Vorsprung durch Technik

Ih bah. Gestern gab’s zum zweiten Mal in meiner 14-tägigen Karriere Kantinen-Essen. Eigentlich bin ich da ja super pflegeleicht, um nicht zu sagen „Gib her, ich ess das!“-mäßig unterwegs. Aber was die da als Zucchini-Medaillon verkaufen, ich hab keinen – blassen – Schimmer… 😀 Kredenzt wurden zwei ramponierte Klumpen, Kategorie „aber Hauptsache paniert“. Das Ganze schwimmend angerichtet in einer weiß-braune Soße, gebettet auf richtig schön durchweichtem Reis. Was soll ich sagen? Nächstes Mal wieder Pommes mit Bockwurst xD Egal – ein Glück, dass ich sonst immer was Leckeres, selbst Gekochtes mit habe. Und weil es sich gerade nahezu aufdrängt, möcht ich die Gelegenheit nutzen, euch mal einen kleinen Einblick in meine Essenslogistik zu geben. Das ist nämlich gar nicht so einfach, wie es sich vielleicht anhört. Es gibt einen festen Ablauf, die Technik muss gelernt sein.


Schritt 1:
Man nehme das vorgekochte Essen und packe es zum Transport in einen von Bernds 1.-Weltkrieg-Töpfen. Selbstredend existiert zu keinem ein Deckel, aber bäm! – es gibt ja Alufolie. Ich weiß, was ihr denkt. Aaaaber. Warum meine Tupperdosen nicht hier sind und ich Bernds nicht benutze, möchte ich an dieser Stelle nicht ausführen =D

Schritt 2:
Man dack(e)le mit seinem Topf in der einen Hand und mit seiner Tragetüte in der anderen über den kompletten ZDF-Parkplatz. Die Blicke der Menschen sind normal, die gehören dazu. Jetzt kommt aber der erste Clou! Auf der Alufolie parkt mein Ausweis, der so riesig ist, dass er entweder erst gar nicht in die Hosentasche reingeht, oder aber nicht wieder rauskommt, wenn er einmal drin ist 😀 Aber so: Alles easy, eine kleine Handbewegung, ich bin durch die Schleuse, ganz ohne Verrenkung. Jaaaahaa, da guckt ihr Mädels was. So schnell kann sich das Blatt wenden xDD

Schritt 3:
Man stelle den Topf irgendwo in die Redaktion, wo ihn hoffentlich niemand umwemmst. Am besten noch, wo man ihn nicht vergisst. Das hab ich nämlich auch schon geschafft – und dann gar nix gegessen. Eher schlecht.

Schritt 4:
Jetzt kommt’s drauf an. Der streng einstudierte Aufwärmvorgang. Hier muss alles sitzen. Man fülle den Topfinhalt in einen tiefen Teller, stelle diesen in die Mikrowelle und nehme die Mikrowelle mit Hilfe einer NASA-reifen Tastenkombination in Betrieb. Die 3 Minuten werden kongenial mit einem Pipigang überbrückt. Wieder in der Küche angekommen, schnappe man sich den Kochtopf, nehme den brüllend heißen Teller mit einem der abgefuckten Handtücher schnell aus der Mikrowelle (aus hygienischen Vorkehrungen kein Kontakt über 3 Sekunden) und stelle ihn auf den Topf. Löffel rein. Tadaaaa! Jetzt trage man den den normal temperierten Topf mit dem 100 Grad heißen Teller entspannt an den Henkeln zu seinem Arbeitsplatz.

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Schritt 5:
Wenn man es jetzt nach dem Essen noch schafft, den Topf beim Zurückbringen des Tellers schnell zu spülen, wieder mitzunehmen und ihn dann am Ende des Tages nicht liegen zu lassen, hat man es geschafft und darf sich einen Fuchs nennen 😀


Ganz so toll kann es natürlich nicht immer laufen im Leben, hin und wieder winkt auch ein Rückschlag. Siehe heute. Da strenge ich mich ganze zwei Wochen an, keine Pickel und stattdessen einen strahlenden Teint zu kriegen – schließlich will ich die Kamera ja am Freitag bei der TV-Aufzeichnung verzaubern 😀 – geschieht das Unvorstellbare. Beim Versuch, mir die im Wind eskalierenden Haare aus dem Gesicht zu streichen… Krrrrrck! -.- Fingernagel schlitzt Nase auf. Es ist so traurig unspektakulär. xD Aber es blutet wie sau und ich weiß sofort, das gibt ne schöne Kruste im Visagenzentrum. Sauber, Sari 😀 Jahrzehnte lang Fingermägel wie n Monschischi und jetzt, wo sie gerade mal in der Sonne ein paar mm gewachsen sind und was hermachen, kommt sofort die Quittung. And I was like… :))

http://www.youtube.com/watch?v=aTkmIukBZQc

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Naja, ganz so schlimm ist es dann doch nicht – dann Sari halt kleiner Naseweis im Interview 😉 Aber war schon geil. Nach dem Schock redete ich mir ein: „Ach so sehr sieht man das bestimmt gar nicht. Ist jetzt nur, weil du’s weißt.“ 5 Minuten später Facetime. Erster Satz: „Was hast’n du da anner Nase???“ Schade xDDD

2 Gedanken zu „Vorsprung durch Technik

  1. Na wenn man sich das alles so vorstellt….Ist ja entspanntes arbeiten. Und dein Naeschen ist auch so schön. Hihi
    Viel Spaß noch. Bussi o.

  2. Ach Schera.wat haste ne ausgefeilte esschoreografie. Wieso fällt es mir nicht schwer mir das alles bildlich vorzustellen. Und der move mit der Nase sollte dich kalt lassen.was soll dich schon entstellen 😉

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