beides mit dem Fahrrad zu machen. Hallelujah, dass wir das nicht durchgezogen haben. Nach 5 min detektiert Sari aufgrund ihres wurstigen Fitnesszustandes erste Erschöpfungsanzeichnen. Und mein Hintern. Meine Güte, war der Sitz vllt hart für meine spitzen Knöchlein. Nach der ersten halben Stunde ist die Popo-Prellung schon fix 😀

Egal. Die „Laguna cejar“ ist es wert. Sie besteht aus drei kleinen Salzseen. Einem zum „Flamingos gucken“, einem zum Umlaufen aka. Schuhe-Versauen und einem zum Baden. Thomy ist bei letzterem skeptisch, um nicht zu sagen „abgeneigt“. Einen Meter weit sieht man den Felsen zum Einsteigen, danach Abgrund: dunkel, dunkel blaues Wasser, sonst nichts. „Mir wird schon beim Zugucken schlecht. Hier drin soll man baden?“ Aber hallo. Beim Austesten stellt sich heraus: in dem kleinen Planschbecken schwimmt man permanent auf der Oberfläche. Krasser als beim Toten Meer. Auch die kleinen „Penisfische“ tuen niemandem weh. Also wagen sich alle rein. Eine willkommende Einladung um rumzublödeln. Die Ergebnisse seht ihr hier. (Später erfahren wir noch, dass das Wasser tatsächlich 13 m tief ist. Gut, dass das erst nachher rausgekommen ist. 😀 😀 :D)

Nach der Rückfahrt, die mich kaum überforderte und emotional zermürbte, einer ausgiebigen Siesta zum Erholen und diversen Salz-Entfernungs-Operationen steht der Ausflug ins berühmte „Valle de la luna“ an. Stop 1: Ein kurzer Höhlen-Trip. Ohne große Vorwarnung gehts rein ins Schwarz, was wäre ich nur ohne mein iPhone Licht. Und dann wird plötzlich gekrabbelt, im Entenschritt gekraucht und geklettert. Thomas mit seinen 1,91 erwischt es besonders hart. Aber ganz legère macht er das in seinem feinen Hemd, als wäre nichts gewesen. Ein Model unter Tagen 😀 Wieder am Tageslicht haben wir einen mega coolen Ausblick auf Felsformationen. Wie schade, dass absolutes Gegenlicht herrscht. „Kein Problem“, sagt Enrike (das meint der so geschrieben wirklich erst), unser Latino-Poser-Führer, und grabscht nach meiner Spiegelreflex. Tatsächlich: keiner weiß, was er da genau macht, wild rumfuchtelnd, die Kamera überall hinhaltend, nur nicht zu uns. Aber am Ende haben wir ein 1a Gruppenfoto ohne schwarze Gesichter und gestochen scharf. Was n Held!

 

Am Stop 2 wird es wieder mal anstrengend, ganz im Zeichen des Tages. Ein Marsch zur großen Sanddüne. Wir laufen und laufen, super starker Wind und Sand überall. Und dann… Wie heftig ist das bitte!? Man durfte ja schon einiges sehen im Leben, aber dieser Anblick – kraaaaaass. Das richtige Panorama von dem Tal mit Mondlandschaft muss ich leider mit Photoshop zusammen schustern und daher nachliefern. Aber auch so sollten die Bilder schon ein bisschen zeigen, wie super das war.

Als wir uns alle wieder eingekriegt haben, geht es zurück in den Bus zum Death Valley. Klingt trügerisch spektakulär, war’s aber nicht :-). Zu sehen gibt’s nicht viel, stattdessen eine blutrünstige Geschichte vom entscheidenden Battle der einfallenden Spanier zu hören. Also schnell weiter zum Coyote Canyon, der angeblich so heißt, weil er als Vorlage für die Looney Toons Comics mit Roadrunner und Coyote diente. Hier warten wir auf den Sonnenuntergang, der natürlich … super gewöhnlich ist. 😀 Vll liegt es aber auch an dem langern Tag. Die Landschaft ist mal wieder Bombe – sowohl vor als auch vor dem Sonnenuntergang. Wir stehen direkt auf einem Felsvorsprung, unter uns kommt lange nichts und dann wieder diese unfassbae coole Mondlandschaft. Foto-Session, Foto-Session! Nachdem Enrike Rici und mich abgelichtet hat, willigt Thomas für ein Partner-Shooting ein – aber nur unter der Voraussetzung, dass ich am Rand stehe xDD Bester Move.

 

Und wenn man schon einmal am wunderschönen Arsch der Welt ist, bei perfektem Licht in der blauen Stunde, was macht man da? Claro que si: Ein Foto, das man nie vergisst. Und das ist in meinem Fall das hier :)))

(Christa, es tut mir leid. Du hast meine Herz-Hose so perfekt repariert einen Tag vor Abflug, ich hab sie unter tobendem Applaus der Leute bei der Action gekillt – und schätze sie ist nicht wiederzubeleben. Aber wie könnte eine Lieblingshose besser drauf gehen als so?!)

Zurück in San Pedro haben wir nach all den Abenteuern und der Anstrengung hunger. Aber wie. Wie gut, dass Mathi und Rici einen Hähnchen-Imbiss erspähen, in dem nur Einheimische sitzen. Brechend voll, alles besetzt, bis auf einen einzigen 4er tisch. Natürlich, wie immer geht für uns alles glatt. Das knusprigste und zugleich zarteste Brathähnchen sowie die riesigste Portion Pommes meiner fast 25 Jahre Fress-Laufbahn liegt vor mir. Welch göttliche Kombi xD Oben drauf gibt es noch eine selten schöne Sprite Flasche, von der Mathias noch lange Zeit schwärmen soll. Die war aber auch schön, du 😀 Tja. Der Laden hat uns so überzeugt, dass wir am nächsten Tag, an dem wir bis zur Busfahrt nach Antofagasta nur organisiert und Sachen gepackt haben, mittags nochmal zuschlagen. Wir sind damit jetzt neue Lieblingskunden von der netten, fast mütterlichen Bedienung und gleichzeitig Experten im chilenischen Fußball. Der läuft hier nämlich nonstop im TV. Genau wie Gladbach gegen Augsburg – hä?! 🙂

Davon ab war der Tag bislang eher von kleineren pleiten bzw. Chaos-Verursachern geprägt. Gleich am morgen hatten wir einem Strom- und Wasserausfall im ganzen Dorf. Ist wohl so rar alles, das wenn alle Touris gleichzeitig zulangen, das Kraftwerk kollabiert. Das sei hier nicht nur normal, sondern sicher, sagte uns die Hostel-Besitzerin. Hupala, gut, dass wie hier zweimal am Tag duschen und unsere Sachen waschen 😀 Unser Bus kam um 16.30h dann auch nicht wie geplant. Wir mussten einen anderen nehmen, der uns in die nächste große Stadt fägrt und von da in einen anderen in Richtung Antofagsta steigen. Aber auch das hat geklappt. 

Der Parmesan-Gate und die Pampa

Nach einem perfekten Lomo-Steak, einem verheerenden Toilettenaffron, bei dem Mathi und ich parallel zwei WCs fachmännisch außer Betrieb nahmen, und einer Nacht im abfärbenden Zimmer (danke, ne :D) ging es gestern weiter mit unserem Nord-Trip.

Stop 1: der berühmte „siete colores“ Berg in Pumamarca. Abenteuerfreie Zone zur Abwechslung. 😉 Ein 3km Rund-Track mit Blick auf rote, grüne, lilane Berge liegt direkt am Ortseingang. Sogar ausgeschildert! Trotzdem gibt’s richtig was zu sehen – und am Ausgang was zu shoppen. Auf dem Markt wird zugelangt. Meine ersten Souvenirs (eine Reisetasche und ein richtig cooles Lamatuch) sind eingeheimst. Thomy hat mir dazu noch ein passendes Portmonnaie-Täschchen gekauft, Weihnachten liegt also doch in der Luft 🙂

Es folgen kleinere Komplikationen. Unser Hauptziel, eine kleine Salzwüste nahe der Bolivischen Grenze muss noch etwas warten. Denn nach ein paar km merken wir, dass wir uns im ab-so-lu-ten Nichts befinden – ähnlich wie unsere Tanknadel. Von der km-Zahl her sieht’s schon schlecht aus. Bei den Serpentinen, die wir hier permanent erklimmen (juhu, sari kann sich im Kart-Modus á la Vadder austoben) wird das erst recht nix. Also sofort mal den nächsten polizisten angequatscht. Die sind hier wirklich überall, hilfsbereit und sorgen hin und wieder bei mir für einen erhöhten Adrenalin-Fluss, wenn ich beim Fahren mal wieder keine Schuhe anhabe. Aber ich schweife ab. Das Gesicht des Polizisten verrät schon: Tankstelle… puh. „Da müsst ihr in die andere Richtung nach Ticara, hier kommt weit und breit nix mehr“ xD Gut, dass das der Ort ist, in dem wir gepennt haben. Was ein Nuts, aber es nützt ja nix: rums, 30 min zurück und die gleiche Strecke wieder hin. Kann weitergehen.

Die letzte Stunde zur Wüste ist echt ein Highlight – und definitv kein guter Ort zum Liegenbleiben. Also alles richtig gemacht. Meilenweit nichts: nur mal hier ein Lama, da ein Esel oder ein Souvenirverkäufer mitten in der Prärie. Wo die auch immer herkommen und was sie sich auch immer davon versprechen, stundenlang in der Hitze in einer Kurve im Nirgendwo zu hocken. Nur ein paar Kurven weiter finden wir nen Tierkadaver – einen Esel hat’s dahin gerafft. Ganz schön spooky, son Esel ohne Augen aber mit Zähnen. Wilkommen in der Wüste.

Sonnenbrille auf, ab aufs riesige Salzfeld. Lkws und Bagger sind eifrig am abbauen, wir am Fotografien. Rausgekommen ist eine witzige Session, vor allem dank Thomys Arafat-Auftritt und Mathias Mate-Tee-Becher. Das ist das argentische Getränk bzw. der argentinische Zeitvertreib schlechthin. Schmecken tut’s, find ich, schrecklich – Rici spricht auch liebevoll von einem Aschenbecher-Flavour xD – als Requisite fungiert „der Gerät“ allerdings 1a.

 

 

Auf dem Rückweg geben wir Gummi, schließlich muss der Wagen um 21h wieder auf dem Vermiet-Parkplatz stehen. Und zwar am Besten ohne die Offroad-Rallye-Spuren am Kotflügel. 😀 Um unseren victorianischen Ausflug (und unseren Krümmel-Unfall mit den Keksen) zu verbergen, fragen wir uns zur Auto-Waschanlage durch. Die stellt sich dann als super dubioser 2-Mann-Hinterhof-Betrieb heraus. Der Firmenname schön in Graffiti an die Hauswand geklatscht. Machen wir’s oder machen wir’s nicht? Außen- und Innenwäsche, heißt Auto offen lassen: 40 Minuten solls dauern, aber nur umgerechnet 4 Euro kosten. Ach komm: Wertsachen raus, Türen auflassen, aber Schlüssel mitnehmen. Was soll schon groß passieren? Nix, wie sich herausstellt. Als wir zurückkommen, erkennen wir unser Auto kaum wieder. Blitzblank. Innen, außen. Sogar die Amaturen sind mit sonem geilen Pflegezeug eingerieben, weshalb Thomas den Typen am liebsten nach Deutschland importieren würde 😀

Die Herausforderung des Tages sind, wie das immer in größeren Städten ist, die letzten Meter innerorts im Straßenverkehr. Hier regiert das Chaos und ganz sicher keine Vorfahrtsregeln. Fahren darf jeder, der selbstbewusst genug in die Kreuzung fährt und/oder hupt. Spuren gibt es auch keine, alles fährt kreuz und quer, v.a. Motorradfahrer, die jede Lücke nutzen. Aber auch das klappt. Weiß man einmal wie’s läuft, reduziert sich der Schweiß in den Händen und es wird selbst wild drauf los gehupt. Gefällt mir eigentlich ganz gut xDDD

Zurück im Hostel, sind alle fix und fertig aber glücklich. Um 22h oder so kämpfen wir mit 1,5 kg Fleisch ohne scharfes Messer und einem Berg Bratkartoffeln ohne Öl und ordentlicher Pfanne. Ok, der Speiseplan ist vll angesichts der Ausstattung nicht so ausgereift gewesen, aber es existierte halt Bock. 😀 Und am Ende des Tages, so nach ner Stunde liegen halt doch noch n Steak und die Patatas auf unserem Teller. Check.

Es hätte damit so friedlich zu Ende gehen können, aber aus dem Nichts taucht plötzlich der Endgegner des Tages auf. Ein 50-jähriger französisch sprechender Spanier eskaliert völligst und kann einfach nicht verstehen, wieso wir unbedingt noch unsere Rucksäcke packen müssen. „Ähm… vll weil es 23:30h ist, wir gerade von nem Trip kommen und morgen um 6h zum Busterminal müssen, um weiterzuziehen?“ Spakko. 😀 Macht der einfach immer ohne Kommentar unser Licht aus und brabbelt sich was in den Bart, dass er sich beschweren will. Ja mei… so läuft das nunmal in nem 6er oder 10er Zimmer. Mehr als sorry sagen bzw. erklären, dass es nicht anders geht und wir so leise sind wie möglich, können wir auch nicht. Soll er sich halt n Einzelzimmer nehmen oder ne Schlafbrille und Oropax kaufen. Hab ich ihm dann auch morgens,vorgeschlagen, als er wieder aufmüpfig rebelliert hat. Tschüss, war töfte. So sind die Aggressionen jetzt auch abgebaut. 😀

– Der Pamesan-Gate –
Inzwischen bin ich wieder entspannt – auch die 4 neuen Mückenstiche aus der Nacht sind verarbeit. Den Text hier habe ich jetzt auf der Busfahrt nach San Pedro de Atacama (Chile) getipselt. Das heißt: Ich kann direkt fortfahren und von dieser durchaus einprägsamen Erfahrung berichten xD

Der erster Hammer blowt unser Mind schon, als wir aus der Stadt rausfahren – und uns die eingeschlagene Route nur allzu bekannt vorkommt. Es stellt sich heraus: 2/3 der Strecke entsprechen der von gestern zu den Salinas (, die wir ja wegen des Tank-Maleurs zum Teil schon doppelt fahren mussten). Dödöö. Gehen Sie direkt ins Gefängnis und ziehen Sie nicht über Los 😀

Weitaus gravierender ist allerdings die nasale Gestaltung der Fahrt. Ich weiß nicht, was es ist, ich tippe auf Mais…, aber die Südamerikaner lassen solche Bomben auf Klo los. Voll widerlich! xD Vor allem: Können die sich auf soner Busfahrt nicht beherrschen und ihr Geschäft vor- oder nachher erledigen? Im Minutentakt ist Armageddon angesagt – nice, dass wir genau am Treppenaufgang sitzen. „Ich möchte das nicht!“ 😀

Wen wundert’s: Als wir an der chilenischen Grenze aussteigen, bin ich erleichtert. Endlich frische Luft. Doch der Preis ist hoch. Über ne Stunde dauert die Kontrolle. Erst wird penibel aus Argentinien ausgecheckt, dann in Chile eingecheckt. Selbstredend gibt’s dafür zwei unterschiedliche Schlangen. Aber eben wirklich nur zwei – bei 80 Leuten. Bist du soweit gekommen, darfst du zurück zum Bus, dein Gepäck holen und kannst dich wieder anstellen. Diesmal für die Zollkontrolle.

Bestimmt könnt ihr euch vorstellen, wie langsam die Uhr tickt, wenn du dir nicht sicher bist, ob du kurz vorm Ziel wegen deiner Kellogs mit getrockneten Früchten – oder gar 10 gramm Parmesankäse für deine Nudeln – hopps genommen wirst, die du nicht declared hast. Thomas hatte den Käse erst auf dem Einreiseschein angegeben, dann dem Rat des Busfahrers folgend aber doch n neuen Zettel bekommen und nothing to declare angekreuzt. Das würde sonst zu viel Trouble um nichts machen… Besonders ernst nehmen können wir den Busfahrer allerdings nicht. Er schlägt Thomas ohne Witz vor, den Parmesan doch einfach schnell aufzuessen. Was ist bitte mit ihm? xDD Kurz vor dem Zollcheck haben wir Schiss, die Chilenen gucken aber auch böse drein. Wir schmeißen unsere kritische Ware 2 m vor der Kontrolle unauffällig in den Müll. Problem gelöst. Aber hauptsache ne Stunde Panik geschoben.

Ausgerechnet mich filzen die nach dem Durchleuchtungscheck von vorne bis hinten. Handtasche, Souvenirs, Rucksack und Klamotten: Alles wird durchwühlt. Nach Ewigkeiten kommt das ok. Juhu – alle vier sind in Chile. Irgendwie fühlt es sich knapp an 😀 Vll auch, weil wir noch kein Hostel reserviert haben und deshalb keine Adresse auf dem Einreiseschein angeben können. Aber das wurd dann sofort organisiert.

Lost because of Victor :D

Zwei Tage Voll-Power: Da musste auch die Blogquote leiden. Passiert ist viel, deshalb werden die Geschehnisse so gut es geht nachträglich aufgerollt. Los geht’s mit gestern – Dienstag, wenn ich mich nicht irre.. xD 

Um 8h morgens sitzen wir voller Tatendrang und einem vollgekritzelten Zettel im Leihwagen. Victor hat Anweisungen. Er hat  jahrelang in Hostels gearbeitet und kennt die „Must See“s abseits der Haupt-Touri-Spots. Und wir jetzt auch. (Dachten wir zumindest.) Denn aus dem „it’s very close, just a little drive from x to y“ sollte noch ein „Wo zur Hölle sind wir?“ werden. Egal, Phase 1 lief erstmal nach Plan. Statt Autobahn nehmen wir die Landstraße, ein bisschen Regenwald abgreifen. Man gönnt sich ja sonst nix. Durchgemooste Bäume, Lianen, das volle Programm. Thomas meint sogar Pilzsammler erspäht zu haben und nutzt bei einem kurzen Fotostopp seine Chance. Und tatsächlich – nach 1-2 min kommt er mit einem Champignon um die Ecke. Es soll mit den beiden aber nicht sein: weitere 1-2 min später fliegt der Pilz in tausend Stücken den Berg runter. Thomas heiß geliebte Trekkinghose, die zum ersten Mal zum Einsatz kommt und seine Nikes bedanken sich 😀 


Aber dann: Wir fallen am frühen Mittag im unaussprechlichen Humahuaca ein. Unser Ziel: Irgendjemanden finden, der uns den „little drive“ Weg von dort zu Victors Geburtsort – mit noch irrerem Namen – und der dazugehörigen bunten Bergkette erklären kann. Gar nicht so einfach. 90% der Ureinwohner starren uns einfach nur an, als hätten sie noch nie nen Polo oder Europäer gesehen. Die retlichen 10 können mit dem mysteriösen Ortsnamen nichts anfangen. Läuft. 😀 Wir wollen gerade weiter, da meldet sich doch noch jemand zu Wort. Das Problem: Es ist nicht entschlüsselbar. Auch die 15 anderen Wörter, die der Gute pro Sekunde von sich lässt nicht. Mit Händen und Füßen ist nach 5 min klar. Der Typ mag uns helfen und will uns an irgendeiner angeblich nahgelegenen Straßenkreuzung zeigen, wo wir hinmüssen. 😀 Ihr wisst ja, wie die Mutter der Porzellankiste so drauf ist… drum folgen Rici, Thomas und ich ihm zusammen. Mathias hat den Part, uns im Auto zu bleiben und uns zu folgen. An der Kreuzung angekommen betont, nennen wir ihn mal wieder Pedro, ca. 20 mal, dass der Weg „muy complicado“ sei. Wir sollten daher unbedingt einem hombre im Auto folgen. Rici und ich gucken uns nach 2 min zuhören an. „Sag mal von welchem hombre redet der denn die ganze Zeit?“ 😀 Doch auch das kriegten wir raus, während Mathi inzwischen im 30 sek Takt aufgewühlt aus dem Auto bölkt, was denn gerade umgefähr  passiere. Die Situation: Andere Touris haben bei seinem Freund eine Tour zu dem Ort gebucht, wir dürfen uns einfach für die Autofahrt hinten dran klemmen. 

So weit so gut der Plan, hätte es sich dabei nicht um einen 4×4 Jeep eine absolut abenteurliche Schotterpiste gehandelt xDD Ich muss Kennern bestimmt jetzt nicht erklären, dass wir den Jeep keine 10 min später verloren haben. Wir sind auf uns allein gestellt. Wie war das noch: Rio passieren? Check. U-Fahren? Joa kommt hin. An irgendwas blanco rechts ab? Hm ein heller Friedhof und eine Straße nach rechts. Schön uns alles hingebogen, dass wir uns bestätigt fühlen – und ab gehts rechts runter. Schlechte Idee. Die Szenerie ist 1a, richtig heftig wie im Western und die bunten Berge sehen wir auch am Horizont. 

Aaaaber: Die Strecke wird immer schlechter. Krasse Bodenwellen, bei denen wir bei Schritttempo für unseren Unterboden beten, Steinbrocken auf der Fahrbahn. ajajaj. Ein Schild auf dem so viel steht wie „3km… Wir erwarten dich“ und Rinderschädel am Straßenrand machen’s nicht besser. Vor allem für Rici nicht. Augen zu, Luft anhalten, ja sogar Po zusammenkneifen hilft nicht. Der Bauch sagt FALSCHE RICHTUNG! Und dann sie Gewissheit. Statt vor einem Berg stehen wir vor einem Esel und einem kleinen Farmerjungen mit Pet-Flaschen-Plastikring im Mund. Sackgasse. Rici ruft den 10-jährigen „Senior“ xD zu unserem Fenster. Der besteht weiter auf seinen Plastikring im Mund und denkt gar nich dran, den rauszunehmen und nuschelt uns einen vor. Aber wenigstens hilfreiche Infos. tja, wer hätte das gedacht, wir hätten ganz oben nicht rechts abbiegen drürfen. whoops. Außerdem redet er immer vom einem punto, an dem wir vorbei müssen. mh. Was heisst n jetzt schon wieder punto oder punta, Sarah auf spanisch: „Was heisst punto/punta, kannst du das näher erklären?“ Junge: „Nö.“  Sarah: „ist das n Brunnen Rici?“ Rici: „es com agua?“ Junge: Keine Reaktion. Wir beide: Prust, wohl er nicht 😀 Naja Punto hin oder her, wir bedanken uns nett und drehen um. Boah was muss der sich gedacht haben. Kommen da die super Touris peinlich aus dem Bilderbuch mit Sonnenbrille an und fragen am Arsch der Welt, wp denn jetzt die montanas coloradas seien. 😀   

Und ja, wir haben diese verdammten Berge noch gefunden. und ja, es hat sich mehr als gelohnt. Gebt euch diese Bilder! 🙂 



Da oben war echt super dünne Luft und ganz ungewöhnliches Licht. Bei über 4000m Höhe auch kein Wunder. Wir haben vll gehechelt beim Erkunden. Aber das war’s Wert. Auf dem Rückweg haben wir noch sowohl ein kleines Kind als auch den Argentinier, der uns Eintritt für den Aussichtspunkt angenommen hat (keiner weiss, ob das private Taschengeldaufbesserung oder offiziell war), mit einem Foto erquickt. Und auch hier war die Landschaft wieder Bombe. Daher müssen wir uns wohl bei Victor bedanken 🙂

 

Improvisieren in Salta

Gut, dass das Wetter gerade heute eher mau war – der erste Tag in Salta ging nämlich komplett für die Organisation drauf. Auf unserer to do Liste: Geld-Nachschub, Mietwagen und den Bus-Transfer nach Atacama initiieren. Lustig war’s trotzdem… Richtig beschämend fiel gleich unser Auftritt am Haupt-Plaza der Stadt aus. Da hatte die nette Hostel-Frau uns den super Geheimtipp unter den Wechselstube gegeben, winkt uns der zugehörige Typ vor dem Laden einfach schon aus gefühlten 200 m mega eifrig zu. Frei nach dem Motto: „Ha, Touri-Deutsche auf 12 Uhr!“ xD Und das ohne weisse Socken…

Am Busbahnhof wurden wir weniger euphorisch empfangen, dafür aber treu begleitet. Und zwar von einem Hünda. Nach einem Foto, das ich von ihm in einer ramponierten Garage gemacht hab, ist er uns fast ne Stunde nicht von der Seite gewichen. Aber total süß: Der blieb immer nach seinen Harakiri-über-Rot-Ampel-Überquerungen stehen und hat brav auf uns gewartet. Am Ende hat er uns sogar in den richtigen Terminal geführt, der kennt das Spiel 😀 Bei dem Versuch, unseren Mittwochs-Transfer zu organisieren hat er dann aufgegeben. Wir allerdings nach ner halben Stunde auch. 15 kack Unternehmen und keins fährt, wann wir es brauchen. Kacke… Naja, jetzt haben wir perfekt umgeplant. Bleiben einen Tag länger in Salta, dafür haben wir in Atacama einen weniger. Die mega Canyon-Landschaft, die uns morgen und übermorgen erwartet wird uns 100pro mehr als entschädigen. 🙂 


Das sagt auch Viktor, unser übertrieben netter Art Betreuer des Hostels. Er hat uns 1000 Infos für unseren 2-Tages-Trip in den Norden gegeben – und selbstgemachte Enpanadas (nach Rezept von Oma)! Das Hostel, in dem wir untergekommen sid, hat zwar keinen Pool, ist aber noch deutlich cooler als unser erstes in Iguazu. Mit nem Innenhof, einer ausnahmsweise voll funktionsfähigen Küche 😀 und richtig charmanten Betten lässt sich das echt sehen. Dazu gibt’s nen gemütlichen Essraum, der in Kombi mit unserer improvisierten Gourmet-Gemüse-Pfanne und dem Malbec Restaurant-Feeling versprüht. Als i-Tüpfelchen haben wir heut keine anderen Leuts auf dem Zimmer. Eine nette Abwechslung nach einem Magen-Darm-kranken Franzosen mit hyper Stinkefüßen xD Das war zu hart…. 😀 😀 

 














 



Mal vom Hostel abgesehen ist Salta auf jeden Fall super lohnenswert und mal wieder kameratechnisch super imteressant. Uralte Autos, marode Häuser: alles dabei. Mein persönliches Highlight ist allerdings die Einkaufskorb/-wagen Kombi, in die ich mich verliebt habe. „Ich sag euch Leute, das ist die Zukunft“ 😀 Ich will sowas auch Zuhause!! Wenn man allerdings ein ganzes Schaf inklusive Zähne mitnehmen möchte, kommt man damit nicht weit. Also bei Fleisch scheinen die echt keine Schmerzgrenze zu haben. Und ich dachte das Gehirn wär schon der Bringer… 😀

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Weg zum Mietwagen war heut besonders lang – daher fallen wir nun kaputt ins Bett. 6 Läden haben wir abgeklappert und Angebote eingeholt. Herausgekommen ist ein schnieker Golf, also alles richtig gemacht :)) Da kanns morgen früh voll ausgestattet auf’4000 m Höhe gehen. Wir sind gespannt. Bei dem Geh-Marathon sind wir außerdem noch an ein paar stilechten Ecken vorbei gekommen, die wir’euch natürlich nich vorenthalten 😉

 

Voll die Explorer

Wasserfalldusche, Krokodile, Zigeuner-Ruinen: Gestern wurd’s super abenteurlich – und noch besser als der Auftakt! Um 8 ging’s los auf Tour mit Diego. Herrlicher Typ 😀 – tiefenentspannt und unübertroffen in Sachen Dramaturgie. Das sah im Nationalpark dann ungefähr so aus: Düdüdüp… Informationen, Informationen … mehr oder weniger spektakuläre Info, Blick über die Ray ban Sonnenbrille: „Mhhhhhh“ (langsames Kopfnicken) xDD Dann kurze rheotrische Pause und zack, schlendert er mit seinem weißen, exklusiven Sonnenschirm weiter durch den Dschungel. Doof aus der Wäsche geguckt haben wir bei seiner Tour-Einleitung. „Jaaa. Perfekte Bedingungen heute, es ist schön kalt. Nur 33 Grad im Schatten. Seid ihr den 47 ja noch mal entkommen.“ Puh.

 

Auf der Tour hatten wir mega Glück. Es ging über kleinere Trails von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Und auf denen gab’s einiges an Tieren zu sehen (im Gegensatz zur Safari-Tour, die später folgte, auf der wir nicht ein Viech gesehen haben. Selbst für ne angebliche Eidechse hat der Fahrer angehalten. Die dann natürlich keiner so richtig erspäht hat. :D) Hier gab’s stattdessen nen Krokodil, Tukan, genmanipulierte Riesen-Schmetterlinge … und natürlich den südamerikanischen Nasenbären, der immer super penetrant an das Essen der Touris will und mit seinem Ekellappen alles abschleckt. 🙂 Das aller coolste waren aber die Adler am Himmel. Da schaust du auf diese Wasserfälle, die grünen Bäume und Buchten – und überall kreisen die über einem. Mathi und ich fanden, das könnten auch gut Flugsaurier sein. Was für ein verhängnisvoller Fehler, dass die anderen da zustimmten und Jurassic Park zur Sprache kam. Den Rest der Tour gab’s gratis Soundtrack-Gedudel von Sari xD

Nach dem Panorama-Blick von oben ging’s für Tom, Mathi und mich dann per Speedboat direkt an die Wasserfälle (Rici hatte das schon beim letzten Mal gemacht und hat daher mit Diego gechillt :D). Ein mega witziges Unterfangen. Alles bis auf die wasserdichte Action-Kamera abgegeben und wusch gabs einen Splash nach dem andereren. Wir haben dann immer versucht, raufzugucken, um diesen geilen Anblick einzuspeichern. Aber du hast einfach nix gesehen, kurz weiss und dann blankes Augenzukneifen. Wir alle sahen aus wie so Maulwürfe, voll lächerlich. xD


 

Wieso wir am ENDE der Tour noch ne 50 min Pause (an ner Fressbude) gemacht haben, weiss wohl nur Diego bzw. seine Provision. Nach ein paar Enpanadas ging’s jedenfalls zurück zum Hostel. Weil Thomy und ich nich das dritte Mal Sandwich hinterinander essen wollten und wir noch Bock rauszukommen hatten, sind wir dann noch in den Ort gefahren. Das stellte sich dann im Endeffekt auch als größeres Abenteuer heraus. Schon bei der Hinfahrt wollte der Taxi-Fahrer uns am Ende der Fahrt wieder bescheissen. Diesmal sind wir stur geblieben und haben nur das bezahlt, was abgemacht war. Fand der nich so cool und drohte uns mit Policia, Policia. Soll er machen, dann bestätigen die ihm doch nur, dass er nen Betrüger is 😀 Hatten noch kurz Verfolgungswahn, dass die Hood sich mit einem Drive-By-Shooting rächt. Blieb aber alles ruhig und wir suchten unseren Supermarkt wie geplant. 😀 Die Stadt war schon übel abgefucked. Alles runtergekommen, Schulhöfe wie Hundezwinger. Das traurigste ist, wie so kleine Zigeunerkinder zum Verkaufen von Quatsch-Baum-Skulpturen weggeschickt werden. Hatten die morgens schon am Pool. Um kurz vor 7 sind die uns dann in der Stadt auf ihrem Nachhauseweg entgegengekommen. 😡 Genau wie irre Kids, die Planking aufem Motorrad bei 100 kmh machen. Liegen die einfach komplett auf dem Bike wie Superman. Völlig gaga.


Auf dem Heimweg haben wir wieder irre viele unfertige Bauten gesehen. Die haben hier wohl als 2001 alles zusammengebrochen ist währungstechnisch alles stehen und liegen gelassen. 1995-1999 entsprach 1 Dollar noch 1 Pesos, wir haben jetzt für einen Dollar ca 12,5 Pesos bekommen. Das muss man sich mal reinziehen. Eine riesige Ruine war direkt an der Hauptstraße. Da war klar, wir müssen einen Blick riskieren :)) War schon etwas gruselig. Aber hat sich mega gelohnt die Erkundungstour. Thomas und ich würden auf jeden Fall gute SWATS abgeben. Das Räumesichern haben wir jedenfalls drauf 😀



Iguazu, Iguazu, Iguazu!!!

Wohooo, was für ein Volltreffer bei unserem ersten Off-Road-Stopp. Iguazu ist der Hammer! Heut morgen saßen wir noch richtig zerknautscht im Flugzeug: Thomy am Schimpfen, weil er sich mit seinen Go-Go-Gadgeto-Beinen voll im Sitz des Vordermanns befand. Der Rest von uns ab Ablästern, weil wir einen Zwischenhalt gemacht haben, um weitere Leute einzusammeln 😀 Verhältnisse wie auf den Straßen von Buenos Aires, wo Bushaltestellen keine Haltestelle geschweige denn – schilder besitzen und man die Busse zusätzlich an jeder Ecke per wildem Gewinke anhalten kann. 

Einmal angekommen, ging alles schneller als wir gucken konnten. Über die kürzeste Landebahn, die ich je gesehen hab, haben wir zwischen Palmen und Lehmhügeln an sonem roten Backsteinnaus aka „Terminal“ angedockt. Gepäck und Abholservice, rums. Nach ein paar Minuten Fahrt hält der Fahrer an einem richtig coolem Ressort an. Dicker Pool, coole Bungalows…. Wir ärgern uns schon, dass Vatter Manfred seinem Sohn was gönnt, weil wir auch gern hier residierenmwürden, da reißt der Chauffeur die Tür auf uns keiner reagiert. Weder Manfred noch sonst wer. Stattdessen stellt sich heraus, dass dies das Hostelinn sein soll. Unser Hostel, läuft. 

Vor dem Ausflug auf die brasilianische Seite der Wasserfälle gibt’s eine Session am Pool – bester Einstieg in die Backpacker-Phase. Aber dann …  Grenzübergang nach Brasilien, ab in den Nationalpark, um die erste Ecke des Walking-Tracks und… sprachlos. So weit du gucken kannst Wasserfälle, zum Teil 70 m hoch. Mathias und meine Spiegelreflex sind voll ausgelastet worden. So viel steht mal fest. Das einzige Auuuaa am Tag: Da krieg ich im Dschungel, am Wasser dank unseres Sprays keinen einzigen Mückenstich. Sind wir zurück am Hostel, sofort mal 6 Stück in 5 min an der Poolbar kassiert. Deh xD 

Safety first

So wird man doch gerne geweckt. Tag 2 in Buenos Aires begrüßt uns um 5:30h – und das ohne Jetlag. In unseren Kokons haben wir 1a spartanisch auf nem freien Bett voller Farbkrümmel gepennt 😀 Allerdings wär ich gestern glaube ich auch auf einer Groß-Baustelle eingeratzt. Thomas, der Mathias und mich mehrmals sanft überzeugen musste, die Embryonalstellung auf dem Sofa zu verlassen, kann das sicher bestätigen.

Frohen Mutes ging’s direkt nach dem Frühstück in ein gediegenes Viertel. Die Erkenntnis des Morgens: Es ist nicht unbedingt safer, ein offizielles TAXI zu besteigen. Warum? Wir setzen uns hinten rein: Keine Anschaller (eigentlich überhaupt nicht der Rede wert, da Standard). Keine Kopfstützen auf der Rückbank (joaa). aber hmm: Irgendwas sieht doch komisch aus, oder? Hat die Rici vorne einfach auch keine Kopfstütze am Beifahrersitz… xD Das sieht bekloppt aus, sag ich euch. Die blinkende Motorleuchte und die komplett leere Tankanzeige rundeten das Bild ab. Hier wird die Verkehrstüchtigkeit gelebt. 

Einen Faible haben die Argentinier anscheinend auch dafür, super protzige Objekte zu bauen, um sie dann verrotten zu lassen. Gut für uns – denn das beschert uns ziemlich coole Fotos. Unsere heutige Ausbeute: der Friedhof der Reichen in Recoleta. 

 

 

Zu unserer Überraschung gibt’s aber auch total viele Grünflächen und schöne Parks. Nach längerem Märschen durch die Straßen, die in Ricis knallharter Jogging-Welt immer nur „ein paar Minuten dauern“ :D, belohnen wir uns hier und da mit einer kleinen Siesta. Wir sind schon Würstchen – das muss noch besser werden :)) Zur Stärkung gibt’s permanent irgendwelche mega leckeren Snacks. Hier kann man sich als Fleischfresser echt an jeder Straße austoben. Abends haben wir jetzt einmal gekocht und einmal im Restaurant gegessen – so oder so, rausgekommen sind natürlich Steaks. 😀 Aber was für Dinger! Riiiiichtig zart. Etwas unkonventionellere Fleisch-Ideen haben die Argentinier zwar auch im Petto. Gehirn und Dickdarm muss dann aber doch nich so sein… 


Zwei gute Stories gibt’s noch zum Thema Wein, das soll’s dann für heute gewesen sein 😉 Nr.1 – kaum peinliche Szene im Restaurant. 😀 Wir sind in nem richtigen Schicki-Micki Steakhouse (Don Julio) und bestellen die billigste Flasche Fusel-WEISS!-Wein, die wir erspähen können. Kommt der Ober an mit Weinhalterung, Kühlung, allem drum und dran, präsentiert Rici die Flasche und lässt sie vorkosten. Wie unangenehm 😀 Das Testurteil: süß, fruchtig und süffig. Genau unsere Liga, Herr Oberkellner… xD Zuhause haben wir das Ganze noch übertroffen und nen Wein für umgerechnet 1,20 € gekauft. Kommt zum Öffnen das extra mitgebrachte Taschenmesser zum Einsatz – whoops Korken zerfleddert und richtig in der Flasche am Abkrümmeln. Was macht Thomy? Holt n fettes Nudelsieb aus der Küche und schenkt uns gefiltert ein. Natürlich mit ner Glas-Tisch-Quote von 1:2 :DDD Aber hat dann wohl gemundet…