Die letzten 2 Tage haben wir mal wieder vieles richtig gemacht. In unserem Hostel in Caldera herrschte gleich mal echtes Neuseeland-Feeling. Überall gemütliche Sessel, kleine Pflanzen, ein fettes Esszimmer mit integrierter Küche. Cool, cool, cool. Getoppt wurde die Ausstattung nur von unserer Parkposition direkt im Chillout-Bereich. 😀 Das nenn ich mal nen Service.

Zum Abschied warf die nette Putz- und Frühstücksfrau noch mit Merry-Christmas-Säckchen um sich, sodass wie jetzt für ganz Chile mit Bonbons versorgt sind. Richtig von der Stelle kamen wir aber erstmal nicht. Penetrante „Hünda“ 😉 versperrten den Weg. Nicht dass die iwie über die Straße wollten oder so. Nee. Das war voll die mutwillige Blockade xD Guckten und bellten uns an und sind immer wieder zielgerichtet vors Auto gerannt, als wir uns gerade mal wieder nen Meter durchgekämpft hatten. Iwann haben wir nur noch wütend aus dem Fenster zurückgebölkt und Gas gegeben. Da konnten se plötzlich Platz machen, die Biester. Weil die uns jedes Mal verfolgen, besonders mich, kursiert schon das Gerücht, ich würde hinter dem Rücken der anderen eine Salami mit mir führen. 😀
Höhepunkt des Tages war unser Ausflug ins Humboldt-Reservat. Nach 75(000) km durchs Nichts sehen wir ein vielversprechendes Schild. Oh, hier gibt’s auch Whale-Watching. Wie geil ist das denn?! Wir hätten uns auch mit Pinguinen und Delfinen abgegeben. Nehmen wir. Kriegen wir aber nicht. Der Bock des Tages: Es ist zu windig – die Boote fahren nicht auf die Tierinsel. Zuerst wird sich noch hart beschwert: So windig ist es doch gar nicht. Als wir die mini Holz-Bötchen sehen, wissen wir’s besser. Wellensicher ist anders xD

Naja dann eben keine Tiere. Das bunte kleine Fischer-Örtchen ist so süß – macht nix. Erkunden wir halt die Gegend und versuchen rauszufinden, warum da hinten bei den Kiddies am Ufer ein dickes Lama steht. Es bleibt ein Rätsel. Immerhin gibts mit dem hässlichen Vieh ein Foto, bei dem wir total von den aufgedrehten Raufbolden belästigt werden. Einer zeigt immer wieder auf mich, dann wird sogar mit ner Video-Kamera draufgehalten. Hab ich n Kotelette an der Backe, oder hat der noch nie ne Echthaar-Blondine gesehen? 😀 Völlig bekloppt. Als die kleinen Köttel erfahren, dass wir aus Deutschland kommen eskalieren die völlig:
Die: „Marco Reus, Marco Reus?“
Wir: „Jaja, genau. Deutschland ist das Land mit Marco Reus.“
Die: „y Mario Götze?“
Wir: „Ja, auch der ist aus Deutschland.“
Die: „wow!“
Krass, dass das tatsächlich die Info ist, die am anderen Ende der Welt hängen bleibt. Mit einem kleinen Einwurf, dass die beide vom BVB geformt worden sind, verabschieden wir uns. So viel Zeit für Bildung muss sein. xD





In unserer Schlaftown angekommen, werden wir vom Verkehr erschlagen. Was ist das bitte für eine Riesenstadt!? Wir dachten hier gibt’s wie immer n paar Straßen und könnten daher nach unserem angepeilten Hostel fragen. Pustekuchen. Getrieben von den hupenden Scharen hinter uns fahren wir wild im Kreis xD Wir stecken alle Hoffnung in eine Touristen-Info oder ein W-lan Café. Unmöglich. Noch nichtmal anhalten kann man hier. Irgendwann geben wir auf. Ich erblicke ein Hotel und will da einfach mal nach dem nächsten Hostel in der Nähe fragen. Tür auf, blickt mich eine 90-Jährige Omi mit Buckel an. Holaaaa! 😀 Als ich nach einer mapa frage, versteht sie erstmal nur Bahnhof und weiß gar nicht, wie sie mir helfen soll. Aber sie will es unbedingt. Also führt sie mich in einen Raum mit einer riesigen Landkarte an der Wand. „Esta Chile!“ sagt sie – und zeigt auf das Land, in dem ich mich gerade befinde. :DDD So weit war ich schon, aber ich brauche ne mapa für mein coche (Auto) von der ciudad (Stadt). Aaaah, sie hat eine andere Idee, breitet mir alle Flyer der Rezeption auf ihrer Theke aus und sucht zwischen Freizeittipps und Touranmeldungen nach Hilfe. Und tatsächlich: Mit einer 3x3cm großen Karte der Innenstadt und 10 Danksagungen beim Rausgehen komm ich wieder zum Auto. „Was bringt uns denn die Karte, wir wissen doch gar nicht, wo wir sind!“ Hm.. da ist was dran. Ja wo sind wir denn? Ich schaue auf die Hausnr. des Hotels und lese vor. „Da steht ganz klein drunter: E. de la barra.“ „Nein?!“, lacht sich Rici kaputt. „Das ist die Straße von dem Hostel.“ xD Mal ehrlich, wie wahrscheinlich ist das bitte? 😀


Wir fahren zwar noch 15min im Kreis, weil unsere Hausnummer super versteckt in ner Nebenstraße ist, aber ein Parkplatzwächter zeigt uns letztendlich den Weg. Dann kommt, was kommen musste. Das Hostel sieht wie ein super schniekes normales Wohnhaus aus, ist aber voll. Sagt zumindest die aufgetakelte Sauna-Club-Frau, die gerade aus der Tür kommt. Na gut. Ist wohl zu „exklusiv“ für uns. 😀 Was jetzt? Fragen wir doch mal den netten Parkplatzwächter. „Da oben ist ein super billiges, nettes Hotel. hier links und dann rechts über die Ampel. Das könnt ihr mal probieren. Dann stehen wir vor dem Ding… und es ist das Hotel der Omi :DD ahahahahahah. Ich lieg.
Ja, da kann man sich dem Schicksal ja nicht in den Weg stellen. Wir schlafen bei der Omi – in einer mega Landhaus-Mansion mit eigener Etage für nur 42.000 Pesos, also 56 Euro zusammen. Später sollte sich noch herausstellen, dass das ein Versehen war. Die Omi ist wohl in der Zeile verrutscht – oh man ;D So süß war die. Als sie uns die Handtücher brachte und ihr Arm dabei fast abbrach, wollte man sie einfach nur knuddeln. Und ihre Schwester war genau so geil. Sagt die mir auf der Treppe, dass meine lässig getragenen Schnürsenkel auf sind und ich mich ja nicht verletzen soll. Zack, da geh ich doch sofort auf die Knie und richte das. 😀
Nach einem Spaziergang durch unser echt schönes Viertel, einem Marktbesuch (inklusive Weihnachts-Geschenkpapier-Schwarzmarkt, bei dem – begleitet von permanentem Gebrüll – alle paar Meter auf dem Boden Berge von Rollen, Tüten und Schleifen angeboten werden :D) und einem schnellen Snack schlafen wir wie auf Watte. So ein gutes Bett und Bad hatten wir hier noch nie.


Herrlich, Herbergssuche in der Exklusivform,Maria und Josef finden ein Ort wo sie gern gesehen sind und zwar mit Geld.;). Frohe Weihnachten euch allen.🎄🎄🎄🎄
Exklusiv war’s, aber die haben uns auch ohne Geld genommen. Die 56 Euro waren für alle 4 Personen zusammen 😀